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Island Reisebericht

Die faszinierende Vulkaninsel

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Was hält Sie bei einer Island-Reise warm? Unser Reisebericht aus dem Land der lebenden Vulkane und lebendiger Sagas erzählt von der unerschöpflichen Erdwärme und den heißen Quellen der größten Vulkaninsel, dem „Schwarzen Tod“ und dem gastfreundlichen, (selbst-)ironischen Gemüt der Einwohner!

Reisebericht: „Alice im Lavaland“

Das Märchen von Island

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„Alice im Lavaland“ heißt das moderne Märchen von Island. Aber auch Wunder hat die faszinierende Vulkaninsel parat, vor allem Naturwunder! Lesen Sie hier einen Reisebericht aus dem Land der sagenhaften Trolle, aktiven Vulkane und Geysire und dem ewigen Eis der Gletscher.

Icelandair bringt uns nonstop aus Frankfurt über die Fjorde Norwegens zu dem zweitgrößten Inselstaat Europas südlich des nördlichen Polarkreises. Bereits aus der Luft sind bizarre schwarze Lava-Formationen zu erkennen. Den Kontrast dazu bilden die mit Schnee bedeckten schroffen Berge, gigantische Wasserfälle und bemooste grünliche Lavasteinhügel soweit das Auge reicht... Im Winter leuchtet der Himmel nachts wie von Zauberhand in atemberaubenden Farben, die wie riesige Schleifen über der einschlafenden Erde flattern: die Nordlichter. Hier und da raucht die Erde… An diesen Stellen sucht das heiße Wasser aus dem glühenden Inneren der Vulkaninsel den Weg nach oben, ins Freie.

Und das ist noch lange nicht alles, was sich jeden Gast in dieses Land sofort verlieben lässt: Naturwunder und drollige Volks-Kuriositäten warten hier hinter jeder Ecke und machen Island zu einer einzigartigen und irgendwie liebenswerten Urlaubs-Destination.
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„Aber da ist es doch immer so unglaublich kalt?!“ wundert sich eine Freundin von mir, als ich ihr über meine erste, aber unumstritten unvergessliche Bekanntschaft mit der Insel un den geplanten Reisebericht erzähle. „Das Land des ewigen Eises? Fehlanzeige, da hast du es wohl mit dem Nordpol verwechselt, liebe Julia“, ist meine Antwort darauf. Der warme Golfstrom ist schuld daran, dass dieses „Märchen von Island“ nicht auf wahren Begebenheiten beruht. Somit hat sogar der Gletscher, der ca. 11 Prozent der Gesamtfläche in Anspruch nimmt, keinen kalten Daumen auf das Klima der Insel, welches viel milder als vermutet und für diese Breite typisch ausfällt. Die Sommer sind hier angenehm kühl und im Winter liegt die Durchschnittstemperatur um den Gefrierpunkt.

Warm mit Erdwärme

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Nicht zu vergessen ist die Erdwärme Islands, die ganze Städte, wie die Hauptstadt Reykjavík, warm hält. Aber nicht nur Häuser und Warmwasserleitungen werden so versorgt! Und da geht es schon mit netten Kuriositäten los… Eines der „Inselphänomene“ sind die beheizten Bürgersteige in Reykjavík! Wie soll man denn da noch frieren?

Doch es gibt noch viel mehr von solchen inseltypischen „Besonderheiten“, die ich nach und nach kennenlernen darf. Vom Meer umgeben ist Island leider keine Meerbadeinsel, aber eine kleine badebucht gibt es trotzdem. Die befindet sich in der Hauptstadt. Hier verwandelt sich der kalte Atlantik durch das hinzu gepumpte Thermalwasser ins Mittelmeer – eine Art beheizter Swimmingpool mitten im Ozean!

Und es geht so weiter: Da das Wasser hier allgegenwärtig ist, hat so mancher Isländer Glück und  kann sein Frühstücksei in seinem eigenen Garten direkt vor der Haustür kochen – in der eigenen Heißwasser-Quelle! Und damit natürlich den Strom sparen. Aufpassen müssen aber diejenigen, die hier ein Haus bauen: Ist der Keller nicht gut genug befestigt, kann so ein gemütlicher Abend auf der Couch zu einer privaten Badeveranstaltung werden… Wenn die heiße Quelle mal wieder einen Weg ins Freie sucht!

