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Florian David Fitz im Interview zu "Die Lügen der Sieger"

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Er spielte bereits einen Arzt, einen Yoga-Lehrer oder sogar Jesus. Beim Interview mit Florian David Fitz zum Thriller "Die Lügen der Sieger" (ab 18.6 im Kino)sprachen wir mit ihm über seine neue Filmrolle als Journalist. Beim Gespräch lässt er aber uns ganz brav die Fragen stellen...

Florian David Fitz Interview Die Lügen der Sieger
© Heimatfilm
In Ihrem neuen Film spielen Sie einen Journalisten. Wenn Sie also mit mir die Fronten tauschen würden, für welches Ressort würden Sie sich entscheiden?

Also heutzutage kann man es sich als Redakteur wahrscheinlich gar nicht selber mehr aussuchen, aber wenn ich die freie Wahl hätte… Hmmm, also Innenpolitik wäre jetzt nichts so meins glaube ich. Außenpolitik wäre natürlich spannend, weiß aber nicht, ob ich der Typ dafür bin, um durch die Krisenherde der Welt zu jagen. Kultur wäre zu selbstreferenziell? Ich hab’s, wie wäre es denn mit Cartoons oder Satire?

Glauben Sie, dass die Presse eine Instanz der Wahrheit ist?


Wenn der Regisseur Christoph jetzt anwesend wäre, würde er milde lächeln, wenn das Wort Wahrheit fällt (lacht). Ich bin zwar auch jemand, der immer glauben will, dass es eine Wahrheit gibt, aber man muss sich einfach nur umschauen wie im Fall der Ukraine-Krise. Putins Wahrheit ist sicherlich nicht unsere Wahrheit. Es ist heutzutage wirklich sehr schwer zu beurteilen, was wahr ist, selbst wenn man die Fakten kennt.

Florian David Fitz Interview Die Lügen der Sieger
© Martin Menke
Das hört sich an, als würden Sie der Berichterstattung nicht mehr trauen?

Es ist doch so. Die Journalisten stecken in dem Dilemma, dass sie den Zwang haben eine Story erzählen zu müssen, damit sie so viele Leser wie möglich ansprechen. Da entfernt man sich auch schon ein Stück von der Wahrheit, in den man Sachen weglässt, um eine Geschichte draus zu machen. Und die Qualität leidet dann darunter.  Das geht ja den Filme- und Fernsehmachern ähnlich. Einerseits will man etwas mit Anspruch und Tiefe drehen, andererseits soll der Film natürlich von möglichst vielen gesehen werden.

Sind Sie ein Fan von Verschwörungstheorien?

Nee, null! Ich bin sogar ein Feind davon, weil ich sie hochgradig albern finde. Der Mensch versucht ja immer zu ordnen und Dingen eine Bedeutung beizumessen. Diese übergeordnete Kraft sucht er im Positiven. Und Leute, die sich aber an Verschwörungstheorien festhalten, sagen, dass es diese positive Kraft nicht gibt und sie lächerlich sei. Aber sie trauen komischerweise einer negativen Kraft, was ja genauso lächerlich ist. Natürliche existieren sehr weitreichende Bündnisse wie der Fall Edward Snowden gezeigt hat. Aber je mehr Leute von einem Geheimnis wissen, desto größer ist doch die Wahrscheinlichkeit, dass es eines Tages rauskommt. Und diese Weltverschwörungstheorien können doch gar nicht funktionieren. So klug ist der Mensch weder im Positiven noch im Negativen (grinst).

Florian David Fitz Interview Die Lügen der Sieger
© Martin Menke
Ihr Filmfigur „Fabian Groys“ lenkt sich in „Die Lügen der Sieger“ mit Glücksspiel ab. Schon mal Erfahrungen damit gehabt?

Ich bin einmal in meinem Leben im Casino gewesen und habe mir gesagt: „Hier sind 100 Euro im Einsatz. Mehr werde ich auch nicht ausgeben.“ Und wenn ich den Gewinn verdoppelt habe, dann lege ich die ersten 100 Euro beiseite und spiele dann mit dem Rest. Und genauso war es auch. Ich hatte Anfängerglück und habe dann die dazu gewonnen 100 Euro verspielt und hatte den ganzen Abend Spaß. Das war’s. Dann ist man nicht so gefährdet, was Spielsucht betrifft, aber ich verstehe den Reiz, dass man nicht aufhören kann, sondern nochmal versucht, seinen Gewinn zu vergrößern.

Die Überwachung im Internet spielt ebenfalls im Film eine Rolle. Macht Ihnen das privat Angst?

Alles was ich im Internet mache, wird registriert. Nichts bleibt geheim, das ist doch klar. Wenn ich schreiben würde, dass ich Bombenpläne habe, dann würde es nicht lange dauern, bis mir Ärger droht. Wenn es nicht bereits solche Computerprogramme schon gibt, dann wird es sehr bald der Fall sein: Unsere Kommunikation wird nicht mehr nach Stichworten gefiltert, sondern komplett gelesen. Darauf kann man sich einstellen. Man darf aber nicht vergessen, dass es ein ganz einfaches Mittel dagegen gibt: sich aus der Online-Welt verabschieden. Klar, ein schwieriger Gedanke, aber dennoch nicht unmöglich.

Florian David Fitz Interview Die Lügen der Sieger
WomenWeb trifft den Frauenschwarm
Ihr letzter Film hieß „Lügen und andere Wahrheiten“, ihr aktuelles Projekt nun „Die Lügen der Sieger“. Wird es eine „Lügen“-Trilogie geben?

Nein (lacht), der nächste Film hat von Namen her nichts damit zu tun. Zusammen mit Matthias Schweighöfer drehe ich den Film „Der geilste Tag“, eine Komödie übers Sterben. Wir beide spielen die Hauptfiguren Benno und Andi und ich führe ebenfalls Regie. Nachdem ich bei „Hin und Weg“ mitgemacht habe, bei dem es thematisch um Sterbehilfe ging, habe ich auch gedacht, dass man es nicht lustig drehen kann, wenn man es ernst nimmt. Aber tatsächlich haben wir einen Weg gefunden, weil es die beiden Protagonisten so wollen. Warum an die traurige Zukunft denken und nicht im hier und jetzt leben? Und den einzigen Vorteil nutzen, dass man genau weiß, dass man in ein paar Wochen nicht mehr lebt. Man kann sich so viel Geld leihen, wie man will und muss es eh nicht zurückzahlen (lacht). Benno und Andi sind frei und können sich ganz auf die Suche nach dem geilsten Tag im Leben machen. Und wenn er dann stattgefunden hat, dann ist für beide Schluss.

Warum schlüpfen Sie so oft in Rollen, die physische oder psychische Defizite haben?

Das sind einfach die Figuren, die mir am nächsten kommen (lacht). Was gibt es Langweiligeres zu spielen, als eine Figur ohne Fehler? Das wäre der Tod aller schauspielerischen Freuden.

Vielen Dank für das Interview!

 
 

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