Claudia Tödtmann und Edgar Mrugalla, größter deutscher Kunstfälscher
Wenn Claudia Tödtmann über die Personen erzählt, die sie im Rahmen ihres Jobs schon getroffen hat, hört es sich an wie die Gästeliste bei einer Bambi-Verleihung. Die Journalistin hatte Gelegenheit, mit vielen interessanten Menschen lange Gespräche zu führen über Dinge, die sie umtrieben oder über sie persönlich.
Mit Paul Kirchhoff, Bundesverfassungsrichter, durfte sie beispielsweise über ein neues Steuergesetz sprechen. Den Starfotografen Jim Rakete besuchte sie für ein Portrait. Ebenso wie den umstrittenen Top-Manager Utz Claassen, als der eine Firma in Göttingen, einen der Weltmarktführer in Wägetechnik vor dem Untergang rettete. Gabriele Henkel erzählte ihr von ihrem verstorbenen Mann Konrad. Privatbankier Christoph Oppenheim traf Claudia Tödtmann in seinen edlen Räumen, als es der Bank noch gut ging. Oder die bedeutendste deutsche Filmproduzentin Regina Ziegler und ihre Tochter Tanja, die berichteten, wie es so ist, wenn Mutter und Tochter in derselben Firma arbeiten. Spitzenköche wie Harald Wohlfahrt oder Dieter Müller, TV-Koch Johann Lafer, Albert Darboven, der Kaffeekönig, der Verleger Benedikt Taschen, sie alle interviewte Claudia Tödtmann.
Einfaches Statement der Redakteurin zu ihrem aufregenden Job: „Es ist interessant, Promis wie Jette Joop, den Verleger Konstantin Neven Dumont, Beate Uhse oder Wirtschaftsgrößen wie den Geox-Schuhe-Inhaber Mario Polegato oder Unternehmensberater Jochen Kienbaum kennenzulernen.“
Ärgerliche und peinliche Erlebnisse
Das Journalistenleben hat manchmal auch Kurioses zu bieten, so erzählt die Pressefrau: „Mit einem Kollegen reiste ich eigens nach Hamburg, um ein Interview mit einem Textil-Manager zu führen. Wir fuhren mit ihm und seinem Chauffeur nach Celle in seinem Auto und führten das Interview während der Autofahrt. Mehr Zeit hatte er nicht für uns. Als das Interview fertig war, machte er im letzten Moment gegenüber der Chefredaktion einen Rückzieher. Warum? Weil er plötzlich zu der Überzeugung gekommen war, das Interview hätte besser sein Vorstandskollege geführt.
Ärgerlich ist es auch, einen Recherchetermin bei einem Wirtschaftskapitän samt Pressechef zu bekommen und dann – nach stundenlanger Anreise – endlos zu warten, ohne eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wasser und schon gar keine Kekse oder Brötchen.“ Auch über unangenehme Situationen weiß Claudia Tödtmann zu berichten: „Peinliche Minuten waren es, als ein mittelständischer Unternehmer seinen Montblanc-Kugelschreiber suchte, nachdem er ihn mir kurz geliehen hatte. Ich hatte den Stift auf seinen Schreibtisch zurück gelegt. Er fragte mich, ob ich das gute Stück gesehen hätte. So, als ob ich ihn heimlich eingesteckt hätte. Ich ging dann direkt mit ihm zurück in sein Arbeitszimmer und wie vermutet, lag der Stift auf dem Tisch.
Perplex war ich auch, als der Chef einer weltweiten Unternehmensberatung auf dem Absatz kehrt machte, weil ihm die Tische im Restaurant zu dicht beieinander standen. Er ging mit mir zu seiner Düsseldorfer Niederlassung. Als erstes blieben wir mit dem Lift im Keller stecken. Kein Handy-Empfang! Schließlich führten wir bei 36 Grad Celsius ohne Klimaanlage in den Büroräumen der Unternehmensberatung über drei Stunden lang das Interview.