Die Hamburger Band Ruben Cossani
Im Song „Ich versuche dann ruhig zu bleiben“ heißt eine Zeile „So wutentbrannt, das steht mir nicht.“ Wann wart Ihr zum letzten Mal richtig wütend?
Konrad: Als ich mit meinem Auto grad auf die linke Spur gewechselt war und just in diesem Moment alles an der Karre schlapp machte. Es ging nichts mehr! Na ja, ich bin dann irgendwie zwischen Acht Lkw’s und Zwanzig Autos auf dem Standstreifen zu stehen gekommen! Ich hatte 5 Stunden Verspätung!
Leo: Oh! Ich fuhr auch Auto, hatte ein Streitgespräch am Telefon (Autobahn)…Dann aufgelegt, wutentbrannt Gas gegeben und „ZAPP!“ geblitzt worden…35 km/h zu schnell! Scheiße!
Michel: Auf eine Wespe beim Mittagstisch draußen, in diesem Spätsommer.
Was hat es mit dem Stück „Montgomery Clift“ auf sich?
Konrad: Das erkennst Du, wenn Du das Album durchhörst. Es ist eine kleine Pause für die Ohren. Kurz mal abschalten und sich wundern.
Michel: Der Song ist kein Song, sondern Stille, gespickt mit Geräuschen. Für die Schatzsucher.
In „Frei für eine neue Illusion“ geht es darum, dass etwas in die Brüche gegangen ist und sich somit als Illusion herausgestellt hat. Angesichts dessen klingt der Songtitel und die Aussage im Song „Glück ist ein Phantom“ nicht besonders optimistisch…Haltet Ihr das wahre Glück für eine Utopie?
Konrad: Ich denke jeder hat Phasen im Leben in der er das Glück als Utopie betrachtet. Zumal, wenn wir ehrlich sind, sogar der eigene Partner zu weilen nur noch als Phantom wahrgenommen werden kann. Oder nicht?
Aber es gibt glücklicherweise die „guten“ Tage. Da ist alles ganz real und das Leben lächelt zurück! Das Eine wäre ohne das Andere nicht mehr als es selbst sein kann. Den Satz muss ich Platon schicken!
Leo: Ihr stellt Fragen….Haha….-Ach, ich denke man hat mehr Chancen als nur wenige oder eine einzige! (Chance = frz. Glück) Für mich gilt,- und ich glaube fest daran- man kann sich Glück auch erarbeiten! Damit meine ich nicht arbeiten im klassischen Sinne, sondern mit einer guten Portion Übersicht, Rücksicht und Selbstvertrauen die Dinge die da kommen angehen! Manchmal hilft aktives, „waches“ und aufmerksames Warten, dann bekommt man auch etwas zurück!
Michel: Glück an sich nicht, vielleicht eher das immer währende Glück.
Vielen Dank für das Interview!
Interview: Sarah Ollrog