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Autorenleben - Eine Frau schreibt sich auf - Hänschen Apfelkern


Mrz 9 2010

Frauke Baldrich-Brümmer
12:48 Uhr
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 Meine Freundin Trulla ist sauer auf den Weltfrauentag, der gestern war. Da hat sie sich nämlich mit einem „Wein-und Genuss- Mensch“ namens Dr. Peter Schneider getroffen. Der hatte sie über „Grieche sucht Griechin“ angemailt und um einen Kontakt gebeten, eine Bitte, die Trulla ihm natürlich gerne erfüllte. Leider, so teilte sie mir am  Abend mit, wäre der Wein-Doc gar nicht ihre Kragenweite gewesen. Trulla zischte, der Mann sei nur drauf aus gewesen, seine Weine zu verscherbeln. Er sei Betriebswirt und habe als solcher wohl eine kleine Online-Weinhandlung. In dem Lokal, wo beide sich am frühen Abend getroffen hätte, sei er herumgelaufen und habe dort sitzenden Frauen eine Rose zum Weltfrauentag geschenkt und eine Visitenkarte seines „Weinlochs“, Sie selber habe eine Flasche Spätburgunder von ihm erhalten, „Und stell dir vor“, zischte Trulla mir ins Ohr, „der sagt gesagt, Frauen über 45 schenkt er immer Spätburgunder! Nach dem Motto: je oller, je doller!“
Ich musste lachen und Trulla war beleidigt. Heute Mittag rief ich sie an und zwar wegen Hänschen Apfelkern. Ich habe nämlich heute früh in einem Forum gelesen, dass es nicht nur einen Weltfrauentag,  sondern auch einen Hänschen-Apfelkern-Tag gibt. Hänschen hat zwar schon das Zeitliche gesegnet, aber ich fand die Beschreibung des Typen so klasse, dass ich Trulla vorlas, was bei Wikipedia zu lesen steht: „Nach dem Tod seiner Verlobten zog  Hänschen Apfelkern sein restliches Leben lang als Missionar der Neuen Kirche durchs Land, trug einen Kochtopf auf dem Kopf und hatte die Hosentaschen voller Apfelsamen. Er lehrte die Bibel und schloss Freundschaft mit Indianern, wilden Tieren und Siedlern.“
Trulla meinte, vom spirituellen Standpunkt gefielen solche Art Männer ihr recht gut. Allerdings müsse sich unter dem Kochtopf ein akademischer Hinterkopf verbergen. Dann seufzte sie und meinte, sie könne sich kaum vorstellen, in unserer heutigen zivilisatorisch- engherzigen Welt einen solchen Mann zu finden. Aber sie würde die Hoffnung nicht aufgeben. Zu Ostern fährt Trulla ja aufs Land, in den Osterurlaub. Dort, so sagte sie, würde sie nach Hänschen-ähnlichen Männern Ausschau halten.



 

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Frauke Baldrich-Brümmer

Frauke Baldrich-Brümmer, Jahrgang 1956, dichtet, schreibt und tritt mit kabarettistischen Lesebühnenprogrammen auf. Für uns bloggt sie über das, was (schreibenden) Frauen alltäglich widerfahren kann.
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