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Autorenleben - Eine Frau schreibt sich auf - Gute Vorsätze


Jan 3 2011

Frauke Baldrich-Brümmer
09:39 Uhr
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Nicht wenige von uns fassen sie jedes Jahr aufs Neue und fassen sich später an den Kopf, wenn sie sehen, was sie sich da aufgeladen haben. Ich rede von den Vorsätzen, den guten. Manche machen sogar Listen, auf denen dann fein säuberlich notiert steht, was sie da alles ändern wollen im Leben. Dabei habe ich gar nichts gegen die guten Vorsätze. Doch- warum denke ich, diese betreffend, gleich in Kategorien wie: „Im nächsten Jahr in der Woche morgens recht früh aufstehen.“ Warum nehme ich mir nicht einfach einmal Folgendes vor: „Auch mal den Mut haben, liegen zu blieben, wenn es mir dabei ist, dann gemütlich im Bett zu frühstücken und alles zwei Stunden später anzugehen- und das NICHT an einem Sonntag.“ Gut, ein solcher Vorsatz ist nur etwas für solche, die sich ihre Arbeitszeit einteilen können.
Aber es gibt da ja noch mehr: „Haushaltsarbeiten nicht aufschieben, sondern sofort erledigen!“ Das nimmt man sich gerne immer wieder vor, nicht wahr? Um dann mit Kopfschmerzen zähneknirschend das Geschirr zu spülen oder Staub zu saugen. „Auf die eigene Befindlichkeit achten und auch mal „Nein!“ zu manchen Pflichten zu sagen“- wäre das nicht ein viel bessere Vorsatz?
Oder- das kennen auch sicher auch viele von uns: „Im neuen Jahr endlich abnehmen!“ Und hurtig stellt man sich ein Programm mit Nordic Walking, Aerobic, Schwimmen, Bauch-Weg-Übungen und einem Diätplan auf. Nach drei Tagen schmerzt jeder Muskel und der ausgehungerte Körper schreit so lange nach Pommes mit Mayo, bis man diesem Gelüst nachgibt und sich hinterher noch mal so mies fühlt. Um dann festzustellen, dass dieses Abnehmprogramm nicht zu einem passt. Ich weiß mittlerweile, dass ein Schreibtischmensch wie ich einfach nicht jeden Tag Sport machen will und kann. Doch spazieren gehen mit dem Hund, tanzen zu einem tollen Hit im Radio- so was ist dann ja immer noch drin. Ganz zu schweigen von den Runden, die man mit dem Staubsauger oder dem Besen durch seine Behausung geht, das Einkaufen, Fensterputzen, Aufräumen…. Eigentlich, so denke ich, sollte ich stolz auf mich sein. Vieles ist doch schon gut in meinem Leben! Und das, was noch besser werden könnte- da schau ich mal genauer hin. Gucke mal, was sich dahinter verbirgt. Ist es ein wirklich echter Wunsch nach Veränderung? Denn das sollten die guten Vorsätze für mich schon sein!



 

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Frauke Baldrich-Brümmer

Frauke Baldrich-Brümmer, Jahrgang 1956, dichtet, schreibt und tritt mit kabarettistischen Lesebühnenprogrammen auf. Für uns bloggt sie über das, was (schreibenden) Frauen alltäglich widerfahren kann.
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