Die Möglichkeiten der Selbsthilfe haben ja auch Grenzen, wo muss man diese ziehen? Gibt es ganz generelle Leitlinien?
Die Möglichkeiten der Selbsthilfe hängen von der Erkrankung ab. Daher gibt es keine generellen Leitlinien. Der Erkrankte oder der Betreuer muss jeweils gut einschätzen können, wie weit er die Situation im Griff hat. Das hängt sehr von früheren Erfahrungen und Vorkenntnissen beispielsweise beruflicher Art ab. Im Zweifelsfall sollten Sie lieber einmal zu früh als zu spät den Arzt befragen. Bei der Behandlung steht die Beobachtung des Krankheitsverlaufes im Vordergrund – das gilt sowohl für die Selbstbehandlung als auch die Behandlung durch den Arzt. Nur wie schnell Krankheitsbeschwerden abklingen müssen und welche Begleiterscheinungen noch normal oder aber alarmierend sind, ist für den Laien häufig schwer einzuschätzen. Generell kann man sagen, dass jede Unsicherheit über die Brisanz von neuen Beschwerden ärztlich überprüft werden sollte. Hier gibt es natürlich große Unterschiede. Der eine ist eher ängstlich, unsicher, hat wenig Erfahrung; der andere ist mutiger und hat mehr Erfahrungen und kann mehr selbst behandeln. Doch jeder Patient kann sich weiterentwickeln: Wir Hausärzte haben eine Gesundheitsbildungsfunktion und versuchen, unsere Patienten zu erziehen, sich selbst besser helfen zu können.