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Rollentausch

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Zusammenspiel der Eltern

Rollentausch in der Erziehlung
© Ersler Dmitry/Shutterstock.com
Welche Probleme können bei einem Rollentausch auftreten? Haben Sie Tipps für uns, wie man diesen Problemen entgegensteuern kann?

Arbeitende Mütter machen dieselben Fehler wie Väter – sie vernachlässigen die Beziehung, die Erziehung, das Zusammensein. Sie wertschätzen die Arbeit des Papas nicht. Sie spielen mit dem Machtfaktor Geld, wenn sie mehr als Männer verdienen („Ich bring hier das Geld nach Haus!“) – alles mit umgekehrten Rollen, aber genau so. Ich halte es für ein unheimlich weit verbreitetes Gerücht, dass arbeitende Mütter mehr qualitative Zeit mit dem Kind verbringen. Ich möchte die Frau sehen, die nach 12 Stunden im Job sich noch eine Stunde voll aufs Spiel mit den Kleinen konzentrieren kann... Das wird Müttern immer so nett zugeschrieben, von meist männlichen Wissenschaftlern, die sich irgendwie auch nicht von ihren Vorstellungen lösen können.

Die arbeitende Karrierefrau darf also den Fehler der Papas nicht wiederholen. Sie muss sich auch Zeit nehmen für die Familie – ein freier Nachmittag bewirkt schon Wunder. Ganz wichtig ist auch Wertschätzung: Wenn der Mann Essen gekocht hat, ist das nicht selbstverständlich. Und die Sorgen des zeitweise nicht-arbeitenden Partners sind genauso groß und ernst zu nehmen wie der eigene Kummer aus der großen weiten Welt der Arbeit.


Ganz konkret: Wie können Mama und Papa am besten als Team zusammen arbeiten?

Erst einmal sollten sie darüber reden, wie sie die Rollen verteilen. Wer macht was und wer entscheidet was allein? Was erfordert gemeinsame Besprechungen? Das verlangt viel Kommunikation und sehr genaue Absprachen. Sie sollten sich täglich zudem mindestens eine halbe Stunde Zeit füreinander als Paar nehmen – jeder hat in dieser Zeit zehn Minuten, um über den Tag und seine Fragen und Probleme zu sprechen. Diese zehn Minuten werden nicht unterbrochen, sondern nur zugehört. Die übrigen zehn Minuten sind für den Austausch. Ohne Kommunikation geht bei allem Rollentausch nämlich die Beziehung den Bach herunter.


Wie kommt es, dass sich immer mehr Eltern die Erziehung teilen? Seit wann macht sich dieser Trend bemerkbar?

Verstärkt in letzter Zeit, bestimmt hat auch Frau von der Leyen damit zu tun. Ich merke es selbst in Kindergarten und Schule. Ich arbeite zwar in Hamburg, wohne jedoch auf dem Land. Hier in Hamburg war es schon immer normal, dass Frauen schnell wieder arbeiten und Männer zuhause bleiben, vor allem in Stadtteilen wie Ottensen – in dem mein Büro liegt - oder Eimsbüttel. Aber auf dem Land ist das neu. Vor vier Jahren waren etwa im Kindergarten meines Sohnes noch ganz wenige Frauen, die arbeiteten. Und die, die berufstätig waren, gingen dem Job nur stundenweise nach. Inzwischen gibt es mehr vollzeitarbeitende Frauen in demselben Kindergarten. Für mich ist das ein Gradmesser. Es ist aber eindeutig so, dass das Modell des Rollentauschens oder Rollenteilens vor allem im akademischen Umfeld zu beobachten ist oder dort, wo sich Leidenschaftsberufe finden, etwa im kreativen Bereich.
 
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