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Autorenleben - Eine Frau schreibt sich auf - Wenn Beamten helfen.... 1. Teil


Feb 13 2011

Frauke Baldrich-Brümmer
13:20 Uhr
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Ich kenne nur  noch einen  einizgen Menschen, dessen Orientierungssinn fast so schlecht ausgeprägt ist wie der meine. Es ist ein Mann, in den ich jahrelang verliebt war und in diesen Zustand erträgt man bekanntlich viel. Dieser Mann hat es einmal geschafft, an seiner Haustür vorbeizulaufen, gerade als er frisch eingezogen war, und er musste dann sehr lange nach seiner Wohnung suchen.

Ich dagegen hab mal meinen Schlüssel in die Tür des Schleckermarktes zu stecken versucht, der einige Häuser von meinem damaligen Wohnhaus entfernt war. Ich war nicht betrunken, es war ein ganz normaler Abend, und wie mir das passieren konnte, weiß ich nicht.
Muss ich an mir unbekannten Ort, bin ich immer sehr froh, wenn mich da jemand hinlotst. Zum Autrittsort meiner Premierenlesung „Von Lyrisch bis Lästerlich“ führten mich mein Sohn und mein Freund. Letzterer findet alles, auch ohne Stadtplan. Ich trotte hinter den beiden her. In einem solchen Zustand kann man mich bis nach Ich-weiß-nicht-wo führen, ich würde überall hin mitgehen, allerdings ohne auf den Weg zu achten. Wir schauten uns an dem besagten Tag die Räumlichkeiten an und ein paar Tage später musste ich noch mal zur Pressekonferenz hin. Alleine. Mein Freund hatte mir jedoch einen feinen Plan ausgedruckt, auf dem der Weg von der U-Bahn-Station Waterloo bis hin zu der betreffenden Location, ausgedruckt war, Ich stieg aus und wollte die Treppe hochgehen. Es gab aber leider zwei verschiedene Ausgänge und ich wusste nicht, welchen ich nehmen sollte. Es standen zwar dran, welche Straßen oder Plätze man dort finden würfe, aber meine Straße war nicht darunter. So entschied ich mich für den Ausgang linker Hand und ging einen langen Tunnel hindurch auf die andere Straßenseite. Das dies die falsche Seite war, bemerkte ich, als ich nach einigen Minuten Fußmarsch plötzlich auf dem hannoverschen Schützenplatz (ohne Schützenfest) stand.Da ich dort nicht hinwollte, ging ich zurück. Nach einem Blick auf meine Uhr begann ich zu rennen, wieder durch den langen Tunnel, bis ich völlig außer Atem vor dem hannoverschen Innenminsterium stand und meinen Plan studierte. Während ich verzweifelt das Papier in alle Richtungen drehte, kam jemand aus dem Ministerium heraus.



 

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Frauke Baldrich-Brümmer

Frauke Baldrich-Brümmer, Jahrgang 1956, dichtet, schreibt und tritt mit kabarettistischen Lesebühnenprogrammen auf. Für uns bloggt sie über das, was (schreibenden) Frauen alltäglich widerfahren kann.
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