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Das sollten Sie über Social Freezing wissen

Kinderwunsch – aber erst später!

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Beim Social Freezing geht es darum, den Kinderwunsch im wahrsten Sinne des Wortes „auf Eis zu legen“, bzw. hinauszuzögern. Junge Eizellen werden erst einmal eingefroren und sollen Jahre später, aufgetaut und eingepflanzt, die Chancen einer Schwangerschaft erhöhen.

Was ist das Besondere an Social Freezing?

Social Freezing bezeichnet eine Methode, bei der die unbefruchteten Eizellen einer Frau eingefroren werden. Kommt es später zum Kinderwunsch, besteht die Möglichkeit sie wieder einzupflanzen und leichter schwanger zu werden.

Welche Frauen entscheiden sich für Social Freezing?

Was Sie über Social Freezing wissen sollten
© Shutterstock / Brocreative
Social Freezing kann vor allem für Frauen eine Möglichkeit sein, die sich erst einmal auf ihre Karriere konzentrieren möchten. Eine Frau über 40 ist in der Regel nicht mehr so fruchtbar, wie mit Anfang zwanzig. Angesichts medizinischer Statistiken sinken die Chancen mit den Jahren, schwanger zu werden. Das Auftauen und Einpflanzen einer damals noch sehr jungen Eizelle, kann die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöhen. Auch Single-Frauen nehmen Social Freezing in Anspruch, in der Hoffnung so später, wenn der passende Partner gefunden ist, leichter schwanger zu werden.

Wie ist man auf die Idee gekommen, Eizellen einfrieren zu lassen?

Zunächst sollten junge Krebspatientinnen die Möglichkeit haben, ihre Eizellen vor dem negativen Einfluss durch Bestrahlung oder Chemotherapie zu bewahren. Werden die Eizellen vor der Behandlung entnommen und eingefroren, können durch späteres Einpflanzen genetische Schäden beim Kind vermieden werden. Heute wird die Methode auch von Frauen mit anderen Beweggründen in Anspruch genommen.  

Experten-Interview mit Dr. Breitbach

Was Sie über Social Freezing wissen sollten
Dr. Elmar Breitbach
Reproduktionsmediziner
Kinderwunsch-Praxis
Hannover-Bad Münder
www.kinderwunsch.com
Um Ihnen noch detailliertere Informationen zu vermitteln, haben wir mit Dr. Breitbach über das Thema "Social Freezing" gesprochen. Der Reproduktionsmediziner hat eine Kinderwunsch-Praxis in Hannover Bad Münder.

WomenWeb: Lieber Herr Dr. Breitbach, wie funktioniert Social Freezing genau?

Dr. Breitbach: Grundsätzlich funktioniert es wie eine künstliche Befruchtung, nur dass die Eizellen nicht befruchtet werden, sondern unbefruchtet eingefroren werden.

Über einen Zeitraum von gut einer Woche werden Medikamente verabreicht, die dazu führen, dass die Eierstöcke mehrere Eizellen produzieren. Insgesamt werden 10-15 Eizellen angestrebt. Die Eizellentnahme wird in einem kurzen ambulanten Eingriff in Narkose durchgeführt. Dabei werden die Eibläschen (Follikel) abgesaugt und die darin enthaltenen Eizellen noch am gleichen Tag für die spätere Verwendung eingefroren. Üblicherweise muss man dies einmal wiederholen, um 20-30 Eizellen zur Verfügung zu haben.

WW: Welche Kosten sind mit dieser Methode verbunden?

Dr. Breitbach: Die Lagerungskosten fallen jährlich an und betragen meist einige hundert Euro. Die Stimulation und das Einfrieren wird unterschiedlich abgerechnet, meist kostet es 3000 Euro pro Eizellentnahme.

WW: Wie alt sollte die Frau bei der Entnahme der Eizellen sein?

Dr. Breitbach: Friert man sehr jung ein, dann ist die Wahrscheinlichkeit, die Eizellen später zu benötigen, sehr gering (weil das Leben doch oft so läuft,wie man es sich wünscht und der richtige Partner zur richtigen Zeit für die Familienplanung zur Verfügung steht. Wenn man zu alt ist (> 35), sinkt die Wahrscheinlichkeit mit den Eizellen später schwanger werden zu können.

Am besten ist also das Alter zwischen 30 und 35

WW: Wie lange können die Eizellen im gefrorenen Zustand bleiben? Nach wie vielen Jahren sollten sie spätestens eingepflanzt werden?


Dr. Breitbach:
Theoretisch können sie ewig eingefroren bleiben. Die Frage ist also eher: Bis zu welchem Alter darf man die Eizellen noch verwenden, ohne die Gesundheit von Mutter und Kindern zu gefährden? "Fertiprotekt" (eine gemeinnützige Organisation zum Einfrieren von Eizellen bei jungen Frauen mit Krebserkrankungen (z. B. vor einer Chemotherapie)) empfiehlt eine Altersgrenze von 50 Jahren für ihre Klientel. Grundsätzlich kann/sollte man sich dieser Richtlinie auch für das "Social Freezing" anschließen.

WW: Welche Risiken sind mit der Methode für Mutter und Kind verbunden?

Dr. Breitbach: Grundsätzlich die gleichen Risiken wie bei einer Reagenzglasbefruchtung. Bei der Frau das Überstimulationssyndrom (durch spezielle Stimulationsprotokolle werden diese Risiken beim SF jedoch meist verhindert), Mehrlinge, Punktionsverletzung bei der Eizellentnahme, mehr Fehlgeburten (sicherlich auch vom Alter bei der Eizellentnahme abhängig). Es gibt Studien, die über ein höheres Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft berichten (Gestosen, Hochdruck etc.) und somit auch mehr Frühgeburten und Kaiserschnitte. Das sind aber alles Erkenntnisse aus der Eizellenspende. Die Zahl der Schwangerschaften nach SF ist noch nicht hoch genug für eine abschließende Beurteilung. Bisher wurde vor allem eingefroren, die Eizellen jedoch nur zu einem geringen Prozenzsatz auch wirklich genutzt.

WW: Wie viel höher sind die Chancen für eine Frau ab 40, mit Hilfe von Social Freezing schwanger zu werden, als auf dem natürlichem Weg?

Dr. Breitbach:
Es kommt darauf an, in welchem Alter die Eizellen eingefroren wurden. Und ob man 40 oder 45 Jahre alt ist.

Mit 40 ist die Chance, innerhalb eines Jahres schwanger zu werden (wenn alle Befunde in Ordnung sind) bei knapp 40 %. Mit 45 Jahren geht die Chance gegen Null. Aber schwanger werden ist ja nur der erste Schritt, leider sind Fehlgeburten auch sehr viel häufiger (mit zunehmendem Alter bis 50%).

Mit SF sind die Chancen auf die Schwangerschaft ähnlich hoch, wie sie es im Alter der Eizellentnahme waren. Also 30-50% pro Transfer und einer Fehlgeburtenrate von weniger als 20%. Je nach Zahl der eingefrorenen Eizellen ist die Chance auf eine ausgetragene Schwangerschaft insgesamt (kumulative Schwangerschaftsrate) auf 80-90% zu beziffern.

Garantien gibt es also leider keine.

 
 

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