Während Ihrer TV-Laufbahn halfen Sie Menschen, denen das Leben schwer zugesetzt hat. Herzschmerz und Liebeskummer waren feste Bestandteile Ihrer Themenschwerpunkte. Im Januar 2006 bekannten Sie sich erstmals zu Ihrer Beziehung zu einer Frau. Mit Anne Will outete sich jüngst eine weitere, beliebte Moderatorenkollegin. Was wünschen Sie sich im Umgang mit dem Thema Homosexualität? Würden Sie es begrüßen, wenn Prominente sich stärker für die Gleichbehandlung von Lesben und Schwulen einsetzen?
Dafür sollten sich nicht nur Prominente einsetzen. Das ist ja kein Phänomen, was Menschen aus dem öffentlichen Leben vorbehalten ist. Es gibt auf der ganzen Welt und in jedem Bereich Homosexuelle, und - ich zitiere mal Herrn Wowereit – das ist auch gut so. Meine Güte, ob homo- oder heterosexuell, ist doch völlig egal – finden wir uns damit ab.
Bereits während Ihres Studiums jobbten Sie als freie Mitarbeiterin bei Rudi Carrell. Vermissen Sie den verstorbenen, letzten großen Entertainer des Deutschen Fernsehens?
Ja, über seinen Tod war ich wirklich traurig. Nicht, weil wir uns ständig gesehen hätten, nein, aber er war für mich der Entertainer des deutschen Fernsehens. Ein Genie in diesem Bereich und er hatte sein Leben lang Spaß an seiner Arbeit.
Frau Int-Veen, erlauben Sie uns eine abschließende tierische Frage, da wir wissen, dass Sie Hunde lieben. Das Online-Frauenportal WomenWeb befragte kürzlich 3.642 Frauen und stellte diese vor die Entscheidung: Hund oder Mann, wer muss vor die Tür? 83 % entschieden sich für den Vierbeiner, welcher im Haus bleibt. Auch aufgrund Ihrer Talkerfahrung und den thematischen Umgang mit männlichen Wesen: Können Sie dieses Ergebnis nachvollziehen?
Das kommt auf den Grund an, würde ich sagen. Wenn der Mann den ganzen Tag auf der Couch sitzt und nichts macht, der Hund aber die Zeitung reinbringt, dann ist der Rauswurf berechtigt. Ansonsten stehe ich auf der Seite des Menschen. Ein Hund hat ja auch meistens ein dickeres Fell und ob Sie es glauben oder nicht – ich mag Männer sehr gerne.
(ed)