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Das Zaubermittel Hyaluronsäure

Hyaluron – werden wir jetzt die Falten los?

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Seit über 20 Jahren verwendet die Medizin die Hyaluronsäure. Vor ca. 10 Jahren hielt das Zaubermittel Hayluron, das in natürlicher Form im menschlichen Bindegewebe vorhanden ist und Unmengen an Wasser binden kann, Einzug in die Schönheitsindustrie. Mit dem Alter geht die Eigenproduktion der Hyaluronsäure deutlich zurück. So greift die ästhetische Chirurgie und Kosmetik auf eine mittlerweile biotechnologisch hergestellte und der korpereigenen sehr identische Hyaluronsäure zurück, um dem Alterungsprozess entgegen zu wirken. Gibt uns dieses Mittel nun wirklich Hoffnung auf eine faltenreduzierte Zukunft? Wir haben dazu sieben Experten aus der Kosmetik- und Beauty-Industrie befragt…

Hyaluron: Fakten im Überblick

Mit Hyaluronsäure gegen Falten
© Konrad Bak/shutterstock.com

  • Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil des Bindegewebes und der Haut und wird vom Körper selbst produziert.
  • Es ist eine Kette aus Zuckermolekülen. Jedes Molekül kann das 6.000-fache des Eigengewichts an Wasser in der Haut binden.
  • Somit sorgt die Hyaluronsäure für ein glattes und straffes Hautbild.
  • Dennoch wird der Vorrat mit der Zeit erschöpft, bis mit 60 Jahren nur noch 10 % der Anfangsmenge übrig bleiben.
  • In der Medizin wird diese Säure bereits seit ca. 30 Jahren eingesetzt, z.B. in der Augenheilkunde (zum Auffüllen des Glaskörpers) und in der Orthopädie (als Schmiermittel für die Gelenke) sowie für die Behandlung von Narben und Wunden.
  • Vor über 10 Jahren ist die ästhetische Chirurgie und Kosmetik auf Hyaluron als Anti-Aging-Mittel aufmerksam geworden.
  • Früher aus den Hahnenkämmen gewonnen, wird die Hyaluronsäure heute biotechnologisch produziert. Sie ist der Körpereigenen absolut identisch und ruft daher keine Allergien hervor.

Hilft Hyaluron wirklich gegen Falten?

Experten-Meinung über das neu entdeckte Jugend-Elixier

Mit Hyaluronsäure gegen Falten
© Bliznetsov/shutterstock.com
Die Frage, die uns Frauen nun wirklich bewegt: Gibt es ein Zaubermittel, das uns Hoffnung auf ein faltenfreies Altern bzw. weniger Falten gibt? Die Hyaluronsäure könnte doch mit all ihren positiven Eigenschaften der passende Kandidat sein! Dennoch ganz so einfach ist das nicht, meinen die Experten. „Eine äußere Zuführung von Hyaluronsäure sollte Teil eines präventiven Gesamtkonzepts sein. Hierzu gehört eine ausgewogene Lebensweise, wie z.B. die Verminderung von Stress, bewusste Ernährung, regelmäßiger Sport, Schutz vor UV-Strahlen und der Verzicht auf Zigaretten“, meint Adrian Klotz, der Geschäftsführer von der KLOTZ LABS Kosmetikmanufaktur GmbH.

Logisch ist das irgendwie schon. Letztendlich bekommen wir auch keine Heidi Klum-Figur, nur wenn wir uns mit der besten „Anti-Cellulite-Abnehm-Creme“ einschmieren.

Aber die Hoffnung auf glattere straffere Haut besteht: „Die Hyaluronsäure kann die sichtbaren Anzeichen der Hautalterung signifikant mildern. Sie ist ein bewährter und vielseitiger Wirkstoff, der auch von Dermatologen bei Behandlungen zur faltentiefen Reduzierung und Hautglättung eingesetzt wird: Sowohl für die topische Applikation (also zur oberflächlichen Anwendung), als auch zur Injektion“, so Dr. Ulrike Ritter-Faizade, Leitung Forschung und Entwicklung von M. Asam. Das hört frau doch gern!

