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Erfolgsfrau des Monats Februar 2010

Nicole Scherbe ist mit 33 Jahren bereits Geschäftsführerin

Ein eingeschlagener Weg kann sich verändern

Nicole Scherbe im Interview – Teil 2

Nicole Scherbe
Nicole Scherbe
Können Sie Ihren Lebenslauf kurz skizzieren?   

Nicole Scherbe: Ursprünglich habe ich an der Universität Bamberg Sozialwesen studiert. Aufgrund eines Studienbegleitenden Jahrespraktikums bei der Bewährungshilfe des Landgerichtes Bamberg erkannte ich durch die Arbeit mit meinen damaligen Klienten, die allesamt Straftäter waren, dass ein einmal eingeschlagener Weg, der sich als falsch erwiesen hat, nicht für immer verfolgt werden muss. Nach Abschluss des Studiums arbeitete ich für einen freien Träger an einer Hauptschule im Landkreis Augsburg in der psychosozialen Beratung von Jugendlichen und Familien. Nach anderthalb Jahren übernahm ich die Verantwortung für einen Teilbereich und führte mit 24 Jahren 16 Mitarbeiter/innen. Ohne ein entsprechendes berufliches Netzwerk hätte ich keine gute Beratung leisten und ohne die Unterstützung einer Kollegin den Job als junge Führungskraft nur halb so gut bewältigen können.

Nach zwei Jahren wechselte ich zu den Bayerischen Arbeitgeberverbänden nach München, weil diese eine Referentin für Bildungspolitik suchten. Fast sechs Jahre lang lernte ich dort unter anderem das Handwerk der Lobbyisten, des Redens und Schreibens und des Projektmanagements. Meine Lobbyistinnen-Tätigkeit hatte wesentlichen Einfluss auf meine Persönlichkeit. Außerdem verspürte ich immer stärker ein großes Interesse für das Thema Veränderungsmanagement. Aus diesem Grund absolvierte ich von 2005 bis 2007 berufsbegleitend an der Universität Augsburg Systemische Organisationsentwicklung und Beratung.

Bei einer Tochtergesellschaft meines damaligen Arbeitgebers, der mbw, stand zu der Zeit ein Führungswechsel an. Der oberste Boss des Hauses bot mir die Geschäftsführung der mbw an. Ich nutzte die Chance nach reiflicher Überlegung und wechselte im Februar 2008 zur mbw.

Wollten Sie schon immer eine Firma leiten? Gab es auch andere Berufswünsche? Wenn Ja, welche und warum?   

Nicole Scherbe: Der Wechsel in die Geschäftsführung war nicht getrieben von dem Wunsch, unbedingt eine Firma leiten zu wollen. Ich glaube sogar, dass viele, die ausschließlich Führungskraft sein und schnell die Karriereleiter hinauf wollen - sich ziemlich schnell in eine persönliche Sackgasse bewegen und unter extremen Druck setzen. Führen heißt mehr, als nur einen besseren Status als andere zu haben. Es ist eine permanente Auseinandersetzung, ein Sich-selbst-in-Frage-stellen und Stellen-lassen-müssen. Es braucht Mut, zu seinen Entscheidungen zu stehen.  

Ich persönlich habe einen größeren Aktionsradius gesucht. Dass sich die  Geschäftsführung ergibt, war für mich nicht abzusehen, denn es gab andere Berufswünsche. Nach meinem Zweitstudium hätte ich mir auch gut vorstellen können, in eine Unternehmensberatung zu wechseln.
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