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Autorenleben - Eine Frau schreibt sich auf - Wenn Beamten helfen.... 2. Teil


Feb 13 2011

Frauke Baldrich-Brümmer
13:24 Uhr
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Der Kleidung nach (adretter, beiger Mantel, Hosen mit Bügelfalten und ein Hut ) konnte dies nur ein Beamter des Inneren sein. Der Mann mittlerem Alters, der in der einen Hand eine Aktentasche und in der anderen einen sorgfältig eingerollten Regenschirm trug, fragte mich, wo ich denn hinwolle. Ob er mir helfen könne. Ich tippte mit dem Finger verzweifelt auf einen orangeroten Punkt, den Ort, wo ich seit etwa fünf Minuten hätte sein müsse, „Da, da, da !“, stieß ich hervor und schrie dann noch; „Da muss ich hin! Ich muss da auftreten. Nicht heute, aber Gott, oh Gott, die Presse- ich…“ Der Mann klemmte Schirm und Aktentasche zwischen seine Knie und nahm mir den Zettel ab. Wie denn die kleine Straße da hieße? Er hätte die Brille nicht auf, Das hatte ich auch nicht,die Brille auf, meine ich. Aber ich wusste, das das Suchen nach dieser mindestens drei Minuten dauern würde. Daher riet ich auf gut Glück und mich; „Mommsenstraße?“ „Dann müssen Sie in die Südstadt. Die Straße ist in der Südstadt.“ Mir wurde fast schwarz vor Augen. Wenn ich eins wusste, dann, dass ich nicht in diesen Stadtteil musste- wenngleich ich dem Manne recht geben musste: Dir von mir genannte Straße lag tatsächlich dort. Der Mann griff in die Innentasche seines Mantels und förderte eine Brille zutage. „Sie müssen in die Adolfstraße“, sagte er milde zu mir. „Sehen Sie die Straße dort hinten?“ Ich nickte. „Da gehen sie hin und dann  gehen Sie immer geradeaus und dann kommen sie direkt drauf zu!“ Der Mann setzet seine Brille wieder ab, nahm Aktentasche und Regenschirm und ging in die entgegengesetzte Richtung. Ich galoppierte los, „Adolfstraße, Adolfstraße“, murmelte ich immer wieder vor mich hin, wobei ich das Adolf leiser als das Straße sagte. Nachdem ich es mehrere Minuten im vollen Galopp gemurmelt hatte und dabei mehrere Passanten, Kinder und Haustiere verschreckt hatte, stand ich tatsähclich vor dem richtigen Haus. Nur etwa zehn Minuten zu spät und drinnen waren sie noch am Aufräumen und Staubsaugen.
 
Nachklapp 1: Beim Verlassen des Theaters fand ich den Ausgang nicht gleich und strandete vor dem Herrenklo. Einen sich dort aufhaltenden Herren fragte ich, ob ich da mal kurz durchkönne, ich suche den Ausgang. Der Herr gurgelte hilflos und zeiget dann auf eine Glastür direkt gegenüber,  denn dort war er- der richtige Ausgang.
 
Nachklapp 2: Dem netten Beamten würde ich gerne eine Freikarte geben. Also: Es war am Freitag, den 11. 2. 2010, als er gegen 10.00 einer völlig aufgelösten Frau den Weg durch die Adolfstraße zur Kommandanturstraße zeigte, Bitte, melden Sie sich! Sie kriegen was!



 

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Frauke Baldrich-Brümmer

Frauke Baldrich-Brümmer, Jahrgang 1956, dichtet, schreibt und tritt mit kabarettistischen Lesebühnenprogrammen auf. Für uns bloggt sie über das, was (schreibenden) Frauen alltäglich widerfahren kann.
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