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Zusammenziehen oder nicht?

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Irgendwann in einer glücklichen Beziehung kommt eine wichtige Frage auf: Sollen wir zusammenziehen? Aber wann ist der richtige Zeitpunkt für eine gemeinsame Wohnung? Ist es eine Belastung für die Beziehung, wenn man plötzlich nicht nur Bett, sondern auch Bad, Küche und Wohnzimmer teilt?

Ab wann zusammenziehen?
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die gemeinsamen vier Wände gekommen © drubig-photo/Fotolia
Für die meisten Paare stellt sich früher oder später eine wichtige Frage:

„Sollen wir zusammenziehen oder ist unsere Beziehung noch nicht reif dafür?“


Die Antwort darauf und die Beweggründe, die Paare für ihre Entscheidung haben, sind ebenso individuell wie die Beziehung selbst. Wenn Paare sich oder einander fragen, ob der Zeitpunkt gekommen ist, um einen gemeinsamen Hausstand zu gründen, wird immer auch die Beziehung selbst noch einmal kritisch auf den Prüfstand gestellt. Es ist immerhin eine weitreichende Entscheidung, den nächsten Schritt zu tun und sich für ein gemeinsames Zuhause zu entscheiden.
Bei der Frage, ob eine Beziehung bereit für das Zusammenziehen ist, geht es immer auch um die Definition individueller Bedürfnisse. Nähe und Freiräume sind dabei ganz zentrale Aspekte, denn wenn ein Paar in dieser Hinsicht sehr unterschiedliche Vorstellungen hat, mag es schwierig werden, den Alltag in einer gemeinsamen Wohnung zu gestalten. Es ist deshalb ganz wichtig, als Grundlage für die gemeinsame Entscheidung die Vorstellungen und Erwartungen zu definieren, die jeder Partner im Hinblick auf die erste gemeinsame Wohnung hat. Dabei ist Ehrlichkeit das oberste Gebot, denn Paare, die unter falschen Voraussetzungen zusammenziehen, werden es im Alltag deutlich schwieriger haben, ein harmonisches Miteinander zu gestalten.

Gibt es den perfekten Zeitpunkt?

Ab wann zusammenziehen?
Wenn die Liebe noch frisch ist, sind Träume von einem
gemeinsamen Zuhause wunderschön.
©detailblick-foto/Fotolia
Die meisten Menschen sind davon überzeugt, dass es für viele wichtige Dinge im Leben einen richtigen Zeitpunkt gibt. Wer sich zur rechten Zeit für etwas entscheidet, hat demnach deutlich bessere Erfolgsaussichten. So geht es auch vielen Paaren, die den richtigen Moment für die erste gemeinsame Wohnung suchen. Sie stellen sich die Frage, wann der perfekte Zeitpunkt gekommen ist.

Die Antwort ist ebenso simpel wie unbefriedigend: Den perfekten Zeitpunkt zum Zusammenziehen gibt es nicht! Auch wenn sich so mancher wünscht, einen festen Richtwert für die Entscheidung zu haben, hängt es einzig und allein vom individuellen Status der Beziehung ab, ob ein Zusammenleben funktionieren kann oder nicht.

Manche Paare sind nach wenigen Wochen dazu bereit, auch ihren Alltag komplett zu teilen, andere lassen sich lieber etwas mehr Zeit und bewahren sich ihren individuellen Freiraum über mehrere Jahre, bevor sie sich ans erste gemeinsame Zuhause wagen. Wer frisch verliebt ist, sieht die Beziehung häufig durch eine rosarote Brille und kann sich nichts Schöneres vorstellen, als jede freie Minute mit dem geliebten Partner zu verbringen. Deshalb träumen vor allem frisch Verliebte häufig bereits in den ersten Wochen von einer gemeinsamen Wohnung. Bevor sie diesen Schritt tatsächlich wagen, sollten sich Paare allerdings darüber klar werden, dass sich die Gefühle in einer Beziehung im Laufe der Zeit verändern und die erste Verliebtheit früher oder später verfliegt. Im Idealfall macht sie einer noch tieferen Verbundenheit Platz, die auch in der Lage ist, den Alltag gemeinsam zu meistern. Trotzdem ist vor allem das Zusammenziehen ein großer Schritt, der nicht einzig und allein aus der ersten Euphorie heraus gewagt werden sollte.

