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Autorenleben - Eine Frau schreibt sich auf - Unser Neujahrsempfang oder: Ich lege vor!


Mrz 5 2010

Frauke Baldrich-Brümmer
12:09 Uhr
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Nun liegt unser Neujahrsempfang hinter uns und wir essen seit gestern auch wieder etwas anderes als Salat, Dips und gefüllte Eier. Mein Sohn hat ungefähr 12 Stunden lang nur für das Büfett gekocht- und trotz enormen Zuspruchs von Seiten der Gäste blieb einiges übrig. In der letzten Schicht des Kochmarathons dann war ich ihm übrigens unterstellt. Ich durfte Mandeln rösten und  Butterkekse im Mörser zerstampfen. Zum Glück alles nacheinander, denn zeitgleich wäre es mir nicht gelungen, obwohl wir Frauen ja multitaskingfähig sind. Zum Schluss sollte ich noch, wie er mir sagte „Besteck vorlegen“. Zu diesem Zwecke bekam ich einige Gabeln und Löffel in die Hand gedrückt. „Vor die Schüsseln legen!“, sprach der Küchenmeister, worauf ich dann das Besteck so platzierte, das vor jeder Schüssel ein Teil desselben  zu liegen kam. Dies entlockte dem Maitre de Cuisine jedoch einen Schreckensschrei . „Vorlegen- du solltest vorlegen!“, brüllte er und legte vor jede Schüssel eine Gabel und einen Löffel. Da klingelte es, und die ersten Gäste erschienen.
Der Empfang verlief dann reibungslos. In unserem kleinen, künstlerischen Rahmenprogramm las Jacez  T. Zielinski, ein Autor aus Hannover, Lyrik vom Feinsten vor. Inge Schäkel, die ja auch meine „Trulla“ aus den „Geschichten von Trulla“ gespielt hat, erfreute uns mit allen Strophen von „Johnny, wenn du Geburtstag hast“, einem Song, von dem ich nur den Refrain kannte und sang dann noch mein Lieblingslied „Wenn ich mir was wünschen dürfte“, bei dem ich einige wimpertuschegefärbte Tränen vergoss.
Tatjana Bulava bezauberte einmal wieder durch ihr russisches Knopfakkordeon, das Bajan.
Und ich taufte in meiner Anmoderation unseren Gast Michael Mellenthin von Kröpcke Musik und Cora Zong Records in Wolfgang Mellenthin um. Mein Freund fragte mich später, wie ich denn auf den Wolfgang gekommen sei? Ob da etwa noch ein Ex dieses Vornamens in meinem Unterbewusstsein herumspuke?
Ich grübelte nach. Der einizige Wolfgang der mir spontan einfiel war Mozart, und der war schon lange tot. Doch-  in der ersten Klasse- da gab es tatsächlich noch einen Wolfgang!. Der hatte mir zum Geburtstag ein Stoffbambi geschenkt. Der war klein, rothaarig und eher schüchtern gewesen und ich hatte ihm immer aus „Pipi Langstrumpf“ vorgelesen. Das erzählte ich meinem Freund. Der meinte gleich , dass ich ihm nicht vorzulesen brauche.
Aber Pipi Langstrumpf möchte ich selber so gerne mal wieder lesen.
Am besten gleich heute Abend im Bett!



 

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Frauke Baldrich-Brümmer

Frauke Baldrich-Brümmer, Jahrgang 1956, dichtet, schreibt und tritt mit kabarettistischen Lesebühnenprogrammen auf. Für uns bloggt sie über das, was (schreibenden) Frauen alltäglich widerfahren kann.
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