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Guter Schlaf ist keine Selbstverständlichkeit

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Rätselhafter Schlaf: Die Störungen sind besser erforscht als die Gründe

Wissenschaftler verkünden nur selten öffentlich, welche Wissensgebiete noch zu großen Teilen im Dunkel künftiger Forschung liegen. Darüber zu reden, was man noch nicht weiß, scheint ziemlich sinnlos und verschreckt im Zweifel noch den Bürger ... Beim Thema Schlaf ist das anders; er ist offensichtlich für alle Menschen ein so wichtiges Thema und wirft so viele Fragen auf, dass aus der Schlafforschung regelmäßig zu hören ist: Nein, wir wissen noch nicht, warum Menschen in regelmäßigen Abständen Schlaf brauchen.

Sicher ist, dass Schlaf zum Leben gehört, als unverzichtbare Bedingung zum Überleben. Echter Schlaf, mit verminderter Puls- und Atemfrequenz, abgesenktem Blutdruck und geschlossenen Augen. Ruhe zwischendurch reicht nicht, auch wenn es sich um vorbildliche Zen-Meditation handelt. In einer Gesellschaft, in der es oft an schon an jeglicher Ruhe fehlt, ist Schlafen erst recht nicht immer ganz einfach. Laut einer aktuellen Studie der DAK leidet jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland an schweren Schlafstörungen.

Die Somnologie (Schlafmedizin, Schlafforschung) beschäftigt sich in erster Linie mit Behandlungsmöglichkeiten dieser Störungen. Hier hat sie viele Ergebnisse vorzuweisen, heute werden etliche Schlafstörungen unterschieden und mit spezifischen Therapien angegangen. Je frühzeitiger diese Störungen (gemeinsam mit einem Arzt) angegangen werden, desto besser; die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin stellt auf ihrer Website www.dgsm.de elf Ratgeber zu verschiedensten Schlafproblemen zum Herunterladen bereit.

Wer gut schläft und möchte, dass das so bleibt (oder mit gelegentlichen Schlafstörungen im vormedizinischen Bereich umgehen muss), kann aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der medizinischen Schlafforschung auch seinen Nutzen ziehen:

Über Schlaftraining und Schlafhygiene

Wenn Sie mit der Erziehung nicht immer gut schlafender Kids betraut sind oder das Thema "gesund Schlafen" abhaken möchten, bevor der Arzt konsultiert werden muss, könnten/sollten die Themen Schlaftraining und Schlafhygiene Sie interessieren. Schlaftraining ist (wie heute alle Erziehungsthemen) ein hoch umstrittenes Feld, über das hier: de.wikipedia.org/wiki/Schlaftraining ein guter Überblick geboten wird. Aber auch für den Schlaf von Kindern und Jugendlichen gelten die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die heute unter dem Begriff Schlafhygiene zusammengefasst werden.

Schlafhygiene umfasst im Grunde verschiedene Regeln des gesunden Menschenverstandes, die inzwischen durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt wurden:
- Keine schwerverdauliche Nahrung direkt vor dem Schlafengehen, nicht mit knurrendem Magen ins Bett
- Nicht direkt nach anstrengendem körperlichen Training (oder schwerer körperlicher Arbeit) Schlafen legen
- Keine Süßigkeiten mit ins Bett nehmen
- Die Zigarette, das Glas Wein, die Tasse Kaffee eine Weile vor dem Schlafen genießen
- Zwischen Alltag und Zubettgehen eine Pufferzone mit beruhigenden Ritualen einplanen
- Den Tagesärger beim Zähneputzen im Ausguss herunterspülen, ev. abends am Bett ein entspannendes Nachtlied hören ...
- Das Schlafzimmer so dunkel halten, dass Sie nicht in Dämmerphasen durch helles Licht geweckt werden
Wenn Sie bereits unter Einschlafschwierigkeiten leiden, gibt es noch einige weitere Tipps, die Sie im entsprechenden Ratgeber der DGSM und z. B. hier nachlesen können.

Bei der Erforschung dieser "Schlafregeln" hat sich netterweise ein Gefühl bestätigt, das der gesunde Menschenverstand schon immer vorgab: Luxus im und am Bett ist kein Luxus, sondern es gehört zu den wichtigsten Vorgaben der Schlafhygiene, die Schlafumgebung angenehm und schlaffördernd zu gestalten. Dazu gehören ein gutes Bett mit einer bequemen Matratze, dichte Vorhänge oder Jalousien am Fenster und ein gut erreichbarer Nachttisch ohne scharfe Kanten neben dem Bett. Aber auch schöne, frische, schadstofffreie Bettwäsche im Bett, in ausreichender Anzahl zum häufigen Wechseln - die Anschaffung von Luxusbettwäsche lohnt sich in Bezug auf guten Schlaf unbedingt.

Apropos Luxus: Mittlerweile gibt es ernsthafte Mediziner wie Professor Bernd Kleine-Gunk (Präsident der German Society of Anti-Aging Medicine), die generell die Meinung vertreten, dass es vor allem der Genuss ist, der uns ein langes Leben verschafft. Schon dieses Interview bringt Genuss: www.focus.de/gesundheit/genuss-ist-entscheidend-sport-und-ernaehrung-reichen-nicht-anti-aging-arzt-verraet-faktoren-fuer-langes-leben_id_10387301.html.

Nicht durch falsche Schlaf-Mythen verrückt machen lassen

Bei der Erforschung von Schlafstörungen gewinnt die Wissenschaft auch immer wieder neue Erkenntnisse über die grundlegende Physiologie des Schlafs. Die sind für alle (schlafenden) Menschen interessant; vor allem für die, die gelegentliche Schlafprobleme nicht richtig einordnen können. Gerade ist die "Mutter aller Studien" zum Thema Schlafmythen erschienen: Dr. Rebecca Robbins und ihr Team vom NYU Langone Medical Center New York haben all die Märchen, die uns schon unsere Großmütter übers Schlafen erzählt haben, unter die wissenschaftliche Lupe genommen.

Das Ergebnis könnte viele Menschen ziemlich entspannen (was dann automatisch zu besserem Schlaf führt, genau das war der Zweck der Übung bzw. Studie): "Erwachsene brauchen nicht mehr als fünf Stunden Schlaf", "der beste Schlaf liegt vor Mitternacht", "Bei Einschlafproblemen im Bett bleiben", "richtig ausgepowert schläfst Du auch gut", "Alte brauchen kaum noch Schlaf", "der hat's gut, er kann immer und überall einschlafen"; alles FALSCH! Erwachsene brauchen so viel Schlaf, wie sie brauchen; der beste Schlaf ist die erste Tiefschlafphase egal wann diese stattfindet; wer nicht einschlafen kann, sollte besser aufstehen; richtig Auspowern macht eher wach; Alte Menschen schlafen oft auch tagsüber; wer immer und überall schläft, leidet wohl unter mächtigem Schlafmangel ... Dr. Robbins live: www.youtube.com/watch?v=hWbH4vAR_EA, hier können Sie in deutscher Übersetzung die Ergebnisse zu den 10 wichtigsten Schlafmythen nachlesen: www.healthtv.de/c_eur/de/c/10-mythen-um-den-gesunden-schlaf.

 
 

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