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Rollentausch

Papa ist die beste Mama

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Die Karriereberaterin und Schriftstellerin Svenja Hofert hat sich die Erziehung des gemeinsamen Sohnes mit ihrem Mann geteilt. Dabei übernahm der Papa sogar teilweise den Löwenanteil, laut Svenja Hofert aus einem simplen Grund: Er ist einfach die bessere Mama!

Papa ist die beste Mama

Rollentausch in der Erziehlung
Svenja Hofert
Zu diesem Thema hat die Autorin nun auch einen Ratgeber verfasst: "Papa ist die beste Mama".

Uns stand Svenja Hofert für ein Interview zur Verfügung.

WomenWeb: "Papa ist die beste Mama" – so lautet der Titel Ihres neuen Buches. Ist das wirklich so?


Svenja Hofert: Mamas werden von der Gesellschaft, von der Politik und von Wissenschaftlern bestimmte Eigenschaften zugeschrieben – Fürsorglichkeit etwa. Papas stehen für andere Dinge, etwa Unabhängigkeit. Sicher mag es sein, dass Frauen mehrheitlich so und Männer mehrheitlich so sind. Mich stört aber das Klischee daran, das die Eva-Herman-Fraktion im Moment zu wiederbeleben sucht. Da gibt es eine starke Strömung, die Frauen und Männer, Mütter und Väter in die Zwangsjacke vorgefertigter Rollenbilder schubsen will.

Diese vorgefertigten Rollenbilder gehen an der Realität weit vorbei, mindestens an der Realität im städtischen Umfeld. Nehmen Sie mich: Ich selbst habe mütterliche, aber auch viele Eigenschaften, die typischerweise Vätern zugeschrieben werden. Mein Mann macht viel, was als typisch "Mama" gilt – so backt er Kuchen. Ich ziehe mein Kind immer falsch an, zu kalt oder zu warm – dafür ernte ich oft mitleidige Blicke anderer Mütter. Mein Mann hat da ein besseres Händchen.

Auch bei anderen modernen Paaren beobachte ich, dass die Rollenzuweisung, die viele so intuitiv vornehmen, oft gar nicht stimmt. Ein Bekannter räumt seiner Frau und den Kindern immer alles hinterher. Die dazu gehörige Frau ist schusselig und denkt meistens an ihren Job. Von dieser Warte aus betrachtet kann eine Frau "Papa" sein und ein Mann "Mama". Mein Sohn sieht das genauso. Er sagt oft Papa zu mir und Mama zu meinem Mann. Wenn Sie ihn fragen, wüsste er nicht, was Papa von Mama unterscheidet. Es kann also wirklich so sein, dass Mamas im Sinne typischer Schubladendenke bessere Papas und Papas bessere Mamas sind. Deshalb mein Wortspiel.

Die Vorteile eines Rollentauschs

Rollentausch in der Erziehlung
© Benis Arapovic/Shutterstock.com
Was sind die Vorteile eines Rollentauschs von Mama und Papa?

Mann und Frau profitieren gleichermaßen, denn ein Rollentausch kommt beiden Bedürfnissen entgegen. Ich kenne keine gebildete Frau, die dauerhaft zufrieden ist mit ihrer Situation als Hausfrau. Die meisten wollen arbeiten, jedenfalls wenn Arbeit mehr ist als ein Abreißen von Stunden, eine innere Befriedigung bringt. Viele Frauen brauchen genauso wie Männer ein bisschen intellektuelles Futter, suchen Bestätigung, wollen etwas erleben können – der rein häusliche Bereich ist vielen einfach zu begrenzt.

In meiner Karriereberatung begegnen mir immer wieder Mütter, die nach drei, fünf, sieben Jahren gerne wieder einsteigen würden – doch in den Jahren der Kindererziehung haben sie ihr Selbstbewusstsein verloren, trauen sich nichts mehr zu. Es dauert lange, dies wieder aufzubauen. Viele geben den Versuch dann entmutig wieder auf – schade. Eine kürzere Auszeit wäre hier besser, denn je länger Wiedereinsteigerinnen draußen sind, desto mehr geht auch der persönliche Biss verloren und die Durchsetzungskraft – das macht das Finden einer adäquaten Stelle schwer.

Männer auf der anderen Seite würden gerne weniger arbeiten, um sich mehr der Familie widmen zu können. Unsere Generation hat in den 1970er und 1980er Jahren einen abwesenden Vater erlebt – das war für die Männer durchaus schmerzvoll, kaum ein Mann möchte das so wiederholen. Denn was wiegt eine tolle Karriere gegen ein Kinderlachen? In der „Nachberichterstattung“, also mit einem distanzierten Blick von außen, letztendlich wenig. Deshalb sind Männer zunehmend bereit, zeitweise auszusteigen. Doch ich habe keinen Mann getroffen, der bereit wäre, das – wie immer noch viele Frauen – dauerhaft zu tun.

Ich bin der Meinung, dass es die Extreme – nur Karriere oder nur Kind – nur dann geben sollte, wenn denn diese von beiden explizit und mit vollem Herzen gewünscht sind. Und dies ist aus meiner Sicht selten der Fall. Oft reden Eltern nicht mal darüber, Mütter schlittern genauso in ihre Rolle wie Väter. Da ist viel mehr Kommunikation nötig – schon bevor das Kind da ist.

Wir müssen aber allein deshalb mehr Rollen-Tauschen, damit Männer die Möglichkeit bekommen, kürzer zu treten und Frauen die Chance, zu arbeiten. Das erfordert eine radikale Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Die Personalentwicklungsabteilungen der Unternehmen denken darüber schon lange nach und sind dazu bereit. Gerade in den großen Unternehmen passiert eine Menge in Sachen Väterfreundlichkeit. Das hat dort ganz egoistische Gründe. Erstens brauchen Unternehmen zufriedene Männer und Frauen und die sollten auch in der Phase des Elternseins zufrieden sein. Zweitens müssen sich Unternehmen allein aufgrund des Fachkräftemangels auf die Bedürfnisse der Väter besser einstellen. Sonst laufen die „Guten“ nämlich zur Konkurrenz über, die zum Beispiel Home-Office-Tage oder die Vier-Tage-Woche anbietet.
 

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