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Das Kuschelsutra von Rob Grader

Eine liebevolle Hommage an die Zärtlichkeit

Wie der Titel schon verrät, handelt es sich bei dem Buch „Das Kuschelsutra“ um die abgespeckte Version des Kamasutras. Es ist eine Anleitung zum Kuscheln, Händchen halten und Streicheln, wobei der Sex in den Hintergrund tritt. Dafür sorgt der Autor Rob Grader für mehr Zärtlichkeiten und Berührungen. Mit vielen niedlich-süßen Illustrationen, hat der Amerikaner ein quietschbuntes Bilderbuch für Erwachsene geschaffen.

Kuscheln statt Sex

Das Kuschelsutra
© S_vgstudio9
Etwa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett, das heißt es bleibt genug Zeit um sämtliche Arten der Liebkosung auszuprobieren. Vor allem das Kuscheln macht Spaß und hält gesund. Denn Studien des „Touch Research Institute der University of Miami“ haben ergeben, dass Berührungen einen positiven Einfluss unter anderem auf Depressionen, Asthma, Diabetes oder Migräne haben.

Lesen muss man im Kuschelsutra nicht viel, denn das Buch lebt von den 48 illustrierten Kuschelstellungen, die in kurzen, aber präzisen Absätzen erklärt werden. Diese sind zwar informativ, aber nicht wirklich einfallsreich. Genau wie die Namen, die sich Grader für jede einzelne Art des „Aneinanderschmiegens“ ausgedacht hat. So führt er das altbewährte „Gähn-Manöver“ genauso wie die allseits beliebte „Löffelchenstellung“ an. Aber auch weniger bekannte Knuddeleien kommen nicht zu kurz: So zum Beispiel „Die Pose“ die er für das Spazierengehen vorgesehen hat. Hier schlägt der Autor vor, sich wie beim Tangotanzen aneinander zu schmiegen, die Köpfe in dieselbe Richtung zu drehen und die Wangen aneinander zu pressen. Dem ist aber noch nicht genug, Grader empfiehlt in dieser Position einfach weiterzulaufen. Der Schmunzeleffekt bei der Lektüre bleibt somit natürlich nicht aus. An einigen Stellen findet man sich sogar selbst wieder und muss sofort an die tollen Kuschelstunden mit dem Liebsten denken.

Schön zu lesen ist vor allem die Einleitung, in der Grader einen kleinen Einblick in sein Privatleben gewährt, wie er mit seiner Frau den „Nationalen Tag des Kuschelns“ ins Leben ruft. Der Autor empfindet Kuscheln als reinste körperliche Kommunikation, die Glückshormone ausschüttet und Körper, Geist und Seele fit hält. Somit ist Kuscheln für ihn sogar intimer als Sex.

Gegliedert ist das Werk nach den Orten, an denen man laut Autor am Besten kuschelt: Bett, Couch und sonstige öffentliche Räume (wie z.B. Kino, Tanzfläche etc.). Wobei einige „Stellungen“ in der Öffentlichkeit sicher zu kindischem Kichern, Stolpern und Rotwerden führen würden.
Das 119 Seiten umfassende Buch ist ein nettes Geschenk für Zwischendurch, um sich an einem regnerischen Sonntag mal unter der Bettdecke zu verkriechen.

Das Kuschelsutra
© Leela Corman
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