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Alles übers Dirndl!

Auch zur Wiesn 2013 darf das Kult-Kleid nicht fehlen

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Wenn man an Bayern denkt, dann denkt man an das Oktoberfest, Lederhosen und natürlich auch an Dirndl. Die drallen Kleider sind aber lange kein Heidi-Kitsch mehr, sondern echte Party- und Fashion-Statements. Wie es dazu kam, was es bedeutet, ein Dirndl zu tragen und was Sie sonst über das Kultkleid schon immer wissen wollten, haben Heide Hollmer und ihre Nichte Kathrin Hollmer in ihrem Buch mit dem passenden Titel „Dirndl“ zusammengetragen.

Kein Oktoberfest ohne Dirndl

Alles über Dirndl
Der Countdown zum Oktoberfest ist schon lange angelaufen und wer den Biergeschmack schon auf der Zunge, die Blasmusik im Ohr und den Duft von frischen Hendln in der Nase hat, der ist damit sicher nicht allein. Aber auch fürs Auge wird wieder einiges geboten sein. Der Trachten-Boom hält unvermindert an und macht München vorübergehend zu einem Spitzweg-Idyll. Und wo Männerwaden in Wadenwärmen und Haferlschuhen stecken, da müssen Frauenhüften und Dekolletees im Dirndl wogen. Alles was man über das Kultkleid wissen muss, haben Heide Hollmer und ihre Nichte Kathrin Hollmer in ihrem Buch mit dem passenden Titel „Dirndl“ zusammengetragen.

„Eintrittskarte und Mitgliedsausweis“

Die Zeiten, als das Dirndl als altmodische Deutschtümelei verschrien war, sind lange vorbei. Das „farbenfrohe Kleid aus eng anliegendem Oberteil und weitem Rock, das klassisch mit Bluse und Schürze kombiniert wird“, ist längst zum Kultstück geworden, das in immer neuen Varianten, Farben, Mustern und Stilen daherkommt. Das gefällt den Traditionalisten natürlich nicht, die die Trägerin von Dirndl mit Tüll, Brokat oder sogar Totenkopfaufdruck auch mal als „Faschingstrachtlerinnen“ abkanzeln. Aber so schön der Traum vom „echten“ Dirndl und Tracht auch ist, Wirklichkeit war er nie, denn traditionell ist am Dirndl so gut wie gar nichts.

Das Dirndl hat nämlich laut den Hollmer-Frauen wenig mit dem zu tun, was man unter Tracht versteht. Es war vielmehr ein einfaches Arbeitskleid, hat sich nur an regionale Trachten angelehnt und hat seine Bedeutung als Kulturgut erst bekommen, als die Sommerfrischlerinnen scharenweise aus der Stadt zur Erholung aufs Land flohen. Für sie war das Dienstbotenkleid die Erfüllung des Traums vom glücklichen Landleben. Und nun ist es ein Abenteuer, ein Glücksversprechen in Stoff, der Gegenentwurf zur unveränderlichen, traditionellen Tracht.

Im Gegensatz zur Tracht ist das Dirndl auch kein Zeichen der Abgrenzung. Es ist „Eintrittskarte und Mitgliedsausweis“, im Dirndl gehört die Australierin oder Chinesin genauso dazu, wie die Münchnerin und Tölzerin. Die Party-Uniform stärkt schlicht das Zusammengehörigkeitsgefühl beim Feiern.

Das Dirndl "macht sie schöner“

Alles über Dirndl
Dirndl "Mein Herzblut"
Und was macht nun den Zauber des Dirndls aus? Klare Sache, meinen Heide und Kathrin Hollmer: Das Dirndl ist immer gleich und immer anders. Das gediegene Grundgerüst aus fest vorgegebenem Schnitt und Einzelteilen ist die perfekte Leinwand für unendlich viele Variationen von Farben, Mustern und Accessoires, von elegant bis schrill. So kann jede Dirndl-Trägerin bei aller Gleichheit und Zusammengehörigkeit ihre Individualität ausleben.

Und wenn frau es dann trägt, alle Reißverschlüsse zu sind, alle Knöpfe geknöpft und die Schürze geknüpft ist, dann schlüpft sie in eine Rolle. Die Unschuld vom Lande kokettiert mit dem Großstadtvamp, urbane, sexy Zivilisation trifft auf ironische „Heidi-Romantik“ – die perfekte Liaison von unschuldiger Mädchenhaftigkeit mit weiblicher Erotik. „Es kommt bieder daher, und trotzdem bringt es den Busen raffiniert zur Geltung, betont die Taille, zeigt reichlich Bein.“ Die Frau von Welt verwandelt sich spielend leicht in die „naive Heidi oder die sinnliche Verführerin“ und danach auch ganz locker wieder zurück. Das stoffgewordene Ass im Ärmel.