Als nächstes steht frau vor dem Dilemma: Wenn Hyaluron schon so verträglich ist, vielleicht sollte man der Falten-Sache auch mal „auf den Grund gehen“ und z.B. eine „auffüllende“ Injektion ausprobieren? Die Profis haben die Antwort darauf parat. Experten, sowohl die aus der Kosmetik-Branche als auch praktizierende Schönheits-Chirurgen, sind sich über eine längerfristige Wirkung der Unterspritzung einig oder plädieren sogar für „<…>eine Kombination beider Anwendungen, um den gewünschten Effekt, nämlich eine Anhebung größerer Falten durch die Unterspritzung und eine Aufpolsterung kleiner Linien und Fältchen durch die Kosmetik, zu maximieren“, so Adrian Klotz.

Dr. Ulrike Ritter-Faizade von M.Asam empfiehlt jedoch, nur zur Behandlung von extrem tiefen Falten und zum Auffüllen von Hautvertiefungen zur Injektionsmethode zu greifen. „Zur Bekämpfung der üblichen Alterserscheinungen wie kleine Linien und Fältchen kann auch durch die regelmäßige Anwendung von Hyaluronsäurecremes sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Diese Methode ist für jedermann praktikabel und es ist deutlich günstiger“, meint die Expertin.

Gespritzt oder aufgetragen?

Mit Hyaluronsäure gegen Falten
© Victoria Alexandrova/shutterstock.com
Wer die leichten Schmerzen und relativ hohen Kosten (ab 250 Euro pro Ampulle, die zur Behandlung einer milden Nasenlippenfalte reicht!) in Kauf nehmen will, kann sich über eine längerfristige Wirkung der Spritze freuen. Diese hält ca. 6 Monate die Falten “in Takt“ und muss dann wiederholt werden.

Dennoch ist bei der invasiven Methode mit Nebenwirkungen zu rechnen (wie z.B. allergische Reaktionen oder Verhärtungen), die zwar sehr selten auftreten, dennoch nicht auszuschließen sind. Erhöhtes Risiko besteht laut Experten “<…> bei Menschen mit erhöhter Blutungsneigung beziehungsweise Blutgerinnungsstörungen und bei Infektionen im Behandlungsgebiet, Patienten mit bekannten Allergien oder Autoimmunerkrankungen sowie solchen, die besonders zur Narbenbildung neigen“, so Dr. Peter Pantlen, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aus Berlin.

Die Vorteile einer Hyaluron-haltigen Creme oder eines Serums liegen auf der Hand: Für alle praktikabel, praktisch nebenwirkungsfrei, kostengünstig (im Vergleich zur Injektion!). Die aufgetragene Hyaluronsäure ist zwar „<…> nicht so stark wirksam wie eine Unterspritzung, zeigt stärkste Wirksamkeit zeitverzögert, ist jedoch nebenwirkungsfrei und angenehm in der Anwendung“, so Dr. med. Kerstin Bohnsack von Dermo Cosmetics & Health Care Beiersdorf.

Über weitere Vorteile der „oberflächlichen“ Anwendung des Wundermittels klärt Katja Wegener, Physiotherapeutin und Kosmetikerin von ISM Kosmetik auf: „Da außer Hyaluron auch noch andere, wichtige Wirkstoffe enthalten sind, z.B. Vitamine, Spurenelemente, Fette usw., erhält die Haut direkt eine entspannende, nährstoffreiche Versorgung. Dadurch werden alle diese Stoffe besser aufgenommen und verteilt.“

Apropos „weitere Inhaltsstoffe“: Hier suchen verschiedene Kosmetikunternehmen nach eigenen Mitteln und Wegen, um Ihr Produkt besser auf dem Markt zu platzieren. Das Ziel ist allerdings für alle das gleiche: Die Aufnahme von Hyaluron zu verbessern bzw. dessen Wirkung zu begleiten und zu stärken.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten!

