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Rollentausch

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Männer und Frauen

Sind es eher die Männer oder eher die Frauen, die nach einer gemeinsamen Erziehung streben?

Beide. Frauen verlangen mehr Beteiligung durch den Mann und Männer wollen mitmachen. Oft erstickt das Mitmachenwollen jedoch, wenn das Kind da ist – und dann kommen fordernde Frauen ins Spiel, die sich nicht zum Heimchen machen lassen wollen. Immer mehr machen ihren Männern – Gott sei Dank – ordentlich Dampf, wenn sie ehemals gute Vorsätze ad acta legen.


Fällt es Frauen manchmal schwer, ihre Männer in die Erziehung zu integrieren?

Frauen machen oft den Fehler, Männern nicht allzu viel zuzutrauen. Und Männer ziehen sich dann zu schnell zurück. Aus meiner Sicht wird hier zu wenig darüber geredet. Beide müssen sagen, wie Sie sich die gemeinsame Erziehung vorstellen und darüber sprechen, wenn Sie etwas stört oder frustriert. Gemeinsame Erziehung ist grunddemokratisch, das erfordert auch demokratische Elemente wie einen Eltern- oder Familienrat und damit die Bereitschaft zu vielen Kompromissen.


Liegen das Talent und auch die Lust, die Haushaltsführung und Erziehung zu übernehmen, einfach daran, wie man erzogen wurde, sprich: Werden Männer, die als Kinder im Haushalt aktiv waren, auch später gerne den Haushalt führen?

Ich glaube schon, dass das so ist. In meinen Interviews habe ich festgestellt, dass viele Männer, die sich zeitweise der Erziehung widmeten oder sich diese teilten, selbst schon eine selbstbewusste, arbeitende Mutter erlebt haben. Andere machten die Erfahrung, dass ihnen die Frau wegläuft, wenn sie nur der Karriere nachhecheln. Sie haben gelernt, dass das „Du zuhause, ich Karriere“-Modell nicht funktioniert, jedenfalls nicht auf Dauer. Diese „Second-Hand-Männer“ sind dann in der zweiten Ehe bereit, sehr viel mehr in die Partnerschaft und Familie zu investieren und sich ganz der Beziehung und Erziehung zu widmen.


Ist es für Männer manchmal auch eine Befreiung und Entlastung, nicht mehr die Rolle des alleinigen Familienernährers erfüllen zu müssen?

Aber ja doch! Wissen Sie, wie stressig es ist, immer Angst um den Job haben zu müssen? Das ist nicht das reine Vergnügen, sondern oft ein Riesendruck – und dieser wird von vielen Männern auch genau so empfunden. Denn auch Männer haben nicht immer einen Leidenschaftsberuf, sondern einfach nur einen nervigen Job. Viele würden sehr, sehr gerne etwas Anderes, Besseres, Sinnvolleres machen. Das geht aber nicht, weil ihre – nicht selten als undankbar empfundene - Aufgabe das Geldverdienen ist. Ich spreche mit vielen Männer, die sehr gerne weniger arbeiten würden und weniger verdienen, in einem angenehmeren Job – aber die Ehefrau lässt das nicht zu. Oder das Reihenhaus. Und all diese lästigen Verpflichtungen. Ja, geteilte Verantwortung ist eine Befreiung für alle.

 
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