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Autorenleben - Eine Frau schreibt sich auf - Wie ein Buch entsteht


Jul 17 2010

Frauke Baldrich-Brümmer
11:53 Uhr
2396 Besucher
2 Kommentar(e)


Falls meine werten Leser interessieren sollte, wie ein Buch oder eine Hör-CD entstehen, sie also mal ein wenig hinter die Kulissen der writing business schauen wollen, bitte schön. Bei mir steht bei fast allem die Realität so sehr Pate, dass ich auch nicht davor zurückschrecke, echte, lebendige, also mir bekannte oder sogar mit mir zusammenlebende Menschen zu mir aufs Papier zu holen. Die werde dann zum Schreibanlass oder auch bisschen mehr. Ein Schreibanlass war zum Beispiel die Tatsache, dass eine ganze Reihe mir bekannter Frauen (auch ich zählte einst zu jener Kategorie!) sich jahrelang nach einem Liebe-Sehnsucht- und Geborgenheitsgeber verzehrten. Dabei machten die (und da schließ ich mich wieder ein!) einiges durch, stellten manches an und durchlebten meist richtig viel. Und da auch ich , wie schon gesagt, mehr als einmal durch alle die Höhen und Tiefen dieser Suche gegangen bin, habe ich ein Buch drüber geschrieben. In dem rede ich über meine Freundin Trulla, die furchtbar gerne einen studierten Mann haben will. Zur Seite stand mir auch meine Muse Charlotta (manche kennen sie schon!) die sich immer wieder einmischte. Dabei hatte ich zu Anfang noch gar keine Buchidee im Kopf sondern schrieb einfach erst mal eine Geschichte. Die stellte ich in ein Forum ein, und dann kam noch eine und noch eine und dann meinten ein paar nette Leute, da müsse ich ein Buch draus machen. Charlotta fand die Idee super. Sie dachte dabei hauptsächlich an die Tantiemen und was sie sich Neues zum Anziehen kaufen kann, sie ist nun mal so, man kann sich seine Muse nicht immer aussuchen! Und dann kann die netter Verlegerin Frau Fuchs, ich schrieb immer mehr Geschichten, die nette Frau Fuchs las und las und las und ließ Probeleser lesen und  die Illustratorin Doris Gassner begann, die Trulla und einige der Gegenstände, mit denen Trulla sich ständig umgibt (Engel, Kerzen, Pendel, Frösche, Stühle- Männer lassen wir hier mal weg, die sind alles – aber kein Gegenstand) zu zeichnen. Es waren aufregende Tage. Dann wurde das Buch gedruckt (es erhielt einen sehr schicken, pinkfarbenen Einband) und eines Tages erhielt ich das erste Exemplar in den Händen. Ich heulte vor Freude. Dann schrie ich vor Wut. Charlotta hat mir nämlich die Trulla aus der Hand gerissen und wollte sie als erste lesen. Wir rauften uns eine Weile um das Buch, bis ich schließlich einen Kompromiss fand. Ich setzte mich gemütlich aufs Sofa, goss Charlotta und mir einen Prosecco (Trullas Leib-und Magengetränk ein) und las Charlotta vor. Das ganze Buch . Alle Geschichten. Dabei leerten wir die Flasche.
 
Nachklapp: Mittlerweile ist das Tulla-Buch schon zwei Jahre alt. Draus vorlesen tu ich immer noch. Aber nicht immer mit Prosecco.



Kommentar von Club-Mitglied

 
 
 
 
 

17.07.2010 20:33:00

Ja, so entsteht dann ein Buch. Eines, das man immer mal wieder gerne zur Hand nimmt und schmunzelt. Ich vermisse meine Trulla. Habe ich sie doch verliehen und weiss nicht mehr an wen. Demjenigen scheint sie auf jeden Fall auch zu gefallen, denn zurückgegeben hat er sie nicht. Ich weiss aber nicht, ob er ein Akademiker ist. Und irgendwann, da werd' ich es sicher auch mal rechtzeitig zu einer Lesung schaffen. Darauf freue ich mich.


Kommentar von Club-Mitglied

 
 
 
 
 

17.07.2010 20:34:00

Hab' die Punktzahl vergessen. Klar mag ich das Buch. Sonst würd' ich es ja nicht vermissen, was ich aber tue;-))


 

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Frauke Baldrich-Brümmer

Frauke Baldrich-Brümmer, Jahrgang 1956, dichtet, schreibt und tritt mit kabarettistischen Lesebühnenprogrammen auf. Für uns bloggt sie über das, was (schreibenden) Frauen alltäglich widerfahren kann.
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