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Die Verwandlung des Mathias E.

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Wenn die Zuschauer in der Neuen Flora das "Phantom der Oper" sehen, dann singt ihnen auf der Bühne ein besonderer Mann mit einer außergewöhnlichen Geschichte entgegen. Wir haben Mathias Edenborn in Hamburg getroffen.

Ein ganz normaler Tag ...

Phantom der Oper: Interview mit Mathias Edenborn
© Stage Entertainment
im Leben von Mathias Edenborn beginnt mit einer, zwei oder drei Tassen Kaffee, dann Fitnessstudio, ein bisschen Cardio, ein bisschen Stretching. Der große Schwede versucht, so viel Energie wie möglich zu sparen für die Magie seiner Verwandlung.

Mathias Edenborn ist eine Metamorphose gelungen, die umfassender kaum sein könnte. Vom erfolgreichen Profifußballer hat er sich zum gefeierten Musicalstar entwickelt und haucht dem "Phantom der Oper" seit Ende 2013 Leben ein. Nun verwandelt er sich jeden Abend vom hochgewachsenen, schönen Schweden in das missgestaltete, rachsüchtige Phantom, das in den dunklen Schatten seiner Oper lebt.

Manche Wünsche wohnen im Herzen

Phantom der Oper: Interview mit Mathias Edenborn
© Stage Entertainment
Das Leben ist Veränderung, kaum jemand veranschaulicht diesen Sinnspruch so wie Mathias. 1975 in Kiruna, im kalten einsamen Norden Schwedens geboren, wuchs er im wuseligen Stockholm auf. „Ich war ein normaler Junge und ich habe Fußball geliebt,“ erinnert er sich. Seine Liebe und Talent brachten ihn so weit, dass er 1993 mit dem AIK Stockholm schwedischer Meister wurde und ein Jahr später sogar bei der Championsleague gegen Barcelona auf dem Platz stand. Eigentlich schien alles klar. Aber „manche Wünsche wohnen im Herzen und manche verstehst du mit dem Kopf.“

Die Luft war irgendwann raus. Die Leidenschaft, die man für den Fußball unbedingt braucht, war weg, und ein neuer Weg tat sich wie von selbst auf: „Ich hab nie darüber nachgedacht, dass ich in meinem Leben vielleicht einmal professionell singen will. Aber als dann meine Fußballkarriere vorbei war, ist es mir ganz natürlich vorgekommen. Ich war nicht mal überrascht, obwohl es mir vorher nie in den Sinn gekommen war. Plötzlich hab ich Gesangsunterricht genommen und dann Tony in „Westside Story“ gespielt. Mein Herz hat irgendwie nach Hause gefunden.“

Ohne Vorbelastung

Phantom der Oper: Interview mit Mathias Edenborn
© Stage Entertainment
Ein Umschwung vom Fußball zur Musik. Da muss es doch eine Art „Vorbelastung“ gegeben haben. Eine Tante beim Theater, einen Vater, der nachts in schummrigen Kneipen Piano gespielt hat. Aber die Realität kommt ohne Spektakel aus: „Meine Mutter hat manchmal Klavier gespielt und dann haben wir Kinderlieder zusammen gesungen. Mein Papa war kein berühmter Jazzmusiker, oder so …“ Aber einen großen Bruder hat er, der ist musicalbegeistert und war sogar Spotlenker – ausgerechnet beim „Phantom der Oper“. Ein bisschen Schicksal war also doch dabei.

Das muss uns als Erklärung für ein echtes Phänomen reichen:
In nur sechs Monaten Gesangsunterricht hat sich Mathias verwandelt. Vom „Rennpferd“ voller Energie, das nicht erwarten kann, konzentriert auf den Platz zu stürmen, um zu kämpfen und zu schwitzen, zum Musicalstar, der Schmetterlinge im Bauch hat, bevor der Vorhang aufgeht, ein bisschen Angst hat, weil er sich emotional öffnen muss, sich aber vor allem auf die Vorstellung freut. Das wirkt grundlegend gegensätzlich, aber Mathias sieht auch Parallelen: „Als Darsteller müssen wir auf der Bühne auch eine Mannschaft sein. Wenn wir ein Liebespaar auf der Bühne spielen sollen, ist es nicht unbedingt wichtig, ob ich den Satz gut sage, sondern es kommt darauf an, wie es von meiner Partnerin aufgenommen wird. Wenn ich sage „Ich liebe dich“ und sie gerührt sagt „Oh danke, ist das wirklich wahr?"“, dann ist es wahr. Man muss zusammen kämpfen, wie im Fußball. Man spielt den Ball weiter, sucht eine neue Position, gibt seinen Mannschaftskameraden Platz zum Spielen."

