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Rollentausch

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Erziehung: Tauschen oder Teilen?

Rollentausch in der Erziehlung
© Meelis Endla/Shutterstock.com
Wie groß ist derzeit etwa der Anteil an Familien, in denen die Rollen wirklich völlig ausgetauscht sind? Oder gibt es mehr solche Modelle wie in Ihrer Familie, wo Erziehung usw. geteilt werden?

Ich kann das nicht wirklich genau sagen. Man muss auch bedenken, dass Männer und Frauen nach einem anderen System tauschen. Die Männer steigen nämlich so gut wie nie vollständig oder für mehr als ein Jahr aus dem Job aus - was ich sehr vernünftig finde. Es gibt ganz klar auch ein Stadt-Land-Gefälle. Hier in Hamburg und auch in meiner Geburtsstadt Köln beobachte ich sehr viele Väter, die mittags im Straßencafé sitzen und ihr Baby füttern. In meine Beratung kommen auch schon mal Väter mit Kind. Auf dem Land gibt es das auch, seltener - da sind solche Väter fast immer Kreative, Designer, Texter, Fotografen. Aber ich bin keine Statistikerin: Mein Empfinden ist, dass es unter den gut ausgebildeten und qualifizierten Männern sehr viele geben muss, die sich zumindest stark an der Erziehung beteiligen. Ich sehe sie ständig – in meiner Beratung, im privaten Umfeld, auf der Straße.


Was könnte Ihrer Meinung nach das Familienmodell der Zukunft sein?

Wir sind in der Familie auf dem Weg in eine Demokratie mit pluralistischen Lebensformen. Jeder sollte das machen dürfen, was er oder sie am besten kann. Frauen geben ihre häusliche „Macht“ auf, Männer dürfen entspannen, weil auf ihnen nicht mehr allein die Last des Geldverdienens liegt. Letztendlich soll aber jeder sein Familienleben so organisieren dürfen, wie es ihr und ihm gefällt. Dann sind ganz viele Modelle vorstellbar. Das aus meiner Sicht gerechteste ist das der auf Papa und Mama „verteilten“ und geteilten Verantwortung, in der beide zeitweise weniger arbeiten und sich um das Kind kümmern können. Auch möglich, dass sich für eine Übergangszeit – ideal und im Lebenslauf vertretbar finde ich aus der Sicht einer Karriereberaterin ein Jahr - einer auch schwerpunktmäßig um die Erziehung kümmern darf. Bei zwei Kinden wäre ein Wechsel ideal: zuerst der Mann, dann die Frau. Oder auch zwei Mal der Mann. Wer mehr zurücktritt, darüber sollten die persönlichen Fähigkeiten und Wünsche und nicht das Geschlecht entscheiden.

Entscheidend ist bei all dem, dass die Politik Wahlfreiheit schafft. Jedes Paar muss für sich sein passendes Modell finden – es muss sich für oder gegen Ganztagesbetreuung entscheiden können, für oder gegen ein Babyjahr zu Hause. Vor allem aber hat die Wirtschaft die Aufgabe für flexible Arbeitszeitmodelle zu sorgen, die es beiden Elternteilen ermöglicht, berufstätig zu bleiben und trotzdem gemeinsame Zeit und Zeit für das Kind zu haben.
 
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