Experten geben Tipps

Mit Hyaluronsäure gegen Falten
© christos photo/shutterstock.com
  • Die Zusammensetzung des Produktes entscheidet darüber, wie gut die Hyaluronsäure wirkt (siehe z.B. die Firmeninformationen oben).
  • Achten Sie darauf, dass kurzkettiges und langkettiges Hyaluron kombiniert wird: kurzkettig für eine intensive Langzeitwirkung in der Tiefe, langkettig für einen schnellen Effekt an der Oberfläche. Auch der Anteil des enthaltenen Hyalurons im Produkt ist wichtig (Katja Wegener von ISM).
  • Das Produkt sollte auf Ihren individuellen Hauttyp abgestimmt sein. Daher sollten Sie die Möglichkeit haben, ein Produkt zu testen. Auch eine adäquate Beratung ist wichtig (Dr. Ulrike Ritter-Faizade von M. Asam).
  • Die Inhaltsstoffe des jeweiligen Produktes sollten vom Hersteller absolut offenlegt und auf unnötige Zusätze wie z.B. Parfümstoffe verzichtet werden. Bei kosmetikanalyse.de können Sie z.B. die Zusammensetzung des Produktes Ihrer Wahl überprüfen! (Adrian Klotz von KLOTZ LABS)
  • Es sollte klinisch und dermatologisch hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüft sein. Das wird z.B. bei sehr bekannten Marken vorausgesetzt (Dr. med. Kerstin Bohnsack von Eucerin).
  • Leider gilt bei den Hyaluron-Produkten „Teuer = nicht unbedingt gut“ nicht, da Hyaluron biotechnologischen Ursprungs an sich ein teurer Rohstoff ist. Deshalb ist zu erwarten: Je mehr Hyaluron enthalten ist, desto höher ist der Preis. Deshalb „<…> sollte man bei extrem günstigen Produkten skeptisch werden.
  • Die übliche Menge liegt bei ca. 0,5%. Also sind „Versprechungen, dass ein Produkt 10 oder 20% Hyaluronsäure enthält, meist nicht seriös“, warnt Dr. Ulrike Ritter-Faizade.

Ab wann soll ich die Hyaluron-haltigen Cremes anwenden?

Mit Hyaluronsäure gegen Falten
© Carey Hope/shutterstock.com
Hier sind sich fast alle befragten Experten einig: Ein richtiges Alter für den Anwendungs-Start gibt es nicht, da die hauptsächliche Wirkungsweise der Hyaluronsäure in Versorgung der Haut mit Feuchtigkeit besteht. Deshalb können auch schon die 25-Jährigen solche Cremes anwenden.

„Da die Hautalterung individuell sehr verschieden ist, kann man kein Alter festlegen, sondern sollte das vom individuellen Hautzustand abhängig machen. In der Apotheke erhält man dazu eine kompetente Beratung“, bekräftigt Kerstin Bohnsack.

Auch die Haut ab 50 kann von der Anwendung solcher Produkte nur profitieren: Die Tiefe der Falten kann so reduziert werden und das Hautbild wirkt glatter und frischer. Dazu empfehlen die Experten, solche Präparate in Kombination mit reichhaltigen Cremes für reife Haut anzuwenden.

Hyaluron versus Botox?

Mit Hyaluronsäure gegen Falten
© Yuri Arcurs/shutterstock.com
„Auf gar keinen Fall!“ meinen die Experten einstimmig. Da die beiden Wirkstoffe sehr unterschiedliche Wirkungsweisen haben, treten sie auf keinen Fall in Konkurrenz zu einander. „Botulinumtoxin (Botox) lähmt die Muskulatur, die die Haut in Falten wirft. Mit HA (hyaluronic acid) werden Falten und Gewebedefekte unterfüttert oder sie reichert Feuchtigkeit im Gewebe an“, erklärt Dr. Hilpert, der Schönheitschirurg der Kaiserberg Klinik und prognostiziert für die Zukunft immer häufigere Kombination beider Mittel im Kampf gegen Falten.
 
 

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Unbekannter Gast  am 30.08.2015 20:55

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Unbekannter Gast  am 18.12.2014 08:41

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Unbekannter Gast  am 29.10.2012 21:51

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