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Alte Lieder unterm Trommelturm

Von Katrin Schreiter (Text und Fotos)

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In China gibt es rund 150 Millionenstädte. Doch auf dem Land leben noch ethnische Minderheiten, die ihre Traditionen pflegen – neuerdings auch für Touristen. Erleben Sie hier eine wunderschöne Fotostrecke über die Volksgruppe Miao.

Infos für Ihren China-Besuch


Anreise:
Zum Beispiel mit Air China über Peking oder Chengdu nach Guiyang. Ein Schnellzug hält in Guiyang, der von Schanghai nur fünf Stunden benötigt.

Einreise: Für die Einreise in die Volksrepublik China ist ein Visum erforderlich, das vor der Reise bei der zuständigen chinesischen Auslandsvertretung bzw. bei einem der „Visa Application Service Center“ eingeholt werden muss.  www.visaforchina.org, www.auswaertiges-amt.de

Reisezeit: Das Klima in der Provinz Guizhou ist mild, der Temperaturunterschied zwischen den Jahreszeiten nicht groß. Die Durchschnittstemperatur liegt etwa bei 15 Grad. In Mai und Oktober regnet es relativ viel.

Bevölkerung in Zahlen:
In China leben rund 1,37 Milliarden Menschen, die Mehrheit bilden mit mehr als 90 Prozent die Angehörigen der Han-Nationalität. Die 55 offiziell anerkannte nationale Minderheiten stellen rund 8,5 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Veranstalter: Der Erlebnis- und Studienreiseanbieter Gebeco bietet zwei Reisen zu den Minderheiten Chinas an: „Unbekanntes Südchina privat entdecken“, 9-Tage ab 1.985 Euro sowie „Zu Gast bei den Minderheiten Südchinas“, 16-Tage ab 3.095 Euro. Weitere Infos unter Tel.: 0431/54 46-0 und www.gebeco.de.

 

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  • Sie war die Schönste im Dorf. Aus der ganzen Region sind die jungen Männer nach Langde gekommen, um einen Blick auf Yang Ayong zu werfen ... Schließlich hat sie einer aus dem Nachbarort entführt und geheiratet, als sie gerade 16 Jahre alt war. Heute bewirtet die 43-Jährige regelmäßig Touristen.

  • Yang Ayong gehört zu den Miao – eine von 55 anerkannten Minderheiten in China. Die autonome Volksgruppe, die 9,5 Millionen Menschen zählt, lebt vor allem in der Provinz Guizhou im Südwesten des Landes.

  • Einige Miao-Orte konnten die jüngsten politischen Entwicklungen nutzen, um mit ihren Traditionen aus dem Schatten zu treten. Auch Langde gehört zu den offiziell ausgewählten Vorzeigedörfern. Dreimal pro Woche kommen vor allem einheimische Touristen in die 500-Seelen-Gemeinde, um diese dörfliche Kultur kennenzulernen.

  • Nüchtern gelingt der Besuch allerdings kaum einem Gast: Wer den Dorfplatz auf dem Hang erreichen will, muss trinken. Auf jedem Absatz des stufigen Aufstiegs warten Frauen in traditioneller Tracht mit Trinkschalen voller Reisschnaps. Mit Nachdruck führen sie das hochprozentige Getränk an die Lippen der Besucher.

  • Auf dem Dorfplatz formieren sich schon die Tänzerinnen. Auch die ganz Kleinen drehen sich gekonnt im Kreis. Und dann setzt die Musik ein: Bambusflöten begleiten die Gesänge der Frauen, die von Natur und Ernte, Liebe und Familie erzählen.

  • Die Show dauert rund 30 Minuten – der Miao-Gesang ist eine Art Geschichtsstunde. Denn die Minderheit haben zwar eine eigene Sprache, nicht aber eine eigene Schrift – ihre Geschichte wird in Liedtexten weitergegeben.

  • Dann kommt Yang Abu aus dem Nachbarort, um für Yang Ayong mit den Geistern zu sprechen. Die 59-Jährige Wahrsagerin zündet Räucherstäbchen an, legt sich ein Tuch auf ihr zerfurchtes Gesicht und murmelt einen beschwörenden Singsang. „Man soll einen kleinen Hahn opfern“, übersetzt sie die erste empfangene Botschaft. „Das macht die Kinder in der Stadt erfolgreich.“

  • In Orten, wo Minderheiten ihre Traditionen nun auch für Besucher zelebrieren, kommt die Jugend immer öfter zurück. Mit Gesang und Tanz, Handarbeit und Bewirtung lässt es sich mittlerweile gut leben, dass nicht mehr die Erträge der harten Feldarbeit das Auskommen sichern müssen.

  • Sorgen macht sich Yang Ayong aus dem Miao-Dorf Langde wegen des zunehmenden Trubels nicht. Die alte Wahrsagerin sowieso – sie will weiterhin auf ihre Geister schwören. „Und wenn es irgendwelche Problemen geben sollte, opfern wir eben mal eine Kuh.“

 
 
 

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