Sogar von hochamtlicher Seite wird dem "Huldufólk" Hochachtung gezollt: Bei Bauvorhaben wird zunächst geprüft, ob die Naturgeister von den geplanten Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt werden. Um dies herauszufinden, wird die Elfenbeauftragte Erla Stefánsdóttier zu Rate gezogen. Sie hat die Wesen kategorisiert und ihre Wohnsitze und Wege in eine "Landkarte der verborgenen Welt" eingezeichnet. So wurden schon Straßen extra in Umwegen um Hügel herum angelegt, um die laut Karte darin lebenden Elfen nicht zu stören.
In einer Stadt namens Grundafjördur befindet sich an der Hauptstraße zwischen den Häusern mit den Nummern 82 und 86 ein Felsen: Die Nr. 84 wird von Elfen bewohnt. Auch Privatleute legen bei ihren Bauplanungen Wert darauf, keine Elfenheime zu beeinträchtigen. Schließlich gibt es einige Anekdoten, nach denen all jene Bauherren schlechte Erfahrungen gemacht haben, die keine Rücksicht auf die Behausungen der Naturgeister genommen haben. So sollte einmal ein Stein bei einer Hühnerfarm gesprengt werden, weil der Besitzer die Farm erweitern wollte. Die Hühner, so wird erzählt, hörten daraufhin auf zu legen, so dass der Betrieb Konkurs anmelden und versteigert werden musste. Der neue Eigentümer aber, der den Stein verschonte, schrieb schon bald wieder schwarze Zahlen. Heute steht der Stein unter dem Schutz des staatlichen Museums Reykjavik und gilt als nationales Kulturgut.
Erla Stefánsdóttier sagt von sich, Elfen sehen und mit ihnen reden zu können. Außerdem behauptet sie, sogenannte Energielinien wahrnehmen zu können: blitzende, farbige Linien die von Berggeistern ausgesendet und alte, längst überwucherte Pfade anzeigen (solche Linien sind auch in China und bei den australischen Aborigines ein Begriff). Einwohner aus allen Teilen Islands reisen zu der Elfenkennerin, um von ihr Elfengeschichten aus ihren Heimatorten zu erfahren.