© Constantin Film: Gerard Butler in "Gesetz der Rache"
Was haben Sie über sich selbst gelernt während der Dreharbeiten? Gibt es etwas, das Sie für sich mitnehmen konnten?
Ich glaube der Film hat mir bestätigt, wozu ich fähig wäre, wenn jemandem in meinem Umfeld wehgetan würde. Ich dachte, dass mich meine Brutalität (Anm. d. Redaktion: Clyde Shelton zerstückelt den Mörder seiner Familie bei vollem Bewusstsein) mehr beunruhigen würde. Insbesondere der Mord an dem Mann, der meine Frau und mein Kind umgebracht hat. Als ich diese Tat begangen habe – so schrecklich sie auch war – fiel mir der Gedanke daran, ich könnte so etwas wirklich tun, überraschend leicht. Das war ein bisschen beängstigend.
Sie haben bisher gute, böse und hässliche Rollen gespielt. Meinen Sie dieser Mix aus toughen und romantischen Typen ist der Schlüssel zu Ihrem Erfolg?
Vielleicht. Als ich mich vor ein paar Jahren noch hochgearbeitet habe, hat es sich zu jeder Zeit so angefühlt als ob ich immer an einem bestimmten Genre haften bleiben würde. Das wäre wahrscheinlich am ehesten das Action-Genre gewesen. Aber ich wollte das nicht. Ich wollte immer versuchen meine Erfahrung zu erweitern, mich herausfordern und herausfinden, wie, wenn ich im Action-Bereich gut bin, der Komödie gerecht werden könnte. Aber ich finde rückblickend hat sich das für mich ausgezahlt, weil ich nun nicht aufgeschmissen bin, wenn es mal mit Action nicht funktioniert. Ich kann romantische Komödie drehen, habe gerade diesen Thriller gemacht, bald kommt ein animierter Zeichentrickfilm heraus und ein Musical ist auch dabei. Ich habe immer versucht mich neu zu beleben und das Feld so weit offen wie möglich zu halten.
In welchem Genre fühlen Sie sich denn am wohlsten?
In keinem (lacht). Das ist eine schwere Frage... Als ich „Gesetz der Rache“ gedreht habe, empfand ich das als wirklich harte Arbeit, aber ich dachte: das ist unglaublich, die Chance zu bekommen diesen dunklen Charakter zu spielen, der zerbricht und dann so kontrolliert, kalt und berechnend ist. Und da steckt noch so viel mehr in ihm. Er ist vereinnahmend, hat Sinn für Humor, steckt zudem voller Schmerz und Bösartigkeit. Es kann ja gar nicht besser sein, was für eine Herausforderung. Aber wenn ich in einer Komödie spiele und die Chance habe, die Leute und mich selbst zum Lachen zu bringen, die Momente zu haben, wo jede Sorge wegfällt, denke ich, es kann gar nichts besser sein als das. Das gleiche Gefühl habe ich dann aber wieder bei Actionfilmen.