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Teil 2: Der letzte Song ist der beste!

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Wo du gerade Culture Club ansprichst: Boy George hat ja damals schon Lidschatten getragen. Das ist ja gerade auch wieder total „in“ bei anderen Rockbands. Wie steht Ihr denn dazu?
Alex: Es ist einmal passiert bei einer Foto-Session. Da hat der Fotograf zu seiner Make-up-Künstlerin gesagt: „Geh mal zu dem Guido und mach dem mal so ein bisschen dunkle Augen.“ Das ist genau einmal passiert, war Scheiße und ist seitdem nie wieder vorgekommen.
Ingo: Ganz ehrlich, heutzutage wird ja jede Band von irgendwelchen Punkrocklabels unter Vertrag genommen, die bei Drei den Kajal nicht abgeschminkt hat. In den letzten zwei Jahren gab’s ja so eine Schwemme von Bands, wo es qualitativ musikalisch egal war, was sie gemacht haben, solange sie die Playmobil-Frisur aufhatten, halbwegs geschminkt waren und als das, was man gemeinhin „Emo“ nennt, durchgingen. Uns gibt es jetzt 14 Jahre und ich weiß nicht wie viele Trends man da schon hat vorbeischwimmen sehen. Wir haben glücklicherweise da immer dran vorbeigelebt.
Alex: Genau. Obwohl es immer viele Leute gibt, die meinen, einem sagen zu müssen: „Das ist gerade der heiße Scheiß. Das müsst ihr auch machen!“
Eike: Es gibt ja auch viele Bands, die immer so uniformiert auf der Bühne stehen und alle die gleichen Klamotten anhaben. Aber irgendwie war das nie so unser Ding. Wir ziehen uns immer nach der Show um und nicht während der Show! Es würde bei uns auch echt aufgesetzt wirken, wenn wir es jetzt mit einem Mal mitmachen.

Kommen wir mal zum Album. Den Song „Stop The Clocks“ – präsentiert WomenWeb im Webwheel.
Alex: Sehr gute Wahl!

Ja, das dachten wir auch. Ist ja auch ein wunderbarer Song. Gibt es eine Geschichte dazu?
Alex: Die Geschichte ist die, dass wir eigentlich fertig waren mit den Aufnahmen zu der Platte. Aber Kurt, der Produzent, hat gesagt: Lasst uns noch einen Song machen, der letzte ist meistens echt ganz gut. Wir sind dann bei einem Song hängen geblieben, den wir im Proberaum aufgenommen hatten, der der knüppelhärteste Song überhaupt war und eigentlich Schrott. Kurt hat dann gesagt: Der eine Teil ist ganz gut, spielt den mal langsamer und unverzerrt. So ist dann "Stop The Clocks" rausgekommen. Wir lieben den Song total.

Der Song ist auch textlich reifer als die früheren Songs. Kann man sagen, dass sich bei Euch mit diesem Album so eine Art Altersweisheit eingestellt hat?
Ingo: Ich möchte – wie das schon auf den alten Platten war – den Leuten nicht mit dem Zaunpfahl winken. Das finde ich zu plakativ. Ich finde es gut, wenn man grundsätzliche Gefühle vermittelt und ich mich selbst persönlich darin wiederfinden kann. Uns wird ja nachgesagt bei den älteren Platten, dass wir die Leute im Positiven zu vereinen wissen. Da ist so ein Unity-Gefühl auf unseren Konzerten, Party und gute Laune. Ich hab mir überlegt, dass das auch ins Negative gehen kann. Es gibt eben genauso viele negative Situationen, die Leute verbinden können, die jeder schon mal mitgemacht hat. Solche Sachen wie zum Beispiel mit dir unzufrieden zu sein, dich selbst zu belügen… Das ist auch bei „Stop the Clocks“ so: Ein Song, der im Refrain zwar mit allen gesungen wird, aber eigentlich einen negativen Anstrich hat. Im Grunde vereint er aber die Leute wieder, weil jeder weiß: Das passiert jedem! Das ist auch die Idee, die ich bei dem kompletten Album hatte, das zieht sich wie ein roter Faden durch.
Eike: "Stop the Clocks" ist der erste Song, wo ich mitgesungen habe. So das möchte ich hier jetzt auch mal sagen. Es gab öfters schon mal Songs, wo ich mitgrölen durfte in irgendwelchen Chören oder so. Aber es ist der erste Song wo ich selber mitsingen musste. Du glaubst nicht, was für Schweißausbrüche ich hatte, als ich vorm Mikro stand!

 
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