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Interview mit Julie Delpy zum Film „Lolo – Drei ist einer zu viel“

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Im Interview zum Film „Lolo – Drei ist einer zu viel“ verrät die multitalentierte Julie Delpy, warum eine "Dreier-Beziehung" problematisch ist …

Julie Delpy im Interview zum Film
© The Film
Ein Mann PLUS eine Frau PLUS der postpubertäre Sohn von ihr … Diese Formel sollte doch ohne große Probleme funktionieren. Nicht in der neuen romantischen Komödie, die ab März 2016 in deutschen Kinos läuft. „Lolo – Drei ist einer zu viel“ erzählt von dem gigantischen Chaos, das entstehen kann, wenn sich eine vielbeschäftigte, alleinerziehende 40-something-Frau, die einen  tyrannisch-hinterhältigen Sohn hat, in einen unerwarteten Mr. Right verliebt …

In diesem Film brilliert die wunderbare Julie Delpy nicht nur als Drehbuch-Autorin und Regisseurin, sondern auch in der Hauptrolle.

Klingt nach einer sehr  anstrengenden Aufgabe, Frau Delpy?

„Es war schon OK. Es ist zwar schwer, aber ich musste alles gut vorbereiten, damit ich am Set nicht völlig überwältigt bin. Organisation ist alles!“

Thunfisch im Schoß

Julie Delpy im Interview zum Film
© The Film
Als Violette (Julie Delpy), eine erfolgreiche 45-jährige Pariserin und Dauersingle, ein paar Tage mit ihren besten Freundinnen in Südfrankreich verbringt, läuft ihr unerwartet Jean-René (Dany Boon) über den Weg. Bzw. lässt er ihr versehentlich einen selbst gefangenen Thunfisch in den Schoß fallen und lädt sie dann als Entschuldigung zu seiner Grillparty ein.   

Was ist die kurioseste Flirt- oder Kennenlern-Geschichte in Ihrem Leben, Frau Delpy?

„Ich bin sehr tollpatschig, so bin ich normalerweise diejenige, der der Thunfisch in den Schoss fällt. Ich werde nervös beim Flirten. Ich bin es gewohnt, ein kleines fettes Mädchen zu sein und deshalb fühle ich mich immer noch so bei Männern …“

Hals über Kopf

Julie Delpy im Interview zum Film
Dany Boon als Jean-René
The Film
Es knistert, funkt und donnert im Leben der hektischen Großstädterin und des nerdigen Informatikers aus der Provinz. Die Chemie zwischen den beiden stimmt in menschlicher und erotischer Hinsicht. Sie verlieben sich. Hals über Kopf. Und das, obwohl er so gar nicht zu ihr passt.

Wie oft haben Sie sich Hals über Kopf verliebt, Frau Delpy? Was bedeutet dieser Ausdruck für Sie?

„Richtig nur ein Mal! Hals über Kopf verliebt zu sein ist ein Gefühl, unbedingt in der Nähe der anderen Person sein zu wollen. Wenn man sich ohne diese krank fühlt. Das Gefühl, schon immer gewusst zu haben, dass dieser Mensch und du nie mehr allein sein werden.“

Paris, Paris …

Julie Delpy im Interview zum Film
Julie Delpy als Violette
© The Film
Wie es der Zufall so will, entwickelt sich die Geschichte aus einem kurzen Urlaubsflirt zu einer Romanze. Und siehe her – Jean-René nimmt einen neuen Job an und zieht nach Paris, wo Violette ihr Leben und ihren Job in der Modebranche lebt und liebt.

Im realen Leben haben Sie Paris gegen Los Angeles getauscht. Was bedeutet Paris für Sie heute? Was lieben Sie an Los Angeles?

„Paris war mehrere Jahre lang nicht mehr mein Zuhause. Ich liebe Paris, weil es dort für eine Frau und Schauspielerin leichter ist. L.A. ist dagegen rau.“

Ihr Vater ist Franzose, ihre Mutter Halbitalienerin und Sie leben schon seit langem in Amerika. Was ist an Ihnen französisch, was italienisch und was mittlerweile vielleicht bereits amerikanisch?