Das Team beim „Phantom der Oper“ ist gut trainiert, kann sich aufeinander verlassen. Das Ensemble spielt mit einer Leidenschaft und Freude, die sofort auf das Publikum überspringt. Mathias Ziel dabei ist es, das Publikum zu berühren, Mitgefühl für das Phantom zu erzeugen. Ja, Mitgefühl für ein Phantom, das aus Liebe zu seiner Christine mordet und erpresst. Die Eifersucht, die das Phantom empfindet, kann Mathias gut nachempfinden: „Eifersucht ist für mich auch eine Liebeserklärung. Viele denken, man darf nicht eifersüchtig sein. Für mich ist das nur ein Beweis, dass man jemanden liebt und nicht verlieren will.“ Der ultimative Liebesbeweis kommt für den Sänger dann aber glücklicherweise ohne solch dramatische Aktionen wie im Musical aus: „Emotionale Ehrlichkeit! Das man sich mit jemandem sicher fühlt, alles zugeben kann, was man ist und dass es dann auch akzeptiert wird. Wenn ich jemanden liebe, dann versuche ich, alles von mir zu geben.“

„Bitte jemanden um Hilfe!“

Phantom der Oper: Interview mit Mathias Edenborn
© Stage Entertainment
Sich selbst hat Mathias nicht immer geliebt. Als Kind wurde er in der Schule gemobbt und hatte vor allem Angst, „unglaublich viel Angst“. Nur beim Fußball fühlte er sich akzeptiert und die Konzentration auf dem Platz machte ihn (zumindest äußerlich) stark. Diese Sicherheit brach weg, als er sich vom Fußball abwandte. Es gab Zweifler, Bekannte, die ihn verdächtigten nun schwul zu sein und solche, zu denen der Kontakt einfach abbrach. Seine Entscheidung hat ihn Freunde gekostet und doch hat er sie keinen Moment bereut: „Ich war ziemlich erfüllt von dem Gefühl, dass es jetzt passt. Jetzt hab ich meinen Weg gefunden.“

Heute würde er seinem jüngeren Ich raten: „Bitte jemanden um Hilfe! Alleine kann man es nicht schaffen, angstloser zu werden. Ich würde ihm raten, jemandem zu erzählen, wie er sich fühlt, was er braucht und dass es ihm nicht so gut geht. Ich würde ihm heute raten: Sag was!“

Die Angst, über seine Gefühle zu sprechen, hat er heute überwunden: „Jetzt bin ich viel mehr ein Jammerlappen! Als 16- oder 17-Jähriger hatte ich äußerlich mehr Selbstvertrauen als jetzt. Heute habe ich meine Sicherheit in mir und äußerlich sieht man ganz leicht, wenn ich mich unsicher fühle.“ Für diese Wende hat Mathias eine einfache Erklärung: „Wenn man Achterbahn fährt als Kind, dann macht man sich keine Sorgen, weil man vertraut, dass alles funktionieren wird. Aber sobald man sich bewusster macht: Ich sitze hier in einer kleinen Karre. Was passiert, wenn diese Schraube da locker ist? Sobald man sich bewusster wird, was da eigentlich passieren kann, kriegt man plötzlich Angst. Wenn du dir bewusst machst, wer du bist, welche Schwächen du hast, dann fühlst du dich unsicher, weil du weißt, dass schlimme Sachen passieren können.“

Dieses Gefühl kennt er auch aus der Liebe: „In der ersten Beziehung ist alles vertraut. Dann denkst du, ich bin es wert geliebt zu werden. Und dann hast du deinen ersten Herzschmerz und bei der nächsten Beziehung hast du schon die Erfahrung gemacht, das kann böse enden und dann hast du Angst in dieser Beziehung.“

Ängste gehören zum Erwachsensein und dem Bewusstwerden also leider dazu. Aber wer sich in seinem Leben so umfassend und erfolgreich verwandelt hat, der hat keine Angst vor Veränderungen. Den verlässt der Mut nicht so schnell.

Das Leben ist Veränderung ist Mathias Edenborn.
 
 

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Unbekannter Gast  am 14.03.2016 14:10

ICH MAG DICH GERNR ICH WILL MITSPIELEN ?

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Unbekannter Gast  am 28.01.2016 16:55

MIRCO KUBALL
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MIRCO@MIRCO-KUBALL
FREUND

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Unbekannter Gast  am 14.01.2016 16:59

MIRCO@MIRCO-KUBALL.de

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