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Phil Vetter

Kleine Freunde und große Helden

Deine Songs sind größtenteils sehr melancholisch und das neue Album heißt ja auch „Sad Man Walking“. Würdest Du Dich selbst als melancholischen Menschen bezeichnen?

Also, ich habe auf jeden Fall eine Tendenz zur Melancholie. Während ich die Platte gemacht habe, hatte ich eine sehr schwere Phase, weil meine große Liebe mich verlassen hat. Da habe ich ganz schön mit Depression und Verzweiflung zu kämpfen gehabt.

Hat Dir die Musik aus dem Loch herausgeholfen?

Ich glaube sie hat mir geholfen, dass ich nicht so richtig reingefallen bin in dieses Loch. An der Musik konnte ich mich festhalten. Es war gut zu merken, dass ich auch in der schwersten Zeit noch dazu fähig war Musik zu machen. Das werden dann so kleine Freunde, diese Stücke an denen man arbeitet. Aber wie so Freunde halt sind gibt’s auch oft Streit (lacht).

Viele deutsche Künstler sagen, sie könnten sich am besten in ihrer Muttersprache ausdrücken. Hast Du Dich auch schon mal an deutschen Texten versucht oder war das für Dich nie ein Thema?

Doch. Meine Band „Garden Gang“ und ich sind damals an Ken Rose geraten, einen Produzenten aus Kalifornien, der hier in München gestrandet ist. Er hat mich zu der Zeit quasi entdeckt und mich irgendwie auch dazu gebracht meine eigene Arbeitsweise zu entwickeln. Er wollte mit mir eine Rockplatte machen, ich sollte aber deutsche Texte schreiben. Das war so die Zeit als Selig, Die Sterne und Blumfeld so fett oben waren. Naja, dann habe ich deutsche Texte geschrieben, die mir aber überhaupt nicht gefallen haben. Für mich ist die Sprache einfach nicht gut zum Singen. Ich hab’ halt gerne schöne Melodieführungen und wenn Du das im Deutschen machst, dann kommt’s immer so albern rüber. Ich bin ja auch mit englischsprachiger Musik aufgewachsen. Die ersten Platten, die ich gehört habe, waren Bob Dylan, die Beatles und Elvis. Als Kind habe ich die mit Kopfhörern rauf und runter gehört.

Welche Künstler haben Dich noch beeinflusst?

Oh, viele! Das Schlimme ist, dass mich ja alles unbewusst beeinflusst. Die alten Sachen von Leonard Cohen finde ich ganz toll. Jeff Buckley und Kiss natürlich auch. Kiss war musikalisch meine erste große Liebe.

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