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Paris: Der Turm, den niemand wollte

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Paris ist eine Stadt der Superlative. Weltbekannte Sehenswürdigkeiten reihen sich hier aneinander: Die gotische Kathedrale Notre Dame wurde bereits 1163 bis 1345 errichtet, das Louvre beherbergt mit der Mona Lisa von Leonardo Da Vinci das wohl bekannteste Gemälde der Welt und der Arc de Triomphe erinnert an den glorreichen Sieg Napoleons in der Schlacht von Austerlitz in 1805. Aber die bekannteste Sehenswürdigkeit hatte einen schweren Start: Der heute weltberühmte Eiffelturm löste vor seinem Bau heftige Kritik bei den Bewohnern aus und wäre beinahe nicht gebaut worden.

Das höchste Gebäude der Welt

Paris: Der Turm, den niemand wollte
Pixabay.com © nuno_lopes (CC0 1.0)
Der Bau des Eiffelturms war erst durch die Industrialisierung möglich, denn solch hohe Gebäude konnte der Mensch vorher nicht errichten. Um die Stabilität zu gewährleisten, sollte die Konstruktion des Eiffelturms möglichst wenig Windwiderstand bieten. Der Ingenieur Eiffel hatte bereits Erfahrungen mit großen Bauten, denn er entwarf die größten Eisenbahnbrücken seiner Zeit, wie beispielsweise der Garabit-Viadukt. Den ersten Entwurf des Turms empfand Eiffel jedoch als zu technisch, und so ließ er ihn vom Architekten Stephen Sauvestre überarbeiten. Von ihm erhielt der Turm wichtige Elemente wie den dekorativen Bogen direkt unter der ersten Etage. Außerdem ersetzte Sauvestre die ursprünglich schlicht geplante pyramidenförmige Spitze durch eine Spitze in Zwiebelform. Eiffel war von dem veränderten Entwurf des Architekten so begeistert, dass er sofort die Nutzungsrechte erwarb – eine Investition, die sich lohnen sollte.

Gewaltiges Bauvorhaben

Eiffel setzte sich gegen 100 weitere Bewerber beim Wettbewerb zur Pariser Weltausstellung durch. Das gewaltige Bauvorhaben sprengte jedoch das Budget, das die Weltausstellung in Paris für das Monument entrichten konnte bei Weitem. 1,5 Millionen Franken konnte sie beisteuern, der weitaus größere Teil von 7 Millionen Franken wurde mithilfe einer eigens gegründeten Aktiengesellschaft und Krediten finanziert. Ursprünglich sollte der Bau nach Ende der Ausstellung abgerissen werden. Aufgrund der immensen Kosten konnte sich Eiffel mit der Stadt auf eine 20-jährige Nutzungsdauer einigen. Der Turm wurde auf einem 15 Meter tiefen Fundament errichtet und besteht aus 18.038 Einzelteilen. Diese wurden vorproduziert und erst vor Ort zusammengesetzt.

„Skelett von einem Glockenturm“

Kritik gegen den Eiffelturm wurde bereits vor dem Bau geäußert. Pariser Akademiker und Künstler protestierten öffentlich mit einem Aufruf in der Zeitung Le Temps: „Um zu begreifen, was wir kommen sehen, muss man sich einen Augenblick einen schwindelerregenden, lächerlichen Turm vorstellen, der wie ein riesiger, düsterer Fabrikschlot Paris überragt, muss sich vorstellen, wie alle unsere Monumente gedemütigt, alle unsere Bauten verkleinert werden, bis sie in diesem Alptraum verschwinden.“ Der Turm wurde außerdem als „tragische Straßenlaterne“ und „Skelett von einem Glockenturm“ bezeichnet. Trotz Kritik aus akademischen Kreisen war der Turm bei den Bürgern der Stadt schon damals ein äußerst beliebtes Ausflugsziel. Nach der Eröffnung der Weltausstellung gab es immer weniger negative und immer mehr positive Äußerungen über den Turm. Die Meldungen der Presse nach der Eröffnung waren äußerst positiv: „Der Eiffelturm spricht die Fantasie an, er ist etwas unerwartetes, etwas Fantastisches, das unserer Kleinheit schmeichelt.“ Wer mehr über den Eiffelturm und seine Geschichte herausfinden mochte, sollte sich die Zeit nehmen und eine Städtereise in die Stadt der Liebe durchführen. Die Wahrzeichen der Stadt sowie die Pariser Kultur sollte man erlebt haben.

 
 

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