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Kleiner Hochzeitsknigge

Kleiner Knigge: E - H

Eheringe:

Hochzeitsknigge
Foto: Pixelquelle
Bei der standesamtlichen Trauung werden sie nach dem Ja-Wort und dem Unterzeichnen der Eheschließungsurkunde ausgetauscht. Bei der kirchlichen Trauung werden die Ringe nach der Segnung angesteckt. Der Ehering wird traditionell am Ringfinger der rechten Hand getragen, doch daran halten sich immer weniger Paare.

Geldgeschenke:

Ein Brautpaar, das am Tag der Eheschließung schon einen kompletten Hausstand besitzt, braucht keine Blumenvasen und Geschirrtücher mehr. Um Derartiges abzuwenden, dürfen die Gäste auf Geldgeschenke umgepolt werden. Das Brautpaar kann beispielsweise auf der Einladung darauf hinweisen, dass ein Sparschwein aufgestellt und der Inhalt für einen Gegenstand von bleibendem Wert (z.B. Bild, Teppich) verwendet wird.

Heiratsantrag:

Die meisten Frauen warten, bis er sich äußert. Eventuell wird dem Auserwählten diplomatisch nahegelegt, endlich die Frage aller Fragen zu stellen. Noch passiert es relativ selten, dass die Frau dem Mann die Ehe nahelegt. An eine Form ist der Heiratsantrag nicht gebunden. Mann darf die Worte frei wählen, kann den Antrag persönlich, schriftlich, telefonisch, per Fax oder E-Mail machen und braucht außer der volljährigen Braut niemand zu fragen. Und wenn sie "einen Korb" gibt, ist das ihr gutes Recht.

Hochzeitsanzeigen:

Schriftliche bzw. gedruckte Hochzeitsanzeigen gehen an Leute, die nicht zur Hochzeit eingeladen werden, aber informiert sein sollen. Bei einer Vorankündigung (Wir heiraten am...) unterschreibt zuerst die Braut mit ihrem Mädchennamen, dann der Bräutigam (Karin Müller und Michael Kunz). Auf der nachträglichen Mitteilung (Wir haben geheiratet...) heißt es je nach Namenswahl Karin und Michael Kunz, Karin Müller-Kunz und Michael Kunz usw. Auch die Eltern können die Trauung ihrer Kinder in einer Vorankündigung oder einer nachträglichen Mitteilung anzeigen. Wer eine Hochzeitsanzeige erhält, gratuliert dem Brautpaar schriftlich oder persönlich (telefonisch). Ein Geschenk ist möglich aber nicht zwingend.

Hochzeitsanzug:

Hochzeitsknigge
Foto: Pixelquelle
Ein Mann darf heute fast in jedem Outfit das Ja-Wort sprechen. Zum weißen Brautkleid ist freilich ein dunkler Anzug das Mindeste. Gebräuchlich ist der Smoking, der - obwohl ein klassischer Abendanzug - durchaus ganztags getragen werden darf. Das Gleiche gilt fürs Dinnerjacket und den Stresemann. Der Cut passt nur zu einer großen Hochzeit und sollte nach der kirchlichen Trauung am Vormittag z.B. gegen den Smoking ausgetauscht werden. Der Frack kommt bei noch größeren Hochzeiten zum Einsatz. Der Bräutigam trägt ihn zur Trauung am Vormittag, kleidet sich anschließend um und wirft sich nach 19 Uhr wieder in den Frack.

Hochzeitseinladungen:

Sie werden normalerweise schriftlich bzw. gedruckt per Post verschickt. Unter sehr jungen Leuten mit entsprechendem Equipment sind auch E-Mails oder Faxe möglich. Die Einladungen sollten vier bis sechs Wochen vor der Hochzeit verschickt werden. Der Empfänger muss erfahren, wer wann heiratet und wo die Feier stattfindet. Wichtig ist der Zusatz "u.A.w.g. bis..." ("um Antwort wird gebeten bis..."), denn das Brautpaar möchte wissen, wieviele Gäste es erwarten darf. Möglich sind auf der Einladung weitere Hinweise z.B. zur Kleidung (z.B. "Bitte in Tracht erscheinen"), zu den Geschenken (z.B. "Geschenkliste folgt") oder zur Unterbringung der Gäste (z.B. "Zimmer im Gasthof Sonne"). Die Antwort auf eine Einladung kann schriftlich oder mündlich (telefonisch) erfolgen.

Hochzeitsgeschenke:

Meist werden sie überreicht, wenn das Brautpaar vor der Feier die eintreffenden Gäste begrüßt. Hilfreiche Hände (z.B. die der Brautjungfern) bauen die Geschenke auf einem für alle sichtbaren Tisch dekorativ auf. Ausgepackt werden sie entweder am sehr fortgeschrittenen Abend unter reger Teilnahme der Gäste (dann kann sich das Brautpaar gleich persönlich bedanken) oder erst, wenn alle weg sind. Hochzeitsgeschenke - auch wenig geliebte - werden auf keinen Fall weiterverschenkt. Das bringt nämlich angeblich Unglück.

Hochzeitsnacht:

Wo sie stattfindet, entscheidet heute allein das Brautpaar: In den eigenen vier Wänden, im Haus ihrer oder seiner Eltern, im Hotel etc. Ins eigene Heim lässt sich die Frau über die Schwelle tragen.

Hochzeitstorte:

Wie immer sie auch aussehen mag, ob ein- oder mehrstöckig, eine Zutat darf keinesfalls fehlen: Marzipan. Es besteht nämlich u.a. aus Mandeln, und die verheißen Glück in der Liebe. Serviert wird die Torte normalerweise zum Nachmittagskaffee, sie kann aber auch um Mitternacht den Abschluss der Feier bilden. Anschneiden muss das Brautpaar gemeinsam: Die Braut hält das Messer, der Bräutigam legt seine Hand auf ihre und führt. Zuerst werden die Ehrengäste bedient, dann erhält jeder Gast ein Stück.

Hochzeitszug:

Geht das Brautpaar gemeinsam in die Kirche, formiert sich der Hochzeitszug so: Brautführer und Brautjungfern - Blumen streuende Kinder - Brautpaar - Brautmutter rechts vom Vater des Bräutigams - Brautvater links von der Mutter des Bräutigams - nahe Verwandte (Geschwister, Großeltern, Paten) - entfernte Verwandte - Freunde und Bekannte. Beim Einzug in die Kirche geht die Braut links vom Bräutigam zum Altar, beim Auszug aus der Kirche geht die nunmehr Ehefrau rechts von ihrem Angetrauten.

Kommentar
 
unbekannter Gast
10.03.2010 17:23

Schöner Artikel und besonders der Knigge von A-D und von E-H ist eine perfekte Ergänzung als Knigge fürs Hochzeitspaar. Wer auf einer Hochzeit Gast oder Trauzeuge ist findet auch wunderbare Benimmregeln unter http://www.hochzeit-knigge.de.

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