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Frauen in Bankvorständen - nach wie vor eine Seltenheit?

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Mann und Frau – in Deutschland gilt zwischen den Geschlechtern der Grundsatz einer Gleichbehandlung. Weder Frauen noch Männer dürfen hierzulande diskriminiert werden. Eine Anforderung, die in einigen Lebensbereichen scheinbar eher eine Worthülse ist. Prominentes Beispiel für die Debatte, ob Frauen auch im 21. Jahrhundert noch benachteiligt werden, ist die Besetzung der Vorstände und Aufsichtsräte in führenden Unternehmen. Die Führungspositionen sich anscheinend immer noch fest in Männerhand.

Frauen in Bankvorständen - nach wie vor eine Seltenheit?
© lipama (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Folgt man der Bundesregierung in den Ausführungen zum „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“, so waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht einmal sechs Prozent der Vorstandsposten von Frauen besetzt. Mit knapp 19 Prozent lag die Quote bei den Aufsichtsratsposten etwas höher. Lässt sich damit die Einführung einer Frauenquote rechtfertigen? Wie sieht die Situation speziell in der Bankenbranche aus? Hätte man nicht einfach auf die Selbsterkenntnis der Vorstände setzen können? Letztere Frage verneint die Bundesregierung ganz klar. Alle Selbstverpflichtungen der Wirtschaft haben scheinbar bisher nicht den gewünschten Erfolg nach sich gezogen. In diesem Artikel soll die Bankenbranche in Bezug auf ihre Frauenquote in den Vorstandsetagen etwas genauer unter die Lupe genommen und einige weibliche Bankvorstände vorgestellt werden.

Die Bankenbranche - ein Club von Männern?

Laut Bundesregierung hat die Wirtschaft in Bezug auf die Quote der Frauen in Vorstandspositionen einen klar zu erkennenden Nachholbedarf. Betracht man beispielsweise die 160 führenden Unternehmen in Deutschland, sind auf den Führungspositionen gerade einmal fünf weibliche Vorstandsvorsitzende zu finden. Dieses Missverhältnis zeichnet im Übrigen nicht nur die Bundesregierung als Argumentationshilfe für die Frauenquote nach.
Auch andere Studien deuten auf eine klare Männerdomäne in den Vorstandsetagen hin. Diese Tatsache lässt sich auch auf die Bankenbranche übertragen. Wie sich dieser Sektor in den letzten Jahren entwickelt hat, lässt sich beispielsweise anhand des Managerinnen-Barometers vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nachvollziehen.
Beispiel: 2013 verzeichnete man hier einen Anteil von 6,3 Prozent Frauen in den Bankvorständen (Top 100 der Banken und Sparkassen). Für Ende 2014 sah die Situation nur geringfügig besser aus. Man hat mit knapp sieben Prozent das Ergebnis lediglich leicht steigern können. Allerdings zeigen diese Zahlen überdeutlich, dass Frauen in Banken zwar einen hohen Anteil unter den Beschäftigten haben, in den Führungsetagen der Bankhäuser sind weibliche Vorstände allerdings nach wie vor eher selten anzutreffen.

Wichtige Fakten im Überblick:

 
-    Die deutsche Wirtschaft hat in punkto Frauenvorstände nach wie vor großen Nachholbedarf
-    Lediglich 5 Vorstandsvorsitzende in den 160 führenden Unternehmen sind Frauen
-    Im Bankenbereich liegt der Anteil der Frauen in Vorständen bei ca. 7%

Beispiele für Frauen in Bankvorständen

Fakt ist: Frauen scheinen in den Führungsgremien der großen Unternehmen leider nach wie vor keine wesentliche Rolle zu spielen. Offenbar bleiben die Männer hier lieber unter sich. Warum dies auch 2015 immer noch so ist, darüber soll an dieser Stelle nicht spekuliert werden. Stattdessen sollen nun einige Beispiele für weibliche Bankvorstände aufgezeigt werden:

-    Sylvie Matherat: Die 1962 geborene Französin wurde erst 2015 zum Mitglied in einem deutschen Vorstandsgremium – dem der Deutschen Bank. Hier hat die Französin die Aufgabe des Chief Regulatory Officer (ist unter anderem für die Regeleinhaltung zuständig) übernommen. Vorher war sie als Deputy Director General bei der Banque de France beschäftigt.

