Fünf Jahre zu früh
vivian Naefe und Tochter Katie
Wenn die Filmregisseurin Vivian Naefe („Die wilden Hühner“) über ihre Mutterschaft nachdenkt, kommt sie zu dem Schluss, dass sie Tochter Katie Eyssen „ fünf Jahre später hätte bekommen sollen“. Zu einer Zeit nämlich, als die schwersten Kämpfe um berufliche Etablierung vorbei waren und sie das Kind nicht so oft Vater Remy Eyssen hätte überlassen müssen, der als Drehbuchautor und Schriftsteller viel zu Hause war.
Die kleine Tochter Katie litt unter den vielen Trennungen, „aber ich habe mich dann eben an meinen Vater gehalten“. Als Vivian es nach langem Kampf geschafft hatte, („ich schickte ständig Drehbuch-Exposées an alle möglichen Sender), war nicht nur der Kampf, sondern auch die Ehe am Ende. Erst mit Mamas neuem Freund lernte Katie ein normales Familienleben mit ihrer Mutter kennen – gerade noch rechtzeitig, um aus der Mutter-Tochter-Beziehung eine innige Nähe entstehen zu lassen. Heute sind Katie, die an der Film- und Fernsehhochschule in München studiert, und ihre preisgekrönte Mutter auch Kolleginnen. Denn Katie spielt öfter in Filmen ihrer Mutter mit. Einmal im Jahr fahren die beiden eine Woche zusammen in Urlaub: „Wir unternehmen viel und reden ganz viel miteinander“, lachen die beiden,die der gleiche Sinn für trockenen Humor auszeichnet. Auch wenn Mama Vivian lieber gesehen hätte, wenn Katie „etwas Sicheres, beispielsweise Medizin, gemacht hätte“, um ihr die Kämpfe und die Unsicherheiten eines Künstlerberufes zu ersparen.