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Stefan Gwildis im Interview

Passionierter Soulfan und deutscher George Clooney?

„Ich bin Soulfan“ singt Stefan Gwildis mit rauchiger Stimme auf seinem neuen Album „Wünscht Du wärst hier“. Mit dieser Nummer hat der bodenständige Sympathieträger den Klassiker „Soul Man“ von Isaac Hayes genial ins Deutsche übertragen. Neben tollen Eigenkompositionen wie „Wo bist Du grad?“ und „Wundervolles Wunder“ hat sich Stefan Gwildis auch auf dieser Platte wieder bekannten amerikanischen Soul- und Popklassikern gewidmet und ihnen ein deutsches Gesicht gegeben. Mittlerweile ist das zum Erfolgsrezept des Künstlers und seiner passionierten Band geworden. Wir wollten den charismatischen Hamburger Jung´, der ein bisschen Ähnlichkeit mit George Clooney hat, näher kennenlernen und haben ihn zum Interview gebeten. Locker flockig plauderte er in seiner sympathischen norddeutschen Art drauf los. Unter anderem erklärte er uns, inwiefern „Soul“ für ihn mehr als nur eine Musikrichtung ist und verriet außerdem, was tiefe Zweisamkeit ausmacht...

"Das Album hat einen großen nordischen Einklang"

Stefan Gwildis
Vor kurzem ist Dein neues Album „Wünscht Du wärst hier“ erschienen. Kannst Du ein bisschen was zu der Platte erzählen?

Diese Platte haben wir nicht wie sonst in Italien aufgenommen, sondern in Dänemark! Da sind auch die Fotos für das Album gemacht worden. Diesmal hat also alles einen großen nordischen Einklang. Inhaltlicher Bestandteil des Albums ist, dass man Teil eines Ganzen ist. Das findet in mehren Songs statt und wir wollten das auch bildlich unterstreichen. Da kommen wir auch schon zu den Songs. Diesmal ist es so eine Mischung aus Geschichten, die wir in Anlehnung an bekannte Soul- und Pop-Klassiker machen. Die andere Hälfte sind Eigenkompositionen, eigene Grooves und eigene Texte, wie ja sowieso immer. Aus dem legendären Song „Big Yellow Taxi“ von Joni Mitchell haben wir eine Version gemacht, die heißt „Wenn es weg ist“. Wir reden über Klimageschichten, über die Überfischung der Meere, das Verdrecken auf der Welt und da gilt es eben, sich das auch bewusst zu machen. „Wenn es weg“ ist bedeutet also, dass, wenn es einmal weg ist, dann ist es eh zu spät.

Ist das einer der Songs, der dir am meisten am Herzen liegt?

Das kann ich gar nicht so sagen. Im privaten Bereich gibt es noch ein paar andere Favourites, die eine große Rolle für mich spielen. Allen voran natürlich der Titelsong „Wünscht Du wärst hier“. Den widme ich meinem Vater, der im Juni verstorben ist und er soll eigentlich den irrealen Wunsch darstellen, dass man sich doch mal wieder in den Arm nehmen kann, obwohl man natürlich weiß, dass es nicht so sein wird. Wobei ich das auch mit allem Respekt und mit aller Einsicht sehen kann: Mein Vater hat ein langes Leben gehabt, das gut war und auch ein gutes Ende gehabt hat. Aber trotzdem ist man einer von denen, die am Bahnhof stehen und winken, die Abschied nehmen müssen und durch das Nadelöhr der Trauer zu gehen haben.

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