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Lesbische Liebe im Spiegel der Wissenschaft

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Wie wird die Liebe zwischen Frau und Frau aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet? Lesen Sie es hier!

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Frauenliebe
Lesbische Liebe
© Bairachnyi Dmitry/Shutterstock.com
Lesbische Frauen hat es zu allen Zeiten gegeben, auch wenn Zeugnisse ihrer Existenz hinter Formeln wie "innige Freundschaft" oder "weibliche Seelenverwandtschaft" verschwunden sind.

Frauen sind in der Geschichte des christlichen Abendlandes stets als das zweite Geschlecht gesehen und behandelt worden, als Objekte von Mannes Gnaden. Auch ihre Sexualität wurde in direkter Beziehung zu der des Mannes definiert; diesem hatten sie zur Verfügung zu stehen und auf seine Bedürfnisse zu reagieren. Eigene sexuelle Wünsche oder gar Aktivität kamen in der männlichen Sicht auf Frauen nicht vor. Liebe, Zärtlichkeit und Sexualität unter Frauen wurde nicht ernst genommen, galt als neckischer Zeitvertreib zu Kriegszeiten, im Kloster oder im Gefängnis.

Dieser Ignoranz ist es geschuldet, dass weibliche Homosexualität im Gegensatz zu männlicher oft keiner weiteren Beachtung, aber auch keiner ausdrücklichen Verfolgung ausgesetzt war. Als sexuelle Verirrung rückt sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ins Blickfeld der sich formierenden Sexualwissenschaft.

Im psychiatrischen Sinne behandlungsbedürftig

Diese Disziplin beschreibt die Sexualität vor der Folie der heterosexuellen Norm und interessiert sich besonders für die Abweichungen. Der deutsche Psychiater Richard von Krafft-Ebing publiziert 1886 erstmals seine klinisch-forensischen Studien zur Homosexualität unter dem vielsagenden Titel "Psychopathia Sexualis". Der Tenor dieser Schrift ist eindeutig, denn ganz im Stil des damals gängigen (Sozial-)Darwinismus wird Sexualität ausschließlich unter dem Aspekt der Fortpflanzung betrachtet. Jede Abweichung von dieser Funktion kann nur eine evolutionäre Degeneration und im psychiatrischen Sinne behandlungsbedürftig sein.

Hintergrund dieses Gedankens ist die Annahme, dass ein genuiner Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Erregung bestehe und dass sexuelle Attraktivität nur zwischen ungleichen Polen denkbar sei. Lesbische Liebe ist in Krafft-Ebings Augen eine auf einer krankhaften Natur beruhende, seelische und körperliche Vermännlichung. In späteren Jahren unterscheidet er zwischen einer angeborenen und erworbenen weiblichen Homosexualität. Um ihr entgegenzuwirken, plädiert er leidenschaftlich für deren Bestrafung.

Diese zur offiziellen Lehrmeinung avancierte These hat der Berliner Arzt Magnus Hirschfeld im Blick, als er 1901 im Rahmen seiner "Theorie der sexuellen Zwischenstufen" den Terminus des "3. Geschlechtes" kreiert. Hierunter subsumiert er Homosexuelle, Prostituierte, Transvestiten und biologische Zwitter. Ziel ist es, dem 3. Geschlecht eine Schicksalhaftigkeit zuzuschreiben, für die die Einzelne nicht verantwortlich ist. Mit dem gleichgeschlechtlichen Empfinden geht nach Hirschfeld eine körperliche Intersexualität einher, die auf einer unvollständigen Drüsenentwicklung in der Pubertät beruhe. Die Liebe zum eigenen Geschlecht sei angeboren und deshalb ein natürliches Phänomen.

Hirschfeld gründet 1897 das wissenschaftlich-humanitäre Komitee und agitiert politisch gegen den berüchtigten Paragrafen 175 des Strafgesetzbuches (StGB), der (männliche) Homosexualität mit Gefängnis bedroht. In Zusammenarbeit mit dem linken Flügel der Frauenbewegung engagiert er sich gegen den Paragrafen 218 des Grundgesetzes für das Recht der Frauen auf Abtreibung. Er insistiert auf der kulturellen und wirtschaftlichen Nützlichkeit homosexueller Menschen für die Gesellschaft. Als Arzt wendet er sich gegen eine "Therapie" der Homosexualität, die er ohnehin für sinnlos hält. Er führt empirische Studien durch und zitiert in seinen Schriften regelmäßig homosexuelle Männer und Frauen, die von einer tiefen Erfüllung ihrer Liebe berichten. Hirschfeld versteht sich als Aufklärer, für den das Problem der Homosexualität eines der fehlenden Akzeptanz der heterosexuellen Mehrheit ist.

 

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