Quellenbrot zum "Schwarzen Tod"

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Auch Brotbacken können die Einheimischen direkt in der Erde: ein Laib aus dem „Inselleib“, so zu sagen. Wer an dieser Stelle glaubt, dass mich die atemberaubende Insel des Verstandes beraubt hat, täuscht sich gewaltig, denn ich habe Beweisfotos! Hier serviert der Koch Heidar Ragnarsson vom Hotel „Geysir“ einer hungrig-neugierigen Journalisten-Gruppe das im Boden frischgebackene hverabrauð oder auf gut Deutsch gesagt „Quellenbrot“ (Rezept auf Anfrage in der Redaktion!), dazu ausgewählte isländische Hering-Spezialitäten und den „Schwarzen Tod“ – den isländischen Kümmel-Schnaps.

Aber auch ein paar weitere "Leckerbissen"-Tipps möchte ich diesem Reisebericht nicht vorenthalten!
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Gammelhai zum Wikinger-Gesang

Apropos Kuriositäten, da fällt mir wieder etwas ein. Den „Schwarzen Tod“ bekommt man in Island zum „Runterspülen“ der wahrscheinlich außergewöhnlichsten Vorspeise der Welt – dem Gammelhai, nichts für schwache Nerven und sensible Nasen. Zu genießen ist diese Köstlichkeit zum original Wikinger Gesang z.B. im Wikingerlokal und -Hotel „Fjörukráin“ am Hafen der Kleinstadt Hafnarfjörður, einem Vorort von Reykjavík (sehr zu empfehlen für alle Anhänger der „Wikingerkultur“).

Aber auch frischen Fisch gibt es in Island mehr als genug, z.B. im populären Grill-Restaurant „Sjávargrillið“ in Reykjavík.

Hummerspezialitäten im „Fjöruborðið“ in Stokkseyri am Meer!
 
Aber auch Fleischesser werden hier mit einheimischem Lammfleisch satt und glücklich: Gourmet-Restaurant Lækjarbrekka in der Reykjaviker Innenstadt.

Der Atem der Erde

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Spalte „Almannagjá“
Gestärkt und aufgewärmt mit Quellenbrot & Co. marschieren wir durch die Geysiren-Landschaft und spüren den Atem und Puls der Insel; immer wieder begegnen einem blubbernde Erdlöcher, in denen wie in einer Natur-Schauküche der lehmige Boden brutzelt… Ein seltsam überwältigendes Gefühl breitet sich in mir aus – so nah am Atem der Erdkugel bin ich sonst nie gewesen. In diesem Augenblick stelle ich mir Island wie ein großes, dunkles, schwer atmendes Lebewesen vor, das sich ständig verändert und in seinem unruhigen Inneren immer in Bewegung ist – eine lebendige Lava-Insel eben! Eine, die im Gegensatz zu den anderen Inseln dieser Welt nicht kleiner wird, sondern jedes Jahr um einen Zentimeter wächst! Geologisch gesehen driftet die Insel auseinander, und zwar an der Stelle, wo zwei Platten sich immer weiter voneinander entfernen – die Nordamerikanische und Eurasische.

Dies wird an einem weiteren magischen Ort der Insel besonders deutlich sichtbar: im Nationalpark und UNESCO Weltkulturerbe Þingvellir, einem der fünf Nationalparks Islands. Hier, an der Spalte „Almannagjá“ und in deren Umgebung, kann man nicht nur das Auseinanderdriften der beiden Platten durch imposante Felsspalten und Risse beobachten. Man kommt auch der spannenden Geschichte der Insel aus den Wikingerzeiten von 930 ein kleines Stückchen näher und genießt eine der landschaftlich faszinierendsten Regionen Islands mit Seen, Flüssen und Wasserfällen.

