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Wie erziehe ich mein Kind richtig?

Wolfgang Bergmann über moderne Erziehung

Wolfgang Bergmann ist Experte auf dem Gebiet der Kinderpsychologie und Lerntherapie und hat zahlreiche Bücher zum Thema Erziehung verfasst – wie zum Beispiel „Warum unsere Kinder ein Glück sind: So gelingt Erziehung heute“ oder „Die Kunst der Elternliebe“. In seinem neuen Ratgeber zeigt er auf, wie Familien- und Kinderglück möglich sind. Denn wenn es um Erziehung geht, stellen sich Eltern viele Fragen: Wie erziehe ich mein Kind richtig? Sollte ich es verwöhnen? Wie streng muss ich sein? Wieviel Fernsehen oder Computerspielen ist angemessen? Im Interview gibt Wolfgang Bergmann Antworten auf viele Fragen zum Thema Erziehung!

Welcher Erziehungsstil ist der richtige?

Wie erziehe ich mein Kind am besten?
Wolfgang Bergmann hat Antworten auf Erziehungsfragen
Sie sind Experte auf dem Gebiet der Kinderpsychologie und Lerntherapie und haben zahlreiche Bücher zum Thema Erziehung verfasst – wie zum Beispiel „Warum unsere Kinder ein Glück sind: So gelingt Erziehung heute“ oder „Die Kunst der Elternliebe“. Welcher Erziehungsstil ist denn nun – kurz gesagt – der richtige?

Kurz auf den Punkt gebracht: ausschließlich der liebevolle. Dies gilt für die ersten fünf Lebensjahre ausnahmslos, danach wird es im Einzelfall schwieriger. Etwas genauer gesagt: Durch die „Feinfühligkeit“ und Bindungssicherheit vorwiegend der Mutter, auch des Vaters und später anderer vertrauter Betreuungspersonen lernt ein Kind seine Gefühle, sein kommunikatives Handeln, lernt die Zuversicht, sich mit Kindermut auf die eigenen Beine zu stellen und die Welt zu erkunden. Nur auf dieser Basis erwächst ein sicheres Körpergefühl, das, wie wir aus neuen Studien wissen, auch das Sprachgefühl durchdringt. Nur so lernt es die Grundordnungen der realen Welt, nur so lernt es schließlich Emotionalität und Sprache und die Fähigkeit, sich in sozialen Situationen sicher zu fühlen und sich in ihnen zu „spiegeln“

Im Animationsfilm CORALINE, der am 13. August in den Kinos startet, bekommt die kleine Coraline Jones von Ihren „anderen“ Eltern, die sie in einer Parallelwelt trifft, jeden Wunsch erfüllt, während ihre „echten“ Eltern kaum Zeit für sie haben. Wie können sich diese beiden Erziehungs-Extreme jeweils auf Kinder auswirken?

Beide sind falsch. Verwöhnung ist nicht Liebe, oft ist sie das Gegenteil. Auf der anderen Seite sind Kinder, die über eine allzu lange Zeitdauer sich selber überlassen sind, unsicher in ihrem Selbstgefühl, unsicher in ihren Beziehungen zu anderen Menschen und sogar zu der Welt der Objekte. Vernachlässigung jeglicher Art mindert die soziale und geistige Fähigkeit eines Kindes entscheidend. Seltsamerweise erzeugen zu viel Verwöhnung und zu wenig Zuwendung und Bindung haargenau dieselben Verhaltensstörungen, wozu u.a. Unruhe, Konzentrationsmangel, soziale Inkompetenz usw. gehören.

Welche Irrtümer über „richtige“ Erziehung halten sich bei Eltern am hartnäckigsten?

Am hartnäckigsten hält sich der Irrtum, dass man ein Kind fortwährend lenken und leiten, fördern und dann wieder kontrollieren müsse – die armen Eltern kommen ganz außer Atem dabei. Dabei sollten sie doch wissen, dass ein Kind ganz von allein zu blubbern und plappern, zu krabbeln, zu laufen und zu sprechen beginnt. Sie wissen auch, dass ein Kind Mama und Papa und Teddybär heiß und innig liebt und mit keinem der drei Streit will. Auf dieser Grundlage ertragen Kinder ein manchmal notwendiges „Nein“, ganz ohne Strafandrohung und ohne barsche „Disziplin“.
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