Der Trend geht allerdings aktuell eher zum frühen Wechsel in die gemeinsame Wohnung. Eine Studie des Immobilienportals Immonet hat ergeben, dass über 33 Prozent aller Befragten bereits im zarten Alter von 17 bis 21 Jahren den Schritt ins gemeinsame Zuhause wagten. Die Mehrheit der Paare, nämlich 42 Prozent, entschied sich aber im Alter von 22 bis 30 Jahren für das Zusammenziehen. Das Zusammenleben mit dem Partner scheint also auch für junge Menschen noch immer ein attraktives Lebensmodell zu sein.

Unromantisch aber nützlich: Rechtliches für zusammenziehende Paare

Zugegeben, rechtliche Hintergründe und Verwaltungsthemen gehören nicht gerade zu den romantischsten Aspekten der ersten gemeinsamen Wohnung, trotzdem sollten Paare sie nicht außer Acht lassen und sich auch über Themen wie die richtige Formulierung des Mietvertrages und wichtige Versicherungen für den gemeinsamen Hausstand informieren. Der Interessenverband Mieterschutz e.V. hilft in rechtlichen Fragen zur ersten gemeinsamen Wohnung gerne weiter.

Ab wann zusammenziehen?
Nicht immer unterzeichnen Paare den Mietvertrag
gemeinsam.
©philipimage/Fotolia
1. Der Mietvertrag
Die meisten Vermieter sehen es gerne, wenn beide Partner im Mietvertrag stehen, damit im Problemfall auch beide zur Verantwortung gezogen werden können. Für Paare ist die Entscheidung aber nicht immer ganz so einfach.

Rechtlich geht es hier um die so genannte Nichteheliche Lebensgemeinschaft. Haben beide Partner den Mietvertrag unterschrieben, gelten sie als Gesamtschuldner und sind dem Vermieter gegenüber beide gleichermaßen verpflichtet. Gleichzeitig leiten sich daraus aber auch die gleichen Rechte für beide Mietparteien ab. So ist es zum Beispiel bei einem gemeinsamen Mietvertrag grundsätzlich nicht möglich, dass ein Mieter allein den Vertrag kündigt. Im Falle einer Trennung müsste das Paar gemeinschaftlich den Mietvertrag kündigen. Der Vermieter ist nicht verpflichtet, einen Mieter allein aus dem Mietvertrag zu entlassen. Es ist allerdings nach Absprache möglich, dass ein Änderungsvertrag oder ein neuer Mietvertrag aufgesetzt wird, der nur noch einen der beiden Partner als Mieter der Immobilie beinhaltet.

Unterschreibt von vorneherein nur ein Partner den Mietvertrag, ist er der Hauptmieter und damit zunächst einmal allein in der Pflicht gegenüber dem Vermieter. Gleiches gilt, wenn die Wohnung eines Partners zukünftig zur gemeinsamen Wohnung auserkoren wird. In diesem Fall ist es möglich, mit dem Partner oder der Partnerin einen Untermietervertrag abzuschließen. In diesem Fall bleibt ein Partner der Hauptmieter der Immobilie, der Untermieter oder die Untermieterin erhält aber bestimmte Rechte und Pflichten, wie zum Beispiel eine Kündigungsfrist und die Verpflichtung, einen festgelegten Mietanteil zu leisten. Wird der Untermietvertrag gekündigt, bleibt der eigentliche Mietvertrag davon unberührt.

