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Ken Duken Interview zum Film „Max und Helene“

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Über Liebe, Leiden, Krieg und die Suche nach Gerechtigkeit: Ken Duken im Interview zum DVD-Start von „Max und Helene“.

Ken Duken Interview zum Film „Max und Helene“
Szene aus dem Fil "Max und Helene"
© Schröder Media
Ein Krieg. Eine Liebe. Ein Schicksal. Viel Leid. Die Suche nach einer Rache-Gelegenheit. Das Finden der Gerechtigkeit. Ein Happy End.

Doch bei einem Schicksal blieb es im Zweiten Weltkrieg leider nicht: Das von Max und Helene, aus dem gleichnamigen Film des italienischen Regisseurs Giacomo Battiato, teilten viele Paare. Eine Liebe, die das unendliche Leiden des Krieges überdauert und übersteht? Die zu verzeihen, aber nicht zu vergessen lernt und lehrt?

Venedig in 1944. Der jüdische Student Max wird von den Nazis gefangen genommen. Seine französische Verlobte Hélène gibt vor, ebenfalls Jüdin zu sein. Sie werden gemeinsam nach Polen deportiert und heiraten im Zug auf dem Weg „dorthin“ … Dann die Flucht, einige Tage in der Freiheit, mitten im Nichts, nur mit Liebe im Gepäck. Eine viel zu schnelle Festnahme durch Nazis und die schmerzende Trennung. Max überlebt das Exekutionskommando und schließt sich der Widerstandsbewegung an. Hélène bleibt im Konzentrationslager und wird zum Opfer des sadistischen deutschen Offiziers Köller …

Ken Duken Interview zum Film „Max und Helene“
© Schröder Media
An dieser Stelle kommt der Heidelberger Schauspieler Ken Duken, u.a. bekannt aus „Inglourious Basterds“, als Köller ins „Spiel“. Wir dürfen ihm ein paar Fragen zum DVD-Start des Films „Max und Helene“ stellen. Diese beantwortet er knapp und wortkarg – er ist viel am Set unterwegs …

Ken Duken spielt gerne in den Kriegsfilmen: „Krieg und Frieden“, „Inglourious Basterds“, „Max Manus“ … Auch wenn er als kleiner Junge doch lieber „Mensch ärgere Dich nicht“ gespielt haben soll, nicht den „Krieg“. Ist es vielleicht sein „typisch deutsches“ Erscheinungsbild – groß, blond, blauäugig –, das ihm die Rollen als Folterer und Sadist in Kriegsfilmen verschafft? Ken Duken ist anderer Meinung: „Wahrscheinlich ist der Grund dafür, weil ich mich nie auf eine Rolle habe festlegen lassen. Ich habe mir als Schauspieler immer die Freiheit genommen, mir die Rollen auszusuchen, die ich spielen will.“

Das Thema des Films ist schwer: schwer verdaulich, schwermutig, schwer zu vergessen. Welche Gefühle und Gedanken hatte Ken Duken wohl, als ihm die Rolle eines Nazis in „Max und Helene“ angeboten wurde? „Ich kenne Giacomo Battiato schon lange. Das war schon mein vierter Film mit ihm. Es war in erster Linie die Entscheidung, wieder mit Giacomo arbeiten zu wollen!“

Doch Ken Duken spielt nicht nur Bösewichter, sondern auch Helden. Ihn reizen Kontraste, wie er im Interview zugibt: „Ich versuche immer, dem Bösewicht eine menschliche Nuance zu geben und ihn somit nachvollziehbar werden zu lassen. Und auch den Helden nie nur „strahlend und mit weißer Weste“ zu zeigen.“

Seine „Lieblings-Kriegsrollen“ lebt er im Film „Der Untergang der Laconia“: „Er verdeutlicht, dass man auch in der schlimmsten Situation noch menschliche Entscheidungen treffen kann“, erklärt Ken Duken.

Ken Duken Interview zum Film „Max und Helene“
Ken Duken und Marisa Leonie Bach
als Paar im Leben (oben, © Getty Images)
und am Set (unten, © Schröder Media)
Doch eine „menschliche Entscheidung“ bleibt für Ken Duken alias Sadist Köller im „Max & Helene“ aus. Zwar tritt er in diesem Drama nur selten vor die Kamera, aber den Schatten seiner Brutalität spürt der Zuschauer ganze 100 Minuten lang. Die Szenen, in denen man Ken Duken als Köller erlebt, sind brutal und lassen keinen Raum für „eine menschliche“ Nuance frei. Er vergewaltigt, foltert und mordet. Erst zum Ende hin erlebt ihn der Zuschauer „friedlich“, als einen vorbildlichen Schwiegersohn und Ehemann, an der Seite seiner „realen“ Ehefrau Marisa Leonie Bach. Für Ken Duken – eine „Doppelehe“, aber keine ungewohnte Sache: Die Beiden standen schon vor vielen Jahren für Giacomo Battiato in „Im Visier des Bösen“ vor der Kamera. So habe der Regisseur auch dieses Mal an das Schauspielerpaar gedacht. „Wir kennen und schätzen uns sehr – und arbeiten sehr gerne zusammen!“, verfeinert Ken Duken auf die Frage hin, ob er leicht zwischen dem Privaten und Beruflichen „switchen“ kann.

Max überlebt den Krieg und findet erst 1960 heraus, dass Köller an Hélènes Tod schuldig sei. Fanatisch versucht Max ihn aufzuspüren um sich an ihm zu rächen. Während seiner Suche trifft er auf Simon Wiesenthal, den bekannten Nazi-Jäger, welcher ebenfalls hinter Köller her ist. Wiesenthal hält noch eine schockierende Nachricht für Max bereit …

Das Buch zum Film kommt von Simon Wiesenthal, dem österreichischen Juden, der selbst ein KZ-Häftling war. Wiesenthal, der noch Jahrzehnte lang nach NS-Verbrechern suchte und als Nazi-Jäger bekannt ist, hat sich die Herstellung von Gerechtigkeit für Millionen Holocaust-Opfer zur Lebensaufgabe gemacht. Ken Duken hingegen habe seine „Lebensaufgabe“ noch nicht genau definiert: „Ich möchte aber mit meinem Beruf dazu beitragen, dass eben diese wichtigen Lebensaufgaben anderer, wie die von Wiesenthal, nicht in Vergessenheit geraten und erzählt werden.“

Im „Max und Helene“ feiert Gerechtigkeit ihren Sieg. Mit „fairer“ Rache. Mit Bestrafung des Bösen. Mit Liebe, die alles überdauert und übersteht. Mit einem Happy End für Max und Helene.

 
 

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