Ursula Nuber hat für ihren Ratgeber eine Annonce in eine Zeitung gesetzt, in der sie dazu aufgefordert hat, ihr anonym Geheimnisse zu erzählen. Viele Männer und Frauen sind ihrer Bitte nachgekommen. Diese Geheimnisse sind im Buch der Diplom-Psychologin nachzulesen. Das Wahren eines Geheimnisses erfordert oft harte Arbeit und ein gutes Gedächtnis. In manchen Fällen jedoch ist es laut der Autorin besser, das Geheimnis zu lüften. Wann ein Geheimnis nicht länger bewahrt werden sollte, verraten ein Test und ein „Entscheidungsmodell“.
„Lass mir mein Geheimnis!“ beleuchtet Geheimnisse recht einseitig, also nur von der Geheimnisträger-Seite. Dessen ist sich die Autorin auch bewusst. Deshalb widmet sie den „Opfern“ das letzte Kapitel ihres Buches. Darin kann sie ihnen aber auch nicht wirklich eine Hilfestellung bieten.
Fazit:
Ein für Geheimnisträger interessantes und vermutlich erleichterndes Buch. Wahrheitsliebenden Menschen könnten Ursula Nubers Ansichten allerdings gehörig gegen den Strich gehen. Denn im Buch finden sich auch Kapitel wie "Geheimnisse ermöglichen ein zweites Leben". Man muss wohl kein Moralapostel sein, um den Gedanken, dass etwa der Partner ein zweites Leben führen könnte, eher als destruktiv denn als konstruktiv zu empfinden. Die Fallbeispiele, die im Buch veröffentlicht sind, überraschen, schockieren, sind unterhaltsam, interessant und wecken unsere Neugier. Leider ist die Opfer-Seite sehr vernachlässigt, aber Ursula Nuber versucht immerhin, deren Verständis für die Geheimniskrämer zu erwecken.