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Conni Lubek - Bevor es losgeht…


Jun 24 2009

Conni Lubek
17:03 Uhr
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Ich wache immer an derselben Stelle auf. Ich wache auf, wenn Johannes B. Kerner mit gefalteten Händen, schräg gestelltem Köpfchen und weit über seinen Moderatorentisch zu mir hingeneigt fragt:
„Frau Lpunkt, glauben Sie, dass Sie anderen Menschen, die Liebeskummer haben, Trost und Hilfe sein können?“
Auweia.
Und dann guckt er so ernst. 
Auweia auweia auweia.
 
Nur um das klarzustellen. Ich mag Johannes B. Kerner. Es wäre eine große Ehre für mich, bei Johannes B. Kerner eingeladen zu werden. Johannes B. Kerner ist nett und nicht der Punkt. 
Der Punkt ist: Neben mir in diesem wiederkehrenden nächtlichen Traum von einem Auftritt in der Kerner-Show sitzt aus irgendwelchen Gründen stets Babsi. Babsi, eine ehemalige Schulkameradin aus der Grundschule. Und Babsi prustet bei Herrn Kerners an sich sehr netten, sehr freundlichen Frage vorlaut los: 
"Lpunkt, die Liebeskummertante! HAR! HAR! HAR!"
Danach wache ich wie gesagt auf. Schweiß gebadet. Liebeskummertante, so eine Gemeinheit. Und nur, weil ich Babsis Turnbeutel mal versteckt habe… 

Okay, nicht nur. Ein bisschen bin ich auch selbst dran Schuld, weil… weil…

Vor kurzem hatte ich ja Jubiläum. Mein Blog „Anleitung zum Entlieben“, das ich als Lpunkt (oder Lchen oder Lapared) führe, wurde vier Jahre alt. Vier Jahre Entlieben – da darf man wohl sagen: Herzlichen Glückwunsch! Als Roman und als Hörbuch gibt es „Anleitung zum Entlieben“ auch schon, was ich mache, mache ich gründlich. Und im Herbst kommt dann „Entlieben für Fortgeschrittene“, wieder eine Geschichte über eine unmögliche (wirklich unmögliche?) Liebe. So ganz aus der hohlen Luft kommt es also nicht, dass Turnbeutel-Babsi mich Liebeskummertante nennt. Die blöde Nuss.
 
„Wäre es denn so eine Katastrophe, als Liebeskummer-Expertin zu gelten?“ Als ich meinem Schatz von meinem schlimmen Traum erzählte, reagierte er ungefähr genauso therapeutisch wie Herr Kerner. 
„Tante!“, ereiferte ich mich noch mehr. „Ich gelte nicht als Expertin, Schatz, ich gelte als Tante! Tante!“ Meine Stimme wurde richtig schrill. Schlimm.
„Im Traum, meine Süße, doch nur im Traum…“, beruhigte mich mein Schatz. Da hatte er natürlich Recht, wie immer. „In Wirklichkeit giltst du weder als das eine, noch das andere. Süße, Du bist nicht bei Kerner eingeladen, in Wirklichkeit kennt dich kein Schwein.“
Hmpf. Mein Schatz macht übrigens gerade eine Diät, aber sonst, so ab 3500 Kilokalorien aufwärts, ist er tatsächlich ein sehr netter, freundlicher, mitunter sogar hinreißender Mann.

Wie auch immer. Ich möchte jedenfalls nicht irgendwann als Liebeskummertante dastehen. So. Auch nicht als Mutter aller Liebesluschen (so nennt meine Freundin Wpunkt Menschen wie meine Heldin Lpunkt, die in der Liebe stets außergewöhnliche Leidensfähigkeit beweisen, denen das Herz manchmal das Rückgrat verbiegt oder sogar – kkrrrrrrzk - bricht, die sich aus Leidenschaft manchmal zu völligen Idioten… na, egal). Und deshalb hab ich mir Folgendes überlegt:
Wie versprochen werde ich hier in den nächsten Wochen meine Lieblingstexte aus vier Jahren „Anleitung zum Entlieben“ vorstellen. Aber: Es wird kein Liebeskummer darin vorkommen! Nicht einer! Es wird nicht mal immer um Beziehungen gehen, ja-ha, Lpunkt kann auch anders! Lchen hat auch andere Themen!
Den Anfang wird daher ein betont sachlicher, sehr fundierter, sehr kompetenter Text aus dem Bereich „Sport und Gymnastik“ machen. Freuen Sie sich auf „Lchen in Rage“.

Morgen in diesem liebeskummerlosen Blog.



 

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Conni Lubek

Conni Lubek ist freie Texterin und Autorin. Ihr Debütroman „Anleitung zum Entlieben“, der auf Anhieb ein Bestseller wurde, entstand aus den Anfängen ihres gleichnamigen Weblogs.
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