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Können wir das Verhüten bald den Männern überlassen?

Ein neues Verhütungsgel für den Mann könnte die Pille bald ablösen und die Verhütung zur Männersache machen.

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Pillen, Spritzen, Spiralen, Pflaster... Es gibt unzählige Verhütungsmethoden und Präparate. Eines haben jedoch alle gemeinsam: Sie sind alle nur für Frauen. Für Männer ist das Kondom die einzige Möglichkeit zu verhüten und eignet sich für viele Paare nicht als permanente Lösung. Daher hat es sich eingebürgert, dass Verhütung meistens ein Frauenthema ist. Das könnte sich aber bald radikal ändern. Ein neues Verhütungs-Gel für Männer verspricht sichere Verhütung ohne hormonelle Nebenwirkungen. Es nennt sich Vasal-Gel und soll die fruchtbaren Spermien bereits vor dem Eindringen in den weiblichen Körper unfähig zur Befruchtung machen. Eine einzige Injektion soll einen Mann für 10 Jahre temporär unfruchtbar machen und das ganz ohne die häufigen Nebenwirkungen von Hormonen oder die Unannehmlichkeit des Kondoms. Auch ein Abbruch der Verhütung soll kein Problem sein, das Gel wird dabei einfach herausgespült.

Entwicklung noch nicht abgeschlossen

Verhütung bald nur noch Männersache?
© Shutterstock/Ardelean-Andreea-3
Die Idee und das Konzept treffen auf große Begeisterung, leider ist die Entwicklung des Gels noch nicht vollkommen abgeschlossen. Es stellen sich noch einige Fragen, die über Erfolg oder Misserfolg des Gels entscheiden könnten. Die größte Frage, die noch nicht ausreichend geklärt ist, ist die Frage nach der Umkehrbarkeit und nach den Langzeitauswirkungen des Gels. Kritiker warnen nämlich davor, dass das Gel den Körper so beeinflussen würde, dass dieser gar keine Spermien mehr produzieren würde. Dies würde in permanenter Impotenz enden und somit könne die „Verhütung“ nicht mehr rückgängig gemacht werden. Den Nachweis für eine verlässliche Wirkung des Vasal-Gels werden wohl Langzeitstudien erbringen müssen. Diese werden in Kürze gestartet und es gibt wohl schon genügend freiwillige Probanden. Eine weitere zu klärende Frage ist der Nachweis nach der Umkehrbarkeit der Verhütung. Es konnte noch nicht nachgewiesen werden, dass das Gel nach mehreren Jahren noch einfach entfernt werden kann. Sollte das Gel diese Ziele nicht erfüllen, wird es wohl nur als permanente, nicht aber als temporäre Verhütungsmethode eingesetzt werden können, also als Alternative zur Vasektomie.

Wird das Verhüten zur Männersache?

Neben den medizinischen Diskussionen um das Gel gibt es auch laute Stimmen, die die soziale Akzeptanz des Mittels anzweifeln. Frauen würden Männern nie genug vertrauen um ihnen die Verhütung ganz zu überlassen. Viele Frauen denken auch, dass Männer diesen Eingriff gar nicht riskieren würden, da er schmerzhaft sein könnte und sich in der Hodengegend abspielt. Ganz klar dagegen spricht die positive Resonanz in der Männerwelt und die 180.000 Freiwilligen auf der Warteliste für klinische Studien. Viele Männer sehen das Gel als überfällige Möglichkeit selbst zu verhüten und nicht alles den Frauen überlassen zu müssen. Ob das Gel die Pille ablösen kann und wie lange dies dauern wird, kann erst die Markteinführung des Gels zeigen.

Vasal-Gel – so funktioniert’s

Das Vasal-Gel ist kein neues Konzept, sondern beruht auf dem in den 90ern entwickelten RISUG-Verfahren. Das vom indischen Forscher Sujoy K. Guha entwickelte Verhütungs-Gel wurde bereits erfolgreich getestet und stand sogar 2002 kurz vor der Markeinführung. Es wurde aber wegen Unregelmäßigkeiten in den klinischen Studien von der WHO gestoppt. 2015 kaufte die Parsemus-Stiftung das Patent und entwickelt nun anhand dessen das Vasal-Gel.

Das Vasal-Gel ist ein Kunststoffgel, das direkt in den Samenleiter injiziert wird. Die Wände des Samenleiters werden dabei beschichtet und der Leiter wird verengt. Die Verengung erzeugt eine positive Ladung und zerstört dadurch den Fortbewegungsapparat der Spermien. Diese können in der Folge keine Eizelle nicht mehr befruchten und sterben ab. Das Gel soll mit dieser Methodik ganze 10 Jahre lang vor einer Befruchtung schützen und kann sogar schon früher einfach herausgewaschen werden.

Verhütung bald nur noch Männersache?

Warum gibt es das Gel nicht schon lange?

Das Gel ist eine revolutionäre Idee. Bisher konnte die Funktionalität und auch die Umkehrbarkeit zwar noch nicht vollständig nachgewiesen werden, aber erste klinische Studien sind sehr vielversprechend. Die Entwicklung wurde erst kürzlich von einer Non-Profit Organisation, nach Jahre langer Pause, wieder aufgenommen. Pharmakonzerne hatten und haben nie Interesse an der Technologie gezeigt. Grund dafür ist, dass eine einzige Injektion alle 10 Jahre nie so viel Umsatz macht, wie die monatlichen Verkäufe der Antibabypillen. Auch daher hat bisher für die Entwicklung des Gels jegliche Investition gefehlt.

Nun soll das Verhütungs-Gel kommen, und zwar schon 2017. Ob bis dahin alle Fragen geklärt sind und ob sich viele Männer das Gel injizieren lassen wird sich zeigen.

 
 

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