Eine einfache Faustregel besteht darin, dass höchstens ein Viertel der täglichen Nahrungsaufnahme über Säurebildner bestritten werden sollte. Dies ist gar nicht so schwer umsetzbar, wie es im ersten Augenblick vielleicht erscheinen mag: Schließlich gibt es außer den oben aufgeführten starken Basenbildnern eine ganze Reihe schwächer basenbildender sowie neutraler Lebensmittel, die zusätzlich zu den starken Basenproduzenten für die verbleibenden Dreiviertel in Frage kommt. So können Sie die verbleibenden Dreiviertel unter anderem mit Vollkorngetreide, reifem Obst und Nüssen füllen. Während die meisten Wurstsorten stark sauer sind, ist roher Schinken sogar schwach basisch. Lachsschinken, Parmaschinken, Bündnerfleisch und anderer Rohschinken sind also eine prima Alternative zu Aufschnitt wie Fleischwurst, Mettwurst etc.
Die oben gegebene Übersicht zeigt, dass es vor allem eiweißreiche Lebensmittel Vorsicht geboten ist. Selbstverständlich darf Eiweiß zwar nicht in unserer Ernährung fehlen, aber die meisten von uns nehmen sehr viel mehr davon zu sich als nötig und gesund ist. Der tatsächliche Bedarf liegt nur bei ca. einem Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Eiweiß aus pflanzlichen Lebensmittel ist dabei tierischem Eiweiß vorzuziehen.
Ein weiterer wichtiger Tipp besteht darin, möglichst wenig denaturierte Lebensmittel auf den Speiseplan zu setzen. Darunter versteht man industriell hergestellte Produkte, die aus mechanisch oder chemisch veränderten Zutaten produziert werden. Solche Fertiggerichte sind mit Vorsicht zu genießen, denn in der Regel haben sie säurebildende Eigenschaften.
Essen sollte man nur dann, wenn man auch tatsächlich Hunger verspürt, denn andernfalls ist der Magen nicht optimal zur Nahrungsverarbeitung bereit und stellt daher nicht genügend Basenpuffer für den Säureabbau im Körper zur Verfügung.
Überdies ist es empfehlenswert, auf ein spätes Abendbrot zu verzichten. Man sollte sich abgewöhnen, noch kurz vor dem Zubettgehen etwas zu essen, denn alles was man abends noch verzehrt, bleibt über Nacht im Darm liegen und kann dort höchstens durch saure Gärung abgebaut werden. Überhaupt empfiehlt es sich, die gesunde Funktion des Darms zu unterstützen in dem man ihn nicht mit schwer Verdaulichem belastet, aber auch nicht unterfordert. Der Darm spielt nämlich bei der Regulierung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Körper eine zentrale Rolle.
Außerdem gilt: Reichlich Flüssigkeitszufuhr stellt eine wichtige Unterstützung bei einer Übersäuerung verhindernde Ernährungsweise dar! Auch den Nieren kommt als Ausscheidungsorgan eine wichtige Funktion im Säure-Basen-Haushalt zu, und ihre Aktivität sollte gefördert werden. Trinken Sie also viel – zwei Liter am Tag sind das Minimum –, aber möglichst nicht während der Mahlzeiten, weil sonst durch Verdünnung des Nahrungsbreis die Verdauung erschwert wird. Geeignete Getränke sind Kräutertees und ungesüßte Fruchtsäfte sowie natürlich Mineralwasser ohne Kohlensäure. Falls Sie kohlesäurehaltiges Wasser bevorzugen, können Sie dieser Vorliebe jedoch ruhig nachgeben, denn der Abbau von Kohlensäure erfolgt durch die Lunge und ist relativ unproblematisch, so dass hierdurch keine allzu große Säurebelastung auftritt. Alkohol sollten Sie aus vielerlei Gründen meiden: Er ist säurebildend und entzieht dem Körper Wasser; zudem schadet er der Leber, die neben Magen und Nieren ein Schlüsselorgan für den Säure-Basen-Haushalt darstellt.
Die Einnahme von speziellen Basenpulvern ist bei bereits vorliegender Übersäuerung eine gute Möglichkeit, Basendefizite auszugleichen. Basenpulver sind Mineralstoffmischungen, die man fertig kaufen kann. Durch ihre Einnahme allein lässt sich der Säure-Basen-Haushalt allerdings nicht regulieren.