2. Versicherungen für zusammenziehende Paare
Entscheiden sich Paare für eine gemeinsame Wohnung, sollten sie ihren Versicherungsschutz überprüfen und an die neue Lebenssituation anpassen. Eine Hausratversicherung ist zum Beispiel ein guter Baustein, um das Hab und Gut in der gemeinsamen Wohnung zu schützen. Während Singles häufig noch darauf verzichten, sehen Paare oft einen großen Nutzen darin, die gemeinsame Einrichtung gegen Schäden und Diebstahl abzusichern. Ergodirekt hat ermittelt, dass 91,67 % der Versicherten auf eine Hausratversicherung nicht mehr verzichten möchten. Ein Grund dafür ist unter anderem die Tatsache, dass Paare bei der Einrichtung einer gemeinsamen Wohnung oft bereit sind, deutlich mehr zu investieren als in die Ausstattung eines Single-Haushaltes. Entsprechend höher werden die Verluste im Falle eines Einbruchs, eines Wasserschadens oder eines Wohnungsbrandes eingeschätzt. Mit einer Hausratversicherung fühlen sich Paare in ihrer ersten gemeinsamen Wohnung häufig besser geschützt.

Sparpotential gibt es bei der Haftpflichtversicherung. Für Paare, die einen gemeinsamen Hausstand haben, reicht nämlich in der Regel ein gemeinsamer Tarif für die private Haftpflicht aus, auch ohne Trauschein. Damit die Haftpflichtversicherung für beide Partner leistet, ist es notwendig, dass beide namentlich in der Police auftauchen. Wer sich für eine gemeinsame Haftpflichtversicherung entscheidet, sollte sich aber genau über die im Vertrag enthaltenen Leistungen informieren. Gegebenenfalls kann es notwendig sein, das Leistungspaket etwas aufzustocken, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Die erste gemeinsame Wohnung birgt Konfliktpotential

Ab wann zusammenziehen?
Nicht immer unterzeichnen Paare den Mietvertrag gemeinsam. ©Kzenon/Fotolia
Das Thema Zusammenziehen birgt eine Menge Konfliktpotential, das sich nicht erst zeigt, wenn der Umzug geschafft ist und der Alltag einkehrt. Schon die Frage nach dem Pro und Contra einer gemeinsamen Wohnung kann zu Streit führen. Gehen die Meinungen über den richtigen Zeitpunkt für das Zusammenziehen dramatisch auseinander oder trifft überschäumende Euphorie auf nüchternes Abwägen, können Erwartungen schnell enttäuscht und die gegenseitige Zuneigung in Frage gestellt werden. Aber auch nach dem Umzug in das gemeinsame Liebesnest kann so mancher Stein des Anstoßes den Weg des glücklichen Paares pflastern.

Dies sind die häufigsten Konflikte, mit denen sich Paare im Zusammenhang mit der ersten gemeinsamen Wohnung auseinandersetzen müssen:
1. Unterschiedliche Erwartungen an das Zusammenleben
Tipp:
Im Vorfeld die Erwartungen offen ansprechen. So lassen sich unangenehme Überraschungen und Unsicherheiten vermeiden.

2. Der Verlust von Freiräumen und Rückzugsmöglichkeiten
Tipp:
Vor dem Zusammenziehen klären, wieviel Freiraum jeder Partner sich wünscht und gemeinsam Regeln und Möglichkeiten festlegen, wie diese eingehalten werden können.

3. Unterschiedliche Erwartungen an die Mithilfe im Haushalt
Tipp:
Die anfallenden Hausarbeiten sollten gemeinsam aufgelistet und anschließend nach persönlichen Vorlieben und Abneigungen auf die beiden Partner verteilt werden. Wichtig ist, dass jeder seine Pflichten kennt und diese auch freiwillig übernimmt.

4. Unterschiedliche finanzielle Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der Beteiligung an den gemeinsamen Kosten
Tipp:
Die gemeinsamen Kosten sollten genau kalkuliert und möglichst gerecht aufgeteilt werden. Eine gute Möglichkeit ist zum Beispiel ein separates Konto für die gemeinsamen Fixkosten, auf die jeder Partner nach seinen Möglichkeiten einen monatlichen Betrag überweist. Über das übrige Budget darf jeder Partner frei verfügen.

