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Alles zum Thema Aberglauben

Gesundheit! - Wieso sagen wir das eigentlich?

Aberglaube
Zur Zeit passiert uns das öfters: der Nebenmann oder die Nebenfrau niest - und wir wünschen ganz automatisch „Gesundheit!“. Aber wieso tun wir das eigentlich? Der Niesende ist womöglich gar nicht krank. Im Gegenteil: jemandem mit Heuschnupfen geht die ständige Gesundheit-Wünscherei womöglich ziemlich auf die Nerven. In anderen Ländern ist es beispielsweise gar nicht üblich, sich „Gesundheit!“ zu wünschen. Das Niesen eines anderen wird diskret überhört und der Niesende sollte sich sogar dafür entschuldigen. Einen sehr sympathischen Glauben, der mit dem Niesen verbunden ist, findet man auch in Japan. Dort heißt es, dass jemand irgendwo von einem spricht, wenn man niesen muss. Wie kommen wir aber nun dazu, uns nach dem Niesen „Gesundheit!“ zu wünschen?

Zeit, der Geschichte dieses Brauchs einmal nachzugehen...

Die Sitte, sich bei uns „Gesundheit!“ zu wünschen fußt – so lautet eine Variante der Erklärung – auf der indoeuropäischen Vorstellung einer Luft- oder Atemseele (Atman), die der Mensch besitzt. Beim Niesen drohte sie aber durch den heftigen Luftstoß aus dem Körper hinausgeschleudert zu werden, wie man damals glaubte. Wer niesen musste, lief also Gefahr, seine Seele zu verlieren. Das musste natürlich verhindert werden – was aber nur durch eine Zauberformel möglich war. Bei den alten Römern lautete diese Zauberformel „Jupiter schütze Dich". Man wünschte es jedem, der niesen musste. Zur Not wünschte man es sich auch selbst mit „Jupiter schütze mich“. Anstatt nach dem Schutz Jupiters zu rufen, wünschte man sich bei uns früher mit „Helf Gott!“ den Schutz Gottes. Oder auch einfach „Gesundheit!“, wie es bis heute üblich ist.

Es gibt aber noch eine weitere Erklärung für das „Gesundheit!“-Wünschen. Früher galt Niesen nämlich überhaupt als etwas Schreckliches: In Zeiten, als die Pest in Europa wütete, glaubte man, die Seuche beginne mit einem Niesen, das schließlich bis zum Tod andauert. Die einzige Chance, die Krankheit abzuwenden, war der Wunsch „Helfgott“ oder „Gesundheit“ von einem anderen. Abergläubische befürchten auch heute noch hinter dem Niesen ein schlechtes Zeichen. Weil sich dadurch womöglich Böses ankündigt, wünscht man sich „Gesundheit“ – gewissermaßen als Basis, alles Negative überstehen zu können. (ut)
Kommentar
 
unbekannter Gast
23.12.2010 16:29

Salz verstreuen gegen ungeliebte personen

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