Und deshalb kann nur noch Punk-Designerin Vivien Westwood recht haben, wenn das Oktoberfest endlich da ist: „Frauen sollten mehr Dirndl tragen. Das macht sie schöner.“

 

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  • 10 Dinge, die Sie noch nicht über das Dirndl wussten

    10 Dinge, die Sie noch nicht über das Dirndl wussten

    Dirndl King Mathé

    Heute stimmt das, aber das war nicht immer so. Erst seit der Olympiade 1972 gehören das Dirndl, München und das Oktoberfest zusammen. Die himmelblauen Dirndl der Olympiahostessen mit den weißen Blusen und den weißen Schürzen haben den neuen Trend ausgelöst und die Wiesntracht erfunden. Bis zu der Zeit haben sich die Wiesnbesucherinnen stets städtisch-festlich und „vornehm“ gekleidet.
  • Fürs Dirndl braucht man keine Traumfigur

    Fürs Dirndl braucht man keine Traumfigur

    Dirndl Lodenfrey

    In keinem anderen Kleid lässt sich so viel kaschieren und gleichzeitig soviel zeigen. Das Angebot, die Macharten und Stile sind so unterschiedlich, dass es für jede Frau ein passendes Stück gibt (und zur Not auch ein paar Hilfsmittel). Davon ist sogar die Punk-Designerin Vivienne Westwood überzeugt: „Frauen sollten mehr Dirndl tragen. Das macht sie schöner!“
  • An der Schürzenschleife sieht man, ob die Frau noch zu haben ist

    An der Schürzenschleife sieht man, ob die Frau noch zu haben ist

    Dirndl Adler Trachtenmode

    Sitzt die Schleife rechts, hat sie den Richtigen schon gefunden. Trägt sie die Schleife links, ist sie bereit zum Anbandeln. Diese hübsche Schleifen-Regel ist zwar frei erfunden. Es kann aber nicht schaden, sich daran zu halten, denn sie ist in aller Munde.
  • Das Dirndl ist keine Tracht

    Das Dirndl ist keine Tracht

    Dirndl Dirndlpunk

    Das Wiesn-Dirndl ist eher ein Partykleid und hat mit alten Kleidersitten wenig zu tun. Es entwickelt sich immer weiter, es geht mit der Zeit und verändert sich mit der Mode. Die Trachten, zu denen mancherorts auch Dirndlkleider gehören, kennen solche Freiheiten nicht. Sie sind streng geregelt, lassen kaum Veränderungen zu und sind fest an einzelne Regionen gebunden.
  • Das Dirndl hat keinen Erfinder

    Das Dirndl hat keinen Erfinder

    Dirndl Kinga Mathé

    Es war ursprünglich bloß ein praktisches, aus Resten zusammen geschneidertes Arbeitsgewand junger Frauen und Dienstboten, die im Bayerischen wie im Österreichischen „Dirndl“ genannt wurden. Als etwas Besonderes wurde es wahrscheinlich erst um 1850 wahrgenommen, als man in vornehmen Kreisen die Ferien auf dem Land entdeckte. Nicht die Einheimischen, sondern die Urlauber erkannten den Zauber des Dirndls.
  • Gerade entdeckt die regionale Küche wieder, dass man Dirndl auch essen kann

    Gerade entdeckt die regionale Küche wieder, dass man Dirndl auch essen kann

    Dirndl Mein Herzblut

    Natürlich nicht das Kleid, sondern die roten, eiförmigen, etwa zwei Zentimeter großen Früchte der Kornelkirsche. Die Österreicher nennen sie Dirndl, und sie wächst auch bei uns an vielen Straßenrändern und in Gärten. Süß verarbeitet schmeckt sie fast wie Preiselbeeren, aber man kann auch „falsche Oliven“ aus ihr machen.
  • Das Dirndl passt zum Thema Nachhaltigkeit

    Das Dirndl passt zum Thema Nachhaltigkeit

    Dirndl Sportalm

    Retro, Vintage, Folklore und Landlust gehören dazu. Aber mit Augenmaß und Stil. So wie bei Karl Lagerfeld, der seine Models für die Chanel-Schau auch schon mal – mitten in Paris – in den Heuschober schickte. Für den Modezar aber muss auch ein wenig Eleganz dazu kommen, damit Landleben nicht als Vorwand für schlechten Geschmack missbraucht wird.
  • Gibt es echte und falsche Dirndl?

    Gibt es echte und falsche Dirndl?

    Dirndl Lodenfrey

    Manch einer würde am liebsten nur die klassisch-schlichten, handgearbeiteten Dirndl gelten lassen. Und alle modernen Weiterentwicklungen als schlechten Geschmack und als Sünde wider die Tradition verteufeln. Ganz so einfach ist es nicht. Das Dirndl ist ja keine starre Tracht. Es hat gerade deshalb überlebt, weil es sich verändert und nicht so erdenschwer daherkommt. Wo die Mode und das Dirndl zusammen kommen, gilt das „Erlaubt ist, was gefällt!“ – also nicht nur Blaudruck und Leinen, sondern auch Totenköpfe und Strasssteinchen.
  • Haferlschuhe müssen wirklich nicht sein

    Haferlschuhe müssen wirklich nicht sein

    Freizeitlook Alpenhose

    Es ist praktisch unmöglich, sich darin anmutig fortzubewegen. Das Dirndl will aber Frauen schöner machen. Deshalb sollte man besser die Finger davon lassen. Für die schwere Arbeit mag der feste Berghalbschuh geeignet sein, auf dem Partylaufsteg ist er bestenfalls nur zur Lederhose oder zum kernigen Landhausstil angesagt.
  • Der Dirndlboom unserer Tage hat natürlich auch mit unserer Sehnsucht nach dem Paradies zu tun

    Der Dirndlboom unserer Tage hat natürlich auch mit unserer Sehnsucht nach dem Paradies zu tun

    Dirndl Private Suite

    Je größer unsere Ängste und Sorgen werden, umso mehr träumen wir von einer einfachen, friedlichen, wohl geordneten Welt – vom schönen Landleben also. Das Dirndl verspricht, dass diese Sehnsucht wenigstens für ein paar Stunden Realität wird. Es lohnt sich, das auszuprobieren und in einem schönen Dirndl Ferien vom Ich und von den alltäglichen Sorgen zu machen! It’s party-time.
 
 
 

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