5. Unterschiedliche Vorstellungen von der Einrichtung und Gestaltung der gemeinsamen Wohnung
Tipp:
Eine möglichst neutrale Einrichtung bietet viele Möglichkeiten, individuelle Gestaltungsideen einzubringen. Gehen die Vorstellungen hierüber deutlich auseinander, ist es zum Beispiel ein guter Kompromiss, wenn jeder Partner ein Zimmer nach seinen persönlichen Wünschen gestalten darf und der Rest der Wohnung neutral gehalten wird.


6. Unterschiedliche Vorstellungen von Sauberkeit und Ordnung
Tipp:
Die Bedürfnisse beider Partner sollten klar besprochen werden. Es ist wichtig, ein Mindestmaß an Sauberkeit und Ordnung zu definieren, mit dem beide leben können, und es im Alltag konsequent einzuhalten.

7. Persönliche Eigenheiten und Marotten gewinnen im gemeinsamen Alltag an Gewicht
Tipp:
Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit wirklich störende Marotten ansprechen und damit die Sensibilität des Partners oder der Partnerin für ungewöhnliches Verhalten steigern. Meist lässt sich schnell ein Kompromiss finden.

8. Der Alltag belastet die Beziehung mit Problemen und Konflikten
Tipp:
Probleme besprechen und Auszeiten schaffen. Auch im gemeinsamen Alltag sollte es immer wieder Oasen geben, die frei von Problemen gehalten werden.

9. Der Partner wird automatisch zur ersten Anlaufstelle bei Frust und persönlichen Problemen
Tipp:
Der Partner ist eine wichtige Stütze bei der Bewältigung kleiner und großer Alltagsprobleme. Trotzdem sollte er nicht der einzige Ansprechpartner sein. Gute Freunde oder die Familie können die Beziehung wirkungsvoll entlasten.

10. Lebt ein Partner sich zu sehr aus, kann sich der andere schnell nur als Gast in der gemeinsamen Wohnung fühlen
Tipp:
Für das Zusammenleben einen Ort wählen, den beide als gemeinsames Zuhause akzeptieren können. Jeder sollte die Möglichkeit haben, seine individuellen Vorstellungen der eigenen vier Wände umzusetzen und sich einzubringen.

11. Im gemeinsamen Alltag sinkt zunehmend die Bereitschaft, sich für den Partner oder die Partnerin zurechtzumachen
Tipp:
Sich auch in der gemeinsamen Wohnung immer wieder bewusst hübsch machen, auf Körperpflege und ein gepflegtes Äußeres achten. So bleibt die Liebe jung.
Ab wann zusammenziehen?
Ein gemütliches Zuhause sollte nicht dazu führen,
dass Paare gemeinsame Unternehmungen vernachlässigen.
©WavebreakMediaMicro/Fotolia
12. Die gemeinsame Zeit wird immer mehr in der gemeinsamen Wohnung verbracht, Unternehmungen werden seltener
Tipp:
Gemeinsame Unternehmungen sollten nicht auf der Strecke bleiben. Es ist wichtig, dass sich auch zusammenlebende Paare Raum für schöne Aktivitäten außerhalb der Wohnung schaffen.

13. Im gemeinsamen Alltag wird es schwieriger, sich kleine Geheimnisse zu bewahren
Tipp:
Kleine Geheimnisse sind das Salz in der Suppe einer Partnerschaft. Auch in der gemeinsamen Wohnung sollte Privatsphäre deshalb nicht gänzlich verloren gehen und jedem Partner sollte ein Ort bleiben, an dem er private Dinge auch ohne fremde Einblicke aufbewahren kann.

Viele der genannten Punkte tauchen im Rahmen des Zusammenziehens immer wieder einmal auf. Deshalb ist es wichtig, bereits im Vorfeld offen über die Dinge zu sprechen, klare Regeln festzulegen und gemeinsam Möglichkeiten zu ersinnen, wie die traute Zweisamkeit auch genügend Raum für jeden einzelnen Partner lässt. Auch in einer gemeinsamen Wohnung ist es möglich, Rückzugsorte zu schaffen und jedem Partner ein wenig Privatsphäre zu gönnen, denn die sollte auch beim harmonischsten Zusammenleben niemals völlig verschwinden.
 
 

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