Der Dalai Lama, das Oberhaupt der Buddhisten, wird als eine Wiedergeburt Buddhas angesehen. Der derzeitige Dalai Lama ist schon der 14. und so wie alle vor ihm wurde er als kleines Kind von Mönchen entdeckt, die in ihm die Reinkarnation des Buddhas sahen.
Im Buddhismus besitzt jeder Mensch ein Karma (wörtlich: Tun, Sich-Auswirken). Das bedeutet, dass auf jede Handlung eine Wirkung folgt, die der Handlung entspricht. So haben gute Handlungen Freude und Glück zur Folge und schlechte Handlungen Probleme und Leid. Karma bedeutet also nicht, einem vorbestimmten Schicksal ausgeliefert zu sein, vielmehr sind wir selbst diejenigen, die bestimmen, wie es uns geht. Es hängt vom Karma ab, als was man im nächsten Leben wiedergeboren wird. Hat ein Mensch viele böse Dinge getan, wird er, laut der buddhistischen Lehre als etwas Schlechtes wiedergeboren, wie zum Beispiel als Regenwurm.
Erst wenn man viele Leben gelebt hat, bekommt man die Chance Erleuchtung zu finden und ins Nirvana einzutreten. Das Nirvana ist mit dem christlichen Himmel zu vergleichen. Wer im Nirvana ist, ist erlöst. Diesen Zustand kann man nur durch ein achtsames Leben erreichen. Besonders durch Meditation schafft man es, den eigenen Geist zu zähmen. Dies führt nach und nach zum Erkennen der Wirklichkeit und zum Abschwächen der Ich-Zentriertheit und letztendlich zur Erlösung. Eine Möglichkeit zu meditieren ist, sich ruhig hinzusetzten und zu versuchen, den Kopf vollkommen frei zu machen. Seine Gedanken lässt man dabei einfach wie die Wolken an sich vorbeiziehen. Man konzentriert sich auf keinen Gedanken besonders, sondern bemüht sich, alles von sich abgleiten zu lassen.
Die Buddhisten leben, vergleichbar mit den Christen, nach Geboten. Das wichtigste und für Nicht-Buddhisten vielleicht etwas merkwürdig klingende Gebot ist: Das ganze Leben ist Leiden. Wie bereits erläutert, arbeiten die Buddhisten nur darauf hin, endlich im Nirvana sein zu dürfen. Das Leben müssen sie überstehen, um ihr Ziel zu erreichen. Trotzdem sind die Anhänger dieser Religion sehr friedliche und gute Menschen. Weitere Gebote sind, nicht zu lügen, nicht zu stehlen und schon gar nicht zu töten. Mit der Vorstellung des Karmas im Hinterkopf ist es leicht nachzuvollziehen, dass ein wahrer Buddhist stets bemüht ist, keine schlechten Taten zu begehen, denn er würde sich damit nur selbst schaden.