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S wie Seidenproteine, Selbstbräuner und Silikon

Seidenproteine

Beauty-Abc
Seide ist ein wertvoller Rohstoff, dessen Herstellung sehr aufwändig ist. Die Basis liefert die Larve des Maulbeerspinners - die Seidenraupe. Sie wird in Pappkäfigen gezüchtet. Nach dem Schlüpfen ernährt sich die Larve von Maulbeerbaumblättern und spinnt sich dann in einen Kokon ein. Die Tiere werden getötet und die Kokons getrocknet, abgewickelt und vom Seidenleim befreit. Ursprünglich kommt die Seide aus China. Über die Seidenstraße gelangte sie nach Europa. Noch heute liefert China 90% der Rohseide auf den Weltmarkt. Die Idee, dass man Seide auch für die Hautpflege nutzen kann, entstand durch einen Zufall. In den 30 Jahren bemerkte Sanji Muto, Chef der Tokioter Seidenfabrik Kanebo, bei einem Rundgang durch die Hallen, dass alle arbeitenden Frauen zarte, weiche Hände hatten. Experten wurden darangesetzt, den Wunderstoff zu erforschen. Das Ergebnis war die erste Seidenkosmetik der Welt: die Seife "Savon de Soie" aus den Ölen des Kokons und der Puppen der Seidenraupe.

Seide enthält sogenannte Seidenfibroine, Eiweiße, die dem Aufbau der menschlichen Haut ähnlich sind. Das macht sie extrem hautverträglich, zudem gelangen sie auch in Schichten der Haut, die anderen Wirkstoffen nicht zugänglich sind. Das Besondere: Seidemoleküle wirken wie kleine Schwämmchen, sie können das 300fache an Feuchtigkeit ihres Gewichts speichern und sind daher ideale Durstlöscher für trockene empfindliche Haut. Zudem schützen Seidenwirkstoffe vor UV-Strahlung und lassen den Teint besonders strahlen. Seidenproteine stecken auch in Shampoos und Spülungen, sie glätten das Haar, sorgen für intensiven Glanz und bessere Widerstandsfähigkeit .Auch in der dekorativen Kosmetik hat Seide inzwischen Einzug gehalten. So steckt eine flüssige Seidenlösung in Foundations, Pudern, Lippenstiften oder auch Lidschatten, sorgt für ein besonders leichtes Auftragen, ein zartes Hautgefühl und macht die Produkte zudem noch farb- und hitzebeständig.

Selbstbräuner

Selbstbräunungsmittel sind kosmetische Produkte, die zu einer Anfärbung der äußeren Hornhautschichten der Haut führen. Sie erfüllen diese Aufgabe ohne Aktivierung der Pigment-bildenden Zellen der Haut. Die meisten kommerziell angebotenen Selbstbräunungsmittel enthalten Dihydoxyazeton (DHA). DHA ist ein farbloses Kohlenhydrat pflanzlichen Ursprungs, das in die obersten Zelllagen der Hornschicht der Haut eindringt. Dort reagiert es mit dem Keratin der Hautzellen und es entstehen braune Farbstoffe (sog. Melanoide). Neben anderen Substanzen, die mit DHA verwandt sind, kommen aus der Naturkosmetik noch Henna, Eichenrinden- und Rosskastanienextrakte als Selbstbräuner zur Anwendung. Der chemische Prozess benötigt bis zu 8 Stunden, bis der endgültige Farbton erreicht ist. Da unsere obersten Hautschichten laufend als Schüppchen abgestoßen werden, muss die Anwendung des Produkts alle 3 bis 4 Tage wiederholt werden. Obwohl die mit einem DHA-hältigen Selbstbräuner vorbehandelte Haut gebräunt erscheint, vermittelt diese Art von Bräune keinen Schutz vor Sonnenbrand (UVB-Schutz).

Nachteile der Behandlung mit Selbstbräuner: Die Färbung kann ungleichmäßig sein und unnatürlich gelblich wirken; stärker verhornte Hautpartien (Ellenbeugen, Knie) können die Farbe stärker annehmen. Laut dem Magazin Ökotest enthalten fast alle Selbstbräuner Formaldehyd/-abspalter.
Für ein gutes Ergebnis empfiehlt es sich, vor der Anwendung zu duschen und ein Peeling zu machen. Mit einem Schwamm lässt sich der Selbstbräuner gleichmäßig und dünn auftragen. Knie, Ellenbogen und Fußknöchel sparsam behandeln! Nach dem Auftragen Haaransatz, Augenbrauen und Hände vorsichtig abwaschen.

Silikon

Silikon ist ein künstliches Lipid aus Silizium und Sauerstoff, das in der Umwelt nicht abgebaut werden kann. In der Kosmetikproduktion werden Silikone sehr häufig eingesetzt. Sie bewirken ein glattes Hautgefühl, sorgen für eine optimale Verteilung und verlängern die Dufthaftung. Silikone sind außerdem wasserabweisend und werden deshalb gerne Handcremes zugesetzt. In Haarpflege-Produkten, besonders in Spülungen, soll Silikon für einen schönen Glanz sorgen. Jedes Haar wird dabei mit einem leichten Film überzogen, brüchige Spitzen werden damit „repariert“. Allerdings gibt es kritische Stimmen, dass Silikon auf die Dauer das Haar beschwert und die die Aufnahme von Haarfarben oder Dauerwellen beeinträchtigt.

Flüssige Silikone wurden früher in der Kosmetik zur Unterspritzung von Falten genutzt. Dieses Verfahren ist heute unüblich, da das Material zum Abwandern neigt, und sich dann Granulome (kleine, nicht bösartige, aber störende Geschwülste) bilden. Für Silikonbrustimplantate werden mit Silikongel gefüllte Silikonbeutel benutzt. Doch nicht nur dafür wird das Material beim Menschen verwendet. So werden z.B. künstliche Herzklappen, Herzschrittmacher oder Schwellkörperimplantate auch aus Silikon hergestellt. Silikone haben gegenüber kohlenstoffbasierten Kunststoffen den großen Vorteil, dass sie im Körper nur selten eine Immunabwehrreaktion auslösen.

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