Für den Ablauf einer Teezeremonie gibt es detaillierte Vorschriften, die bereits bei den Vorbereitungen auf die eigentliche Zeremonie beginnen: Bevor die Gäste das Teehaus betreten, gehen sie einen Gartenpfad entlang, reinigen ihre Hände und spülen den Mund an einem Steinwasserbecken, um sich selbst vom "Staub des Alltags" außerhalb des Teehauses zu befreien. Auch der Schmuck im Teeraum ist nicht dem Zufall überlassen: Als Blumenschmuck dient z. B. stets nur eine einzige Blüte. Bei der Zeremonie an sich wird dann der Tee nach einer genau feststehenden Methode zubereitet. Jeder Handgriff von der Reinigung der Geräte bis über das Aufgießen des Tees bis hin zu der Weise, in dem man dem Gast die Teeschale reicht, ist exakt festgelegt.
Vielleicht erscheint Ihnen die Teeraumetikette nun fremd und streng, man wird jedoch reichlich belohnt, wenn man sich auf die Vorschriften einlässt. Das nur auf den ersten Blick etwas umständlich anmutende Zeremoniell ruft eine meditative Verzauberung hervor, die auch unerfahrene Teilnehmer als sehr beglückend empfinden. Man muss also nicht erst Meister werden, um die positive Wirkung der Teezeremonie zu erleben.