„Meine Denkfreiheit ist sehr französisch, das ist etwas, was man nicht ablegen kann, wenn man in Paris aufgewachsen ist. Das „Französisch-sein“ soll auch nicht umformatiert werden. Viele hassen Franzosen dafür, aber auch viele lieben uns. Es gibt selten Menschen, die Franzosen gegenüber neutral sind. Amerikanisch ist an mir meine Arbeitsweise.“

„Das kleine Küken“ schlägt zu

Julie Delpy im Interview zum Film
Vincent Lacoste als Lolo
©The Film
Das junge Glück hätte perfekter (nicht) sein können … Wäre da nicht ein zweiter „wichtiger Mann“ in Violettes Leben: ihr Sohn Lolo (Vincent Lacoste), das 19-jährige „kleine Küken“. Der veritable Rotzlöffel hat andere Pläne mit den beiden: Er will Mamas Schwarm innerhalb einer Woche wieder loswerden! Je näher Jean-René Violette kommt, desto durchtriebener und radikaler werden Lolos Tricks: Am liebsten würde er Jean-René radioaktiv vergiften, doch vorerst müssen für die Peinlichkeiten und Blamagen, die der Informatiker über sich ergehen lässt, solche Mittel wie Juckpulver, Beruhigungspillen etc. herhalten …

Lolo geht in seinen Verstrickungen gegen Jean-René ziemlich weit. Wann würden Sie, Frau Delpy, als Mutter und Geliebte eingreifen, wenn Sie eine solche Situation im realen Leben hätten?

„Ich habe diese Dynamik nicht in meinem Leben. Mein Mann und mein Sohn sind wie Zwillinge, sie vergöttern einander. Wenn ich so einen Lolo hätte, würde ich von Anfang an strenger und standhafter sein. Ich glaube, Violette ist durch ihre Unsicherheit als Mutter einfach geblendet. Ich bin es nicht. Ich sehe, wenn Leo mich manipuliert, wie es alle Kinder ein bisschen tun, und denke, es ist lustig und liebenswert. Aber ich würde es nie zu weit kommen lassen.“

Violettes Zweifel an ihrer Entscheidung werden zwischenzeitlich größer, werfen sie aber nicht aus der Bahn. Im Gegenteil: fragt sie Jean-René, ob er bei ihr einziehen möchte, und bittet dafür ihren Sohn, doch wieder auszuziehen …

Hat Violette etwas von Ihnen selbst, Frau Delpy?

„Unsicherheit. Und sie ist genauso wie ich ein Neurotiker“

Was könnte sie aus Ihrer Sicht besser machen?


„In Ihrem Leben? Sie muss das Misshandeln von Seiten ihres Sohnes stoppen. Lolo ist wie ein missbrauchender Mann und benimmt sich wie z.B. ein missbrauchender Ehemann.“

Drei ist einer zu viel!

Julie Delpy im Interview zum Film
© The Film
Nun will Lolo ein für alle Mal dem Ganzen ein Ende setzen! Es kommen zwei 20-jährige langbeinige Blondinen zum Einsatz, die Violette prompt im Bett des schlafenden Jean-René findet. Damit das Unglück des Informatikers perfekt ist, verseucht er auch noch sein Software-Programm mit einem Virus.

Der Feind ist draußen, Lolo kann nun zu seinem alten Leben im „Hotel Mama“ wieder zurück. Doch irgendwie ist die Welt nicht mehr so, wie sie immer war …

Was bedeutet das für Sie, Mutter eines Sohnes zu sein, Frau Delpy? Gibt es bestimmte Parallelen zwischen Lolo und Leo?

"Mutter zu sein ist sehr wichtig für mich. Das ist an erster Stelle in meinem Leben. Der Film hat nichts mit dem Verhältnis zu meinem Sohn zu tun. Leo ist ein kleiner, sehr sensibler Junge, er kümmert sich um andere. Lolo ist ein Soziopath und schon so geboren. Leo ist mit einer wunderschönen, natürlichen Empathie für andere geboren. Lolo ist sein Gegenteil."


Was verstehen Sie unter „Drei ist einer zu viel“, Frau Delpy?

"Die Problematik einer Dreier-Beziehung besteht daraus, dass einer immer in der Mitte ist und die Seiten immer wieder wechselt. So ist eine Dreier-Konstellation anfälliger für Konflikte."
 
Wie wahr, Frau Delpy … Danke für das Interview!
 
 

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