-    Maria Topaler: Am Beispiel von Maria Topaler zeigt sich, dass der Weg in den Bankenvorstand nicht vorgezeichnet sein muss. Die seit 2009 als Vorstand Kreditrisikomanagement bei der TARGOBANK tätige Maria Topaler wandte sich ursprünglich den Naturwissenschaften – genauer der Physik und Chemie - zu. Die Laufbahn im Bankensektor begann 1998 bei der Citigroup in New York. Die TARGOBANK gehört seit 2008 laut Onlinebanken.com zur französischen Credit Mutuel Gruppe, damals war die Bank noch unter dem Namen Citibank Deutschland bekannt.

-    Ingrid Hengster: Die bei der KfW für die Inlandsförderung zuständige promovierte Juristin kommt ursprünglich aus Österreich – genauer aus Linz. Bereits kurz nach ihrer Promotion stieg die 1961 geborene Ingrid Hengster in die Bankenbranche ein. Von der Österreichischen Kontrollbank führten Stationen über die UBS und The Royal Bank of Scotland Group (RBS).

Ist ein Wandel in der Branche zu erkennen?

Frauen in Bankvorständen - nach wie vor eine Seltenheit?
© geralt (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Grundsätzlich ist in Zukunft mit einem höheren Frauenanteil in den Führungsebenen der Unternehmen zu rechnen. Diese Entwicklung ist allerdings weniger auf die Erkenntnis der Manager zurückzuführen, dass Frauen mit männlichen Vorständen auf Augenhöhe stehen, vielmehr zwingt der Gesetzgeber die Unternehmen zum Einlenken. Und gerade aufgrund dieser Tatsache sind genauere Analysen letztlich auch so schwierig.
Ohne den gesetzgeberischen Zwang in Form einer Frauenquote würde es wahrscheinlich deutlich länger dauern, mehr weibliche Vorstände in die Chefetagen zu berufen. Aber: Zwang kann nicht das einzige Instrument sein. Gerade die Aufgabe eines Vorstands braucht Verantwortungsgefühl und Know-how. Wo Unternehmen und Branchen in der Vergangenheit in der „Nachwuchsförderung“ nur auf Männer gesetzt haben, kann auch ein Gesetz nur wenig ändern. Fehlen schlicht die richtigen Kandidaten für Führungsposten, lassen sich vakante Stellen nicht mit Frauen besetzen. Letztlich ist es nicht nur notwendig, mehr weibliche Vorstände zu berufen. Die Karriereleiter muss einfach für beide Geschlechter durchlässiger werden.

Fazit: Die Frauenquote ist nach wie vor zu niedrig

In den letzten Jahren hat die Politik immer stärker über Frauen in der Chefetage debattiert. Das Ergebnis ist ein Gesetz zur Frauenquote. Angesichts der aktuellen Situation in den Vorständen scheint dessen Verabschiedung überfällig zu sein. Trotzdem stehen längst nicht alle Frauen hinter dieser Regelung, denn es sollte in der heutigen Gesellschaft einfach selbstverständlich sein, dass gute Leistung geschlechterunabhängig belohnt wird.
 
In der Praxis bringen die Regelungen zudem gewisse Schwierigkeiten mit. Denn Versäumnisse in der Nachwuchsförderung aus Jahrzehnten lassen sich nicht über Nacht aufholen. Frauen werden daher auch in Zukunft erst langsam in den Vorständen zahlreicher zu finden sein. Die Branche ist dabei weniger entscheidend – doch wird der mittlerweile oft bessere Ausbildungsgrad weiblicher Hochschulabsolventen im Zusammenspiel mit dem Fachkräftemangel hier sicherlich eine positive Entwicklung anstoßen.

 
 

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