Orangenhaut ist das schöne deutsche Wort für Cellulitis, dieses berüchtigte, inbrünstig gehasste Problem eines Großteils aller Frauen. Orangenhaut ist zugleich auch eine bildliche Beschreibung besagten Phänomens: die Hautdellen an Oberschenkeln und Po erinnern im Aussehen an eine Orangenschale. Tja, und woran liegt es, dass die Haut so vieler Frauen in diesen Körperzonen eher einer Orange ähnelt als einem wunderbar glatten Pfirsich? Die Struktur des weiblichen Bindegewebes ist so angelegt, dass sich das Gewebe im Bedarfsfall problemlos ausdehnen kann, denn das ist in der Schwangerschaft von Vorteil. Diese Elastizität hat jedoch den Haken, dass sich aufgrund der recht labilen Struktur leicht Fettzellen durch die Gewebsfasern hindurchdrücken können – und dann eben nach außen hin als Knubbel sichtbar sind. In der Gewebsstruktur liegt auch der Grund dafür, dass selbst noch so dicke Männer keine Orangenhaut haben, denn ihr Bindegewebe ist anders aufgebaut. Auch was die Dehnbarkeit des Gewebes anbelangt, sind aber nicht alle Frauen gleich: wie dehnbar bzw. labil die Struktur genau ist, variiert von Frau zu Frau ein wenig und ist genetisch festgelegt. Das bedeutet auch, dass Frauen mit starker Cellulitis die ungeliebten Dellen nicht einmal durch die härtesten Diäten und Workouts vollständig verschwinden lassen können.
Dennoch sind eine fettarme Ernährung und Sport zur Straffung des Bindegewebes (am besten Ausdauersportarten wie Schwimmen, Walking oder Radfahren) eine durchaus wirksame Anti-Cellulitis-Waffe. Übel mitspielen können uns Frauen bei dem Bemühen um einen ausgeglichenen Fetthaushalt allerdings die Hormone, namentlich das Hormon Östrogen. Dieses begünstigt nämlich die Fetteinlagerung und leistet zusätzlich auch noch Wassereinlagerungen Vorschub. Deshalb ist es kein Wunder, dass sich bei etwa 50 Prozent der Frauen die Cellulitis in der Pubertät bemerkbar macht und bei weiteren 25 Prozent während der Schwangerschaft entsteht, also in Zeiten, in denen der Hormonspiegel in Aufruhr ist. Viele Frauen berichten auch von Cellulitis-Schüben kurz vor der Menopause. So weit, so gut (bzw. so schrumpelig...).
Aber was kann frau abgesehen von Pommes-Verzicht und Schinderei im Fitness-Studio noch gegen die Dellen unternehmen?