Das Blau der Lagune

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Wem das Wasser drum herum nicht genug ist und wer sich zwischendurch doch aufwärmen möchte, kommt nicht um die berühmte „Blaue Lagune“ und die anderen SPA-Einrichtungen der Insel herum. Schön dumm wären die Isländer, wenn sie den natürlichen Vorrat an heißem, mineralreichen Quellwasser nicht für ihre Badekultur verwenden würden. Und so gab es vor einiger Zeit ein paar schlaue Isländer, die sich mal in die einst noch kleine Pfütze mitten in der Lava-Landschaft hineingelegt und nebenbei gemerkt hatten, dass das heiße Thermalwasser eine positive Wirkung auf die Haut hat. Als Nächstes hat man daneben eine Bank hingestellt, dann eine Dusche gebaut… Bis aus der kleinen Badelache eine der bekanntesten medical Spa-Einrichtungen mit geothermalem Meerwasser entstanden ist: „The Blue Lagoon Island“. Der Ort, der eine magische Konstellation aus Farben (das Türkis des Thermalwassers und das Schwarz des Lavagesteins), Gerüchen (Schwefel, Salz, Mineralien und frische Bergluft), Natur und Wissenschaft  beherbergt. Die Hautmaske gibt es hier quasi vom Beckengrund, das mit Mineralien angereicherte Quellwasser pflegt die Haut, die Wärme des naturbelassenen Pools breitet sich im ganzen Körper aus, die Tiefenentspannung ist garantiert! Schwerelos schwebe ich auf der Wasseroberfläche, der tiefe isländische Himmel über und der schwarze Lavasand-Boden unter mir, Entspannung pur!

„Spa Fontana“ am malerischen See Laugarvatn, mit „Hot Pots“ und Dampfbädern mit Dampf aus der Erde!

Im Fitness- und Gesundheitszentrum Laugardalur kann man nicht nur entspannen, sondern auch die eingenommenen Kalorien wieder abtrainieren.

Isländer, Trolle und Sagas

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Dass die Insel ca. alle vier Jahre mit einem Vulkan-Ausbruch „aufstößt“ oder mit einem leichten Erdbeben für schlaflose Nachtstunden sorgt, stört die Isländer keinesfalls – ¼ der Fläche ist nämlich eine aktive Vulkan-Zone! Die stolzen Inselbewohner lieben ihr bezauberndes Stückchen Erde, das so groß ist wie 3 deutsche Bundesländer und nur knapp 320.000 Einwohner hat. Dafür aber 500.000 waschechte isländische Schafe, deren Wolle so legendär warm sein soll! Und jährlich kommen 600.000 Besucher, darunter viele „Wiederholungstäter“ (zu denen ich ab nun an auch zähle!), die von der Freiheit und der meditativen Einsamkeit der Inselaufenthalte nicht genug kriegen können oder Touristen auf der Durchreise nach Amerika oder das benachbarte Grönland. Die einheimische Fluggesellschaft ICELANDAIR lässt nämlich bis zu einer Woche Island-Zwischenaufenthalt zu!

Und schon wieder was Kurioses aus dem Alltag der Isländer: Die Inselbewohner fühlen sich zu gleich zwei Weltnationen hingezogen – den Amerikanern und den Europäern. So ist hier die Kreditkarte das beliebteste Zahlungsmittel überhaupt, auch wenn es nur um ein Glas Bier in einer Kneipe oder ein Stück Lachs in einer Markthalle geht! Meine Versuche, mit einer EC-Karte zu zahlen, sind komplett zum Scheitern verurteilt, die scheint in dem Land einfach nicht zu gehen. Beim Anblick meiner Mastercard erstrahlt dagegen das breite isländische Lächeln auf dem Gesicht der Verkäufer:-).

