© Südwest Verlag/Mayk Azzato
Tibet ist gerade ein sehr präsentes Thema. Sie beschäftigen sich schon lange damit, setzen sich auch für Tibet ein. Wie würden Sie die Lage momentan beschreiben?
Es hat sich eigentlich nicht viel verändert, außer dass jetzt mal wieder in einer Extremsituation das passiert, was eigentlich schon seit Jahrzehnten passiert. Die Tibeter versuchen immer ihre Darstellung der Lage preiszugeben und nach außen dringen zu lassen. So werden Menschen dort zum Beispiel nachts inhaftiert und zu lebenslanger Haft verurteilt für eine Sache, wofür man bei uns noch nicht einmal ein Ticket von der Polizei bekommt. Für viele Exiltibeter und auch für mich ist das eine schwierige Situation, weil die Angst, um Verwandte oder Freunde in Tibet so groß ist. Die Kommunikationsmöglichkeiten von Seiten der Chinesen werden dermaßen unterdrückt, dass die Tibeter untereinander kaum sprechen können und wenn sie das doch tun, haben sie Angst abgehört zu werden. Ich habe viele Dinge mit den Exiltibetern hier in München durchgemacht. Sie sind einfach voller Angst, auch was unsere Polizei angeht.
Wie können wir Deutschen uns da engagieren? Was kann man tun?
Die Exiltibeter kann man beispielsweise unterstützen, indem man versucht mit ihnen in Kontakt zu treten. Was sie oft brauchen ist ein Deutschkurs, einfach um hier Fuß zu fassen und irgendwann selbstständig werden zu können. Schwieriger wird es, was die Tibeter in Tibet angeht. Wichtig ist es einfach sich ausreichend über die Situation zu informieren. Wir haben hier die Möglichkeit unsere Meinung zu äußern und bei Demonstrationen dabei zu sein. Dadurch können wir den Chinesen zeigen, dass es nicht nur zwei drei Leute in Deutschland gibt, die sich stark machen, sondern dass wir wahnsinnig viele Menschen sind, die sich für die Menschenrechte einsetzen, die sich gegen Unterdrückung und gegen Folter aussprechen – Gegen all die Sachen, die in Tibet an der Tagesordnung sind.