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Der gebrauchte Prinz

Susanne Walsleben im Interview mit WomenWeb

Männer aus zweiter Hand
WomenWeb: Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein Buch über dieses Thema zu schreiben? Haben Sie es selbst mit einem „gebrauchten Prinzen“ zu tun gehabt?

Susanne Walsleben: Die Idee lag eigentlich fast auf der Hand: Immer mehr Scheidungen bedeuten eben auch immer mehr Secondhand-Männer (–Frauen auch, versteht sich). Interessant sind die gebrauchten Prinzen, weil sie Vorteile, aber auch Probleme mit in die Beziehung bringen. Ich habe zwar selbst keinen Secondhandmann geheiratet (obwohl ja alle Männer irgendwie gebraucht sind und wenn sie es nicht wären, käme es einem auch verdächtig vor), kenne aber viele Frauen, die sich mit der Situation mehr oder weniger schwer tun. Das war eigentlich der Anlass zu dem Buch: Frauen Mut zu machen, ihre Liebe zu leben. Und ihnen auch ganz handfeste Tipps zu geben.

WW: Wie sollte man an eine Beziehung mit einem Mann herangehen, der bereits eine Scheidung oder längerfristige Beziehungen hinter sich hat?

SW: Zuerst zählen natürlich die Gefühle, die man füreinander hat und wie man sich eine gemeinsame Zukunft vorstellt. Dennoch sollte keine Frau naiv oder blauäugig in so eine Beziehung gehen. Früher oder später wird sie mit den Problemen, die aus der ersten (zweiten oder auch dritten) Ehe resultieren, konfrontiert. Wenn der neue Partner Kinder aus einer früheren Beziehung hat, wird (und soll) er seine Pflichten als Vater ernst nehmen – und das hat natürlich enorme Auswirkungen auf die frische Liebe. Wichtig ist, dass eine Frau die Augen davor nicht verschließt, die nötige Gelassenheit behält, aber auch trotz aller Lust an der Zweisamkeit ihr eigenes Leben nicht gleich seinem anpasst.

WW: Würden Sie, aufgrund der Recherchen für ihr Buch sagen, dass die „gebrauchten Prinzen“ die Illusion vom Traummann zerstört haben?

SW: Nein, überhaupt nicht. Warum soll ein gebrauchter Prinz kein Traummann sein? Es ist aber auch eine Tatsache, dass ein Secondhandmann in der Regel mehr Probleme mitbringt als ein Single.


WW: Angesichts der hohen, stetig ansteigenden Scheidungsrate sehen sich Frauen, die eine Beziehung mit einem „Secondhandmann“ eingehen mit verschiedenen Problemen konfrontiert. Wie sehen solche Probleme aus?

SW: Da ist natürlich zuerst einmal eine Exfrau, da sind Kinder, häufig noch im Schul- bzw. im Vorschulalter. Ein gebrauchter Prinz hat daher meist Unterhaltsverpflichtungen, das Geld ist häufig knapp. Außerdem kann er als Vater nicht immer frei über seine Zeit verfügen. An den Wochenenden und auch in den Ferien werden die Kinder bei ihm sein. Eine Frau, die sich in einen gebrauchten Prinzen verliebt, muss das akzeptieren. Ursache der meisten Beziehungsprobleme mit gebrauchten Prinzen sind erfahrungsgemäß aber nicht die Kinder, sondern die Exfrauen. Ist die Ehe in Feindschaft auseinander gegangen, kann man davon ausgehen, dass sich die beiden Expartner auch noch nach der Scheidung bekriegen. Das kann eine neue Liebe sehr belasten.
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