Island Reisebericht
Was haben wohl die Isländer von den Europäern „geerbt“? Vielleicht deren Vorliebe für das wärmende „Wässerchen“ aus der Flasche? Denn wer jetzt mir gegenüber behaupten würde, Russen trinken viel, dem wird damit gekontert: "Das tun die Isländer kaum weniger!" Das feuchtfröhliche Nachtleben fängt mit einem ausgiebigen „Vorglühen“ daheim unter Freunde an (ein Glas Bier in der Kneipe kostet knappe 5 Euro, ein sehr teures Vergnügen!) und wird in flippigen Kneipen und Bars fortgesetzt, bis die Nordlichter den Himmel wieder verlassen und dem Morgengrauen  (welches tatsächlich an manchen Tagen sehr grau ausfallen kann…) Platz machen. Zu diesem Zeitpunkt kann der Alkohol-Pegel das Niveau erreicht haben, bei dem die sonst kommunikativen Isländer die Unterhaltung auf das einzige Wort reduzieren, welches abhängig von der Intonation nichts und alles ausdrücken kann: „já-já-já“ (klingt wie "jou-jou-jou"). Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie zufällig so einem Gespräch zweier schon etwas wie Wikinger aussehender männlichen Inselbewohner beiwohnen – die Gesprächspartner verstehen sich so einwandfrei! Dieses Zauberwort beherrsche ich zum Ende meiner Islandreise, leider als einziges…

Njals Saga - eine Episode

Die Liebe zur eigenen Insel und ihren Erzähl-Drang drücken die Einheimischen zu gern in Sagas aus. Unser Guide Arthur Björgvin Bollason wiegt uns damit buchstäblich in den Schlaf während der Busüberfahrten und weckt uns mit einem der vielen nostalgischen Volkslieder wieder auf (ja, singen kann er auch und tut es auch gut und liebend gern – ein typischer Isländer halt!). Auch diese Lieder erzählen Geschichten, die dieses nordische Land beschreiben und erklären. Es wundert mich nicht, dass ausgerechnet der Arthur die ganzen Sagas zu einem Taschenbuch gesammelt.




"Über den lockeren Umgang der Geschlechter miteinander"

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"Gunnar hat auf dem Allthing bereits um Hallgerd Hand geworben. Auch wenn sein Freund Njal wenig von dieser Beziehung hält, heiratet Gunnar die Frau. Das Hochzeitsfest ist wirklich was Besonderes…

Als Gunnar vom Ting heimkam, ritt er sogleich nach Bergthorshvol und verkündete Nial, was geschehen war. Nial erfreute die Kunde nicht und als Gunnar ihn fragte, warum sie ihm zuwider sei, sagte er: »Sie wird nur Böses anstiften, wenn sie hierher kommt.« »Niemals aber soll sie unsre Freundschaft stören,« entgegnete Gunnar. »Es wird aber nicht viel daran fehlen,« sprach Nial, »und oft wirst Du für sie Buße zahlen müssen.« Bald darauf feierte man die Hochzeit auf Hlidarendi; es wurde aber eine doppelte Hochzeit. Unter den Gästen waren nämlich sieben Söhne von Gunnar's Großvater mütterlicherseits, Sigfus Sighvatsohn. Einer von ihnen, Thrainn geheißen, war ein angesehener Mann und wohnte auf dem Hofe Grjota in Fliotshlid, nicht weit westlich von Hlidarendi. Er sah dort Thorgerdur Glumstochter, die damals vierzehn Winter zählte und sehr schön war. Sogleich sagte er sich geschieden von seiner Frau Thorhilde; denn er liebte sie nicht, weil sie voller Spott und scharfzüngig war. Thorhilde mußte abziehen und Thrainn hielt sogleich um Thorgerde an; die Bedingungen wurden festgestellt und sie zog mit ihm von dem Feste heim als sein Weib und übernahm die Haushaltung auf Grjota, wo sie eine gute Hausfrau wurde. Hallgerdur aber übernahm den Haushalt auf Hlidarendi und war betriebsam und tätig."

Nacherzählt von Arthur Björgvin Bollason

“já-já-já, du unglaubliches Island, ich komme wieder, versprochen!”

 
 

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Unbekannter Gast  am 24.06.2013 13:02

Je nachdem, was man da vor hat... Die Sommermonate eignen sich am besten zum Wandern! Der Winter ist aber auch zauberhaft, wegen Polarlichten und doch milderen Temperaturen, als immer vermutet wird. Die vielen Thermal-Quellen laden zum "Aufwärmen" ein :-). Dennoch sind die Tage im Winter ziemlich kurz.

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Unbekannter Gast  am 21.06.2013 13:01

Toller Reisebericht - wann ist die beste Zeit nach Island zu reisen?

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