Wie die Tätowierung hat das Piercing bei den Naturvölkern eine lange Tradition. In antiken Grabkammern der Inkas in Peru, der Azteken und der Mayas in Mexiko, sowie in Asien und im Südseeraum wurden gepiercte Skulpturen und Masken gefunden. Die im Pazifik beheimateten Papua wollen durch Piercings Kraft, Mut und Schnelligkeit der Tiere bekommen. Solche Traditionen finden sich auch bei afrikanischen Völkern.
Das Piercing war und ist Teil eines Rituals der Eingeborenen, das dem Träger in Alter und Status ausweist. Am Amazonas unterscheiden sich die Sippen und Familien durch Piercings. Bestimmte Stellen und Materialien – wie Elfenbein, Gold, Diamanten und Smaragde – sind bestimmten Sippenmitgliedern vorbehalten, die damit ihren